Zeiten der Zensur

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Zensur kennt in Zeiten der Internetplattformen viele verschiedene Wege: Mal sind es staatliche Institutionen, die Inhalte und ihre Produzenten kriminalisieren; mal sind es NGOs, die Druck auf die Plattformbetreiber ausüben, bis diese alle nonkonformen Kanäle sperren. Besonders brisant: Jüngst nutzen Medienstars auch Urheberrechtsbeschwerden, um kritische Stimmen an den von ihnen vertretenen Weltanschauungen zum Schweigen zu bringen. Während die Zensur also sehr vielfältig ist, sind ihre potenziellen Ziele eindeutig markiert: All jene, die sich gegen die neulinke Unterwanderung der Gesellschaft und für den Erhalt unserer Kultur einsetzen, werden zu Zielen. Ein Lagebericht.

Alex für konflikt

Die Macht der Plattformen

Der Kulturkampf in der Gesellschaft nimmt Fahrt auf. Er sucht sich seine Schlachtfelder vor allem in den digitalen Medien. Trotz Bemühungen um alternative Plattformen kommt YouTube mit seiner riesigen Nutzerbasis hierbei noch immer immense Bedeutung zu. Es verwundert daher nicht, dass Google, der Staat und zwischengeschaltete sogenannte NGOs in den letzten Jahren viel unternommen haben, um dort alternative Influencer klein zu halten oder ganz zu entfernen. Die Schonzeit, in der es möglich war, auf diese Weise hunderttausende Abonnenten zu gewinnen und noch weitestgehend unbehelligt zu bleiben, ist lange vorbei. Unser metapolitischer Gegner hat die Gefährlichkeit ansprechender und moderner alternativer Medien erkannt und versucht, die am Rande der klassischen Medien erodierende Kontrolle über die Narrative mit mehr oder weniger offensichtlichen Zensurmaßnahmen in der Hand zu behalten.

Trotz der angezogenen Zensurschraube bleibt YouTube für viele kleinere politische Influencer das logische erste Betätigungsfeld, um sich auszuprobieren, zu wachsen und ein Publikum zu finden. Auch wenn alternative Angebote und Infrastrukturen in den letzten Jahren im Netz entstanden sind, werden diese immer noch nicht viel genutzt, geschweige denn gefunden. Es gilt noch immer: Wer sich alternativen Plattformen und Medien zuwendet und aus der Mainstream-Blase ausschert, tut dies meist, weil er von Influencern auf Mainstream-Plattformen, vor allem YouTube, abgeholt wurde. Aus diesem Grund kann uns nicht einerlei sein, wenn Kanäle und Kanalbetreiber liquidiert werden. Jede erfolgreiche Zensurmaßnahme zementiert nur wieder die Kontrolle, egal wen sie letztlich trifft.

Zu den prominenteren rechten Opfern der letzten Löschwellen gehörten die Kanäle der Bürgerinitiative EinProzent und des Deutschland Kuriers. Auch der patriotische Aktivist Martin Sellner, der über Jahre hinweg mit andauernden Sperren und Wieder-Freischaltungen zu ringen hatte, wurde im Juli vergangenen Jahres endgültig von der Videoplattform verbannt. Anders als in den Fällen zuvor waren Rechtsmittel hier wirkungslos. Brandaktuell sind die konzertiert erfolgten Sperrungen der von EinProzent unterstützten Formate Laut Gedacht! sowie Wir klären das! (mit Marie Therese Kaiser). Diese setzen den Trend der unter vorgeschobener Hassbekämpfung betriebenen Zensur fort.

Mosaik

Allerdings beschränkt sich dieses Problem nicht auf rechte YouTuber. Jeder in einem Halbkreis von links über liberal bis rechts, der die herrschenden Narrative oder die etablierten Medien in Frage stellt, muss mit einer solchen Behandlung rechnen. Ebenso wie Rechte haben Kanalbetreiber aus dem liberalen Spektrum wie Shlomo Finkelstein (Die Vulgäre Analyse), Insanitry, Idiotenwatch, Miro Wolfsfeld (Unblogd) und viele weitere seit Jahren mit einzelnen Videosperren bis hin zu temporären oder dauerhaften Kanalsperren zu kämpfen. Seit Beginn der Corona-Pandemie trifft der Bannhammer sogar klassisch links verortete Kanäle, wenn diese es wagen, vom Mainstream abweichende Narrative zu verbreiten oder sich mit den falschen Leuten abzugeben. Nirgendwo wird der Anspruch der „Wahrheitssysteme“ (Michael Kretschmer), darüber zu bestimmen, was die Wahrheit ist und wer sie besitzt, deutlicher.

Einstweilen helfen noch gerichtliche Verfügungen, wenn man nicht gerade Martin Sellner heißt – aber diese Option steht nicht jedem offen, sei es aus finanziellen Gründen oder sei es, weil die Anonymität geschützt werden möchte. Die beste Möglichkeit, dem System eines auszuwischen, ist und bleibt, solches Verhalten zum Skandal zu machen und somit die Abonnentenzahlen und Reichweiten von zensierten Kanälen und deren „Exilplattformen“ zu vergrößern. Es kann so immer wieder ein Schlaglicht auf die dreckigen Methoden des Mainstreams geworfen und gleichzeitig die Zensur- und Vernichtungsstrategie unterlaufen werden. Daher lohnt es sich auch, im Zweifel mit Kanälen solidarisch zu sein, mit denen man sonst nicht unbedingt einer Meinung ist.

Kritik am professionellen Antirassismus: Zensur gegen Charlotte Corday

Das führt uns zu einem anderen aktuellen Fall. Die kleinere YouTuberin Charlotte Corday, liberale Kritikerin des linken Zeitgeistes, wurde Opfer einer gezielten Zensuraktion. Sie hatte es gewagt, sich kritisch mit Enissa Amanis YouTube-Talkshow Die beste Instanz auseinanderzusetzen. Unter diesem Titel hatte Frau Amani im Februar ein Format mit Akteuren aus dem Migrantifa- und Antirassismus-Milieu moderiert – dort saß zum Beispiel Mohamed Amjahid aus dem Dunstkreis der berüchtigten Neuen Deutschen Medienmacher. Wenn er nicht wie hier als professioneller Betroffener den sog. ‘Rassismus’ der deutschen Gesellschaft beklagt, verbreitet Amjahid auf Twitter seine eigenen Ressentiments gegen Deutsche, welche er als ‘Antirassismus’ veredelt. Eine Personalie, die nicht nur bei Rechten Anstoß erregen sollte:

Verbreitet Mohamed A. hier die rechtsextreme Verschwörungstheorie vom ‚Großen Austausch‘?

Charlotte Corday hatte sich Frau Amanis Format genau unter diesem Aspekt kritisch angeschaut und in ihrem Video die offensichtliche Doppelmoral aufgezeigt. Dazu war es natürlich erforderlich, Ausschnitte der Sendung zu zeigen und zu kommentieren. Ein völlig normaler Vorgang, der nach Logik und dem Zitatrecht eigentlich abgedeckt und für jede Art von Analyse unverzichtbar ist. Will man sich kritisch mit einem Text, Video oder sonstigen Erzeugnis auseinandersetzen, muss man es zeigen und zitieren, damit der Zuschauer weiß, dass man den Gegner nicht aus dem Zusammenhang reißt oder ihm Worte in den Mund legt. Frau Amani ist dieses Prinzip fundierter Kritik entweder nicht geläufig oder, was wahrscheinlicher ist: Es gefiel ihr schlicht und ergreifend nicht, kritisiert zu werden.

Um zwei Videos von Charlotte Corday sperren zu lassen, welche sich mit ihrer Sendung beschäftigten, kam deshalb ein Klassiker aus dem Zensur-Repertoire zum Einsatz: Statt einer Meldung wegen Hassrede wurden die Videos „aufgrund einer Beschwerde wegen Urheberrechtsverletzung durch Erhan Dogan/Enissa Amani“ von Youtube gesperrt. Dieser Vorwurf ist angesichts der schöpferischen Höhe des Analyse- und Kommentarvideos offensichtlich bloß vorgeschoben, um eine unliebsame Stimme zum Schweigen zu bringen. Ein großes Problem für die Youtuberin ist, dass das automatisierte Verwarn- und Sperrsystem auf ihrem Kanal nun zwei sogenannte „Strikes“ vermerkt hat – bei einer nachgeschobenen dritten Regelverletzung könnte dem Kanal die Löschung drohen. Effektiv ist sie ab sofort für die nächste Zeit daran gehindert, sich weiter kritisch mit solchen Beiträgen auseinander zu setzen, weil sie mit jedem neuen Video aktuell eine Kanalsperre riskieren würde. Da sie mit Gesicht und Namen für die Inhalte ihrer Videos einsteht, ist für sie aber immerhin der Beschwerde- und nötigenfalls Rechtsweg offen, um diesen Missbrauch anzufechten.

Umso schäbiger ist dieses Verhalten, wenn man die Größenverhältnisse bedenkt. Frau Amani, eine bekannte und gut bezahlte Komikerin™, verbietet einem kleinen Kanal mit (zum Zeitpunkt der Sperre) kaum 2000 Abonnenten die kritische Stimme. 

Das Missverhältnis ist geradezu anstößig: Amani und Erhan Dogan – dessen Videoproduktionsfirma 1Take 2017 als eine „der gefragtesten der Rapmusik“ bezeichnet wurde – können aller Wahrscheinlichkeit nach auf große finanzielle Ressourcen und erstklassige Medienanwälte zurückgreifen. Abgesehen davon, dass sie ein bekanntes öffentliches Gesicht mit vielen Fans ist, steht auch ein breites, in den Medien gut vernetztes Unterstützerfeld bereit, um ihr gegen Kritik zur Seite zu springen. Ihr letzter großer Aufreger, die „Papayazüchter“-Debatte in Auseinandersetzung mit der Journalistin Anja Rützel sorgte dafür, dass sich selbst ein notorisch linker Karikaturist wie Ralph Ruthe einem empörten Mob entgegen sah, der ihn des Rassismus beschuldigte, nur weil er auf einen dummen Witz von ihr eingegangen war. In der Gestalt Amanis tut ein Goliath so, als müsse er vor dem David geschützt werden – moralisch goutiert von den Anhängern und gefürchtet vom deutschen Mainstream.

Noch heuchlerischer wird dieser Vorgang, wenn man bedenkt, dass Amanis Show als Reaktion auf Die letzte Instanz gedacht war, eine Talkrunde im WDR. Dort hatten sich zuvor eine Reihe deutscher Gäste über die Namensänderung der sog. Zigeunersauce lustig gemacht. Amani und ihre Gäste nahmen für sich wiederum in Anspruch, die kritischen Gegenstimmen gegen eine „rein-weiße Talkrunde voller rassistischer Stereotype“ zu sein. „Man kann nichts verbieten, aber heutzutage gibt es halt Widerspruch“, stellte Amjahid hierzu fest. Nun scheint es so, als wolle Frau Amani selbst keinen Widerspruch hinnehmen – was das ‘antirassistische’ Theater wieder einmal als Farce entlarvt.

Im Sinne einer Antizensur-Aktion empfiehlt es sich, wie in früheren Fällen (z.B. der Sperre der Vulgären Analyse wegen der Verwendung von ÖR-Sendeausschnitten) den YouTube-Kanal von Charlotte Corday sowie ihren alternativen Kanal auf der Plattform Odysee zu unterstützen und die dort abgelegten Sicherungen ihrer beiden Kommentarvideos zu Amanis Format zu teilen. Eine neue, primär deutschsprachige Alternative zu YouTube bietet Gegenstimme.tv – inklusive Livestreaming.

Wichtig ist es, immer wieder darauf hinzuweisen, dass ein offener, kritischer Diskurs unerwünscht ist – gerade von den Leuten, die für sich die Rolle in Anspruch nehmen, der deutschen Öffentlichkeit ihre Makel und Fehler vorzuhalten.


Ausweichkanäle bzw. Videos von Laut Gedacht! und Wir klären das! könnt ihr hier finden:

Charlottes Kanäle und Videos findet ihr unter folgenden Links:

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