Weißer Ethnozid und das westliche Paradies

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Der weiße, heterosexuelle Mann dient als Sündenbock für alle Übel dieser Welt. Ist seine »Herrschaft« überwunden, kann das klimagerechte Paradies auf Erden geschaffen werden, tönt es von den Ideologen des Regenbogens. Marvin T. Neumann analysiert die Ära der bunten Woke-Revolution.

An der polnisch-weißrussischen Grenze finden dieser Tage die Bilder von 2015 ihre Wiederaufführung: Aggressive junge Männer aus nichteuropäischen Staaten greifen europäische Grenzbefestigungen und Sicherheitsbeamte an, derweil die westliche Presse fake Aufnahmen eines weinenden Kindes an der Grenze zur moralischen Erpressung der europäischen Mehrheitsgesellschaften verbreitet und die Erzählung von armen, handlungsunfähigen Menschen, die Europa nun aus Verpflichtung an sakralen universalen humanistischen Gesetzen abzuholen und aufzunehmen hätte, mal wieder auflegt. Linke, aber auch liberale und christdemokratische Politiker beten dieses Mantra in neurotischer Einheit. Eine alte Platte, deren Wiederdarstellung beinahe völlig losgekoppelt von der Realität und praktisch wie eine Farce der Merkeljahre wirkt. 2015 dürfe sich nicht wiederholen, heißt es von patriotischen Parteien, Medien und Aktivisten. Doch dieser Ausnahmezustand ist quasi unausweichlich. Solange Europa als westliches Projekt „EU“ an wahnhaften progressistischen Leitlinien festhält, ist die andauernde Migration ins Inland und die Bekämpfung einheimischer Selbsterhaltung nicht zu ändern, egal wie unlogisch, destabilisierend und geradezu suizidal das Ganze auch wirken mag. Im westlich-liberalen Gehege ist der Untergang des Abendlandes nun mal Fortschritt.

Der antifaschistische Bevölkerungsaustausch-Staat

Nun ist einem Neurechten im Gegensatz zu den meisten Mentalitätskonservativen bewusst, dass diese Dinge kein Zufall sind und dass das Verhalten westlicher Institutionen und Politiker kein „Missverständnis“ darstellt. Die CDU und der Amerikaner wurden nicht „unterwandert“, sie handeln gemäß der ideologischen Prämissen längst vergangener Tage. Der Westen hat den Faschismus zu Beginn als spezifisch europäisches Phänomen begriffen und die Amerikaner haben sich bereits während des Zweiten Weltkrieges, aber auch des Kalten Krieges um einen theoretisch gut anwendbaren Faschismusbegriff bemüht, mit dem das Wiedererstärken Deutschlands verhindert, aber auch ein attraktiverer und konkurrenzfähiger Freiheitsbegriff im Wettstreit mit der Sowjetunion geschaffen werden konnte. Anwendung dieser Aspekte fand in der Reeducation der Deutschen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ihr Debüt, neben anderen Projekten, wie etwa der gezielten Förderung moderner Kunst. Gewissermaßen kann man behaupten, dass die linksliberale, antifaschistische Subversion Deutschlands eines der wichtigsten Pilotprojekte für die woken PsyOps unserer Tage war.

Über den Begriff des Antifaschismus, seine ideologischen Wurzeln sowie seine Institutionalisierung unter Einbezug linker Theoretiker durch die Amerikaner könnte man an dieser Stelle ein ganzes Buch füllen, jedoch ist die Idee leicht zu skizzieren: Linke und liberale Denker haben seit den späten 40ern jegliche Form europäischer Hochkultur, Dominanz, Stärke, traditioneller Lebensweise und Gesellschaftsordnung als faschistisch – ob proto oder krypto oder sonst wie – gebrandmarkt. Wo immer eine normativ-gesunde europäische Gesellschaft existiert, da sei der nächste Hitler vielleicht nur eine Krise entfernt. Deshalb sei es insbesondere in Deutschland von höchster Wichtigkeit, die organisch gewachsene ethnische Homogenität und kulturelle Identität der Nation zu zerstören und mit abstrakt-fortschrittlichen Idealen zu ersetzen, denn nur so könne aus einem Blut-und-Boden-Pulverfass eine echte Demokratie entstehen (und für den Westbesatzer die Gefahr eines neuen zentraleuropäischen Konkurrenten neutralisiert werden). Das klingt für den ein oder anderen Leser bereits wie eine „rechtsextreme Verschwörungstheorie“, doch findet sich diese Argumentation von Jürgen Habermas und seiner postnationalen Konstellation bis hin zur „Quattromilf“.

Wo immer eine mehrheitlich weiße Gesellschaft mit einem positiven Verhältnis zur eigenen Identität existiert, sei der Faschismus nur eine Frage der Zeit. Das erklärt, warum westliche Linksliberale diskutieren, ob Polen und Ungarn (beides demokratische Rechtsstaaten mit relativ homogener Bevölkerung) bereits als quasi faschistische Diktaturen gelten können (Ja, kein Witz) und weshalb die „Aufarbeitung“ der deutschen Nachkriegszeit nun bis in die 90er erweitert wird (letztendlich ist jeder, der vor 1945 auf der Welt war, mit „Nazihintergrund“ belastet). Der Mythos von 1968, als aus der deutschen post-NS-Gesellschaft dank hedonistischer Hippies und linker Terroristen eine sogenannte liberale Demokratie wurde, wird mit dem neuen Mythos von 2015 ersetzt – als aus der deutschen Kultur endlich eine weltoffene Willkommenskultur wurde, sprich: als die Deutschen endlich ihre ethnische Ersetzung zu zelebrieren und politisch Forcieren begangen. Die 68er waren schließlich auch privilegierte, weiße „Täterkinder“, die das Nazigen in sich tragen. Nur die Ersetzung des hässlichen Deutschen durch die Heilandfigur des nichteuropäischen Migranten, des noble savage kann Erlösung von der historischen Schuld und der Gefahr des wiederkehrenden Faschismus bringen.

Was in den 90ern noch immer bloß als groß aufgeblasenes Hirngespinst progressiv-antideutscher Intellektueller an den Universitäten und westlichen Thinktanks schwirrte, ist nun in der breiten Öffentlichkeit und den bundesdeutschen Behörden angekommen. Hier findet längst der Konflikt zwischen der BRD als deutschem Nationalstaat (welcher formal noch besteht) und der BRD als antifaschistischem Vielfalt- und Menschheitsstaat statt, welcher von 1945 über 1968 bis 2015 reicht und quasi in die Gründung der BRD miteingebaut war. Dieser Strukturkonflikt zwischen progressiven Sozialingenieuren und Beamten alter Schule ist beispielsweise an der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an den Abschiebungsverhinderer Mohammed Jouni erkennbar. Ein Mann, der die Umsetzung geltender Rechtsprechung verhindert und dem Staat vorwirft, eine „rassistisch strukturierte Gesellschaft“ (Übersetzung: es gibt noch immer zu viele Spuren europäischer Kultur und überhaupt zu viele Deutsche in der BRD) zu haben, welche Migranten nicht „akzeptieren und reproduzieren“ müssten, wird von eben jenem Staat mit der höchsten Würdigung ausgezeichnet.

Zeitgleich wird der Professor Martin Wagener mit quasi Berufsverbot und Gängelung durch den Inlandsgeheimdienst dafür bestraft, dass er in seinem neuen Buch Kulturkampf um das Volk in Erinnerung ruft, dass es so etwas wie ein ethnisches, autochthones Volk parallel zum Staatsvolk gibt, das sich zwar überschneidet, aber nicht deckungsgleich ist und dass die Umdeutung des deutschen Volkes zur „multikulturellen Willensnation“ rechtlich fragwürdig sei. Und wenn eine Berliner SPD-Politikerin beschleunigte Einbürgerungen von Migranten „aus Krisenherden“ und des damit einhergehenden Wahlrechts vorantreibt und die FDP eine halbe Million Migranten pro Jahr fordert, dann ist die Entrechtung des Ursouveräns des deutschen Staates quasi zur politischen Leitlinie geworden. Liberale Demokratie, Freiheit, Antifaschismus und Fortschritt messen sich hier stets als Antithese zu homogenen europäischen Nationen und ihrer Kultur. Genau deshalb kann und muss die westlich-liberale Demokratie direkte Demokratie und Wahlen ablehnen – denn genau damit würde das (noch mehrheitliche) autochthon-weiße Volk politischen Einfluss gewinnen und im Ernstfall noch einen „Populisten“ zur Verhinderung ihrer geistigen und demographischen Ersetzung wählen. Und das wäre dann eben „die Wiederkehr des Faschismus“.

Ersetzungsmigration fürs Klima, die Welt und die Menschheit

Freilich finden diese Entwicklungen nicht nur in der Bundesrepublik, sondern im gesamten Hegemonialbereich der Amerikaner bzw. im Westen als Großraum statt. Dass es vor allem Westeuropa trifft, liegt nicht zuletzt auch an alten geostrategischen Interessen Washingtons (die Verhinderung eines starken französischen und deutschen Nationalismus wurde früh als wichtige Aufgabe erkannt). Die Vereinten Nationen haben mit ihren Papieren zur Ersetzungsmigration (die deutsche Übersetzung von „replacement migration“ wird in typisch propagandistischer Manier zu „Bestandserhaltungsmigration“) und zur Umsiedlungspolitik das ganze Projekt formalisiert. Zusätzlich veröffentlichen Thinktanks und NGOs regelmäßig derart absurd weißenfeindliche Thesen, dass man meint, peinliche Antifaaktivisten wären hier die Autoren (und vielleicht stimmt dies teilweise sogar).

Man kann insbesondere seit 2019 im Rahmen des gut finanzierten linksliberalen Klimaaktivismus erkennen, dass antifaschistische Narrative mit ökologischen Anliegen eine Synthese bilden und grün-woker Populismus als eine Art neubürgerlicher Populismus „von oben“ dem des Rechtspopulismus entgegengestellt wurde. Denn niemand würde den Experten widersprechen und niemand will, dass die Welt untergeht. Wer es also ernst mit der Klimarettung meint, der müsse auch konsequent Antifaschist sein – das sagen schließlich Medien und „die Wissenschaft“. Der muss sich also gegen den Nationalismus europäischer Völker, kontrollierte Grenzen, „strukturellen Rassismus“, Gesellschaftsvorstellungen basierend auf dem binären Geschlechtsmodell usw. stark machen. Auf den ersten Blick muss man sich natürlich fragen, was die Interessen von Transsexuellen und ethnischen Minderheiten mit der Reduktion von CO²-Emissionen zu tun haben. Wenn man aber den ideologischen Hintergrund kennt, erschließt sich dies ganz schnell. Nicht aus Zufall sind Postcolonial Studies, Critical Race Theory und Whiteness Studies aus denselben westlichen Institutionen hervorgegangen, wie die Klimawandelbekämpfungsnarrative. Die Industrialisierung und der Kolonialismus gehen Hand in Hand; der Klimawandel wird damit schlussendlich die Konsequenz europäischer Kultur und Völker – und diese zum Risiko für den Fortbestand der Erde. War für die Postmoderne der Faschismus und insbesondere Hitler der negative Bezugspunkt, um eine um Objektivität und Wahrheit verlorene Welt zu ordnen, ist dies mittlerweile der weiße Mensch als solcher geworden.

Die progressistische Erzählung will den weißen, heterosexuellen, europäischen Menschen als historischen Sündenbock, der mit seiner Zivilisation die gesamte Welt – sowohl im Sinne ihrer Bewohner als auch den Planeten als solchen – zum Sklaven machte. Er ist das Hindernis einer vielfältigen, freien und friedlichen Welt, für deren Erfüllung westliche Institutionen werben und auf deren Grundlage sich militärische Ansprüche durchsetzen lassen (zB. Kriegsgeraune für „Transrechte“ im Iran etc.). Der weiße Mensch ist nicht bunt. Und deshalb muss er verschwinden. Weiße sollen möglichst keine Kinder mehr haben und ihre Heimatländer Siedlern aus dem Rest der Welt öffnen, da aufgrund des Klimawandels zeitnah Afrika und Asien nicht mehr bewohnbar wären. Genau daraus schöpft sich das Sendungsbewusstsein grün-bürgerlicher Oberschicht.

Kurzum: In der neuen Postklimawandelwelt gibt es nur noch queere PoCs, keine protofaschistischen, klimavernichtenden heteronormativen weißen Kolonialisten mehr. Im wiedergefundenen Garten Eden kann dann der emanzipierte bunte Mensch all seine Identitäten und Freiheiten lustvoll ausleben, ohne Ausbeutung, ohne Umweltverschmutzung und ohne die Gefahr des weißen Teufels. Die ideologischen Aufklärungsprojekte finden ihre Erfüllung; der Mensch als Gattungswesen ist befreit, das komplett formbare Individuum ist Wirklichkeit. Über diesen utopischen, quasireligiösen Kulminationspunkt finden westlich-amerikanische Geointeressen, linker Aktivismus, Ethnorevanchismus, linksliberales Virtue Signaling und antideutsches Fortschrittsgefasel der bürgerlichen Oberschicht ihre Verschmelzung. Wer heute als Westler etwas auf sich gibt, der hat keine Kinder, verachtet seine Vorfahren und setzt sich für teilweise klar hostile fremde Gruppen ein. Der befördert bewusst das Verschwinden europäischer Völker und ihrer Zivilisation. Alles für das bunte Paradies der abstrakten Freiheit, das der Westen stets versprach.

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1 Kommentar

  1. Schöner Artikel! Der immer offener und selbstsicherer zur Schau gestellte pauschale Hass auf Weiße und ihre Kultur ist so extrem, dass diese Entwicklung einige Chancen für uns bereithält. Es ist richtig, dass die antifaschistische Kommerzlinke eine enorme Machtfülle akkumuliert hat.
    Es ist aber schwer vorstellbar, dass der zugrunde liegende ideologische Puritanismus nachhaltig systemstabilisierend wirken kann. Das niemals endende Anprangern von „Missständen“ als Selbstzweck, das Ahnden von persönlichem und kollektivem Fehlverhalten, wird unweigerlich eine stetig steigende Anzahl von Aussätzigen, von „Proto- und Krypto- und Sonstwasfaschisten“ produzieren. Denk- und Sprechverbote verlieren ihre Wirkung, wenn man als Exkommunizierter vom Establishment nichts mehr zu erwarten hat. Prechts einhundert Essays gegen rechts haben ihm auch nichts gebracht. Er ist jetzt einer von uns!

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