Was darf Parteijugend?

Immer mal wieder erinnert sich die AfD an ihre Parteijugend, die Junge Alternative. Häufig geschieht dies kurz vor einer Wahl, wenn mal wieder weit oben Plakate aufgehängt werden müssen. Doch abseits der Wahlen gibt es noch einen anderen Grund, warum Parteigrößen die Namen von JA-Vorstandsmitgliedern erwähnen: Meistens geht es dabei nicht um Lob, sondern um Distanzierung und Skandalhuberei. Jung, rechts und politisch versiert – Eine Konstellation, die nicht nur im Mainstream empörte Reaktionen hervorruft.

Dabei sind die wirklich skandalträchtigen Personen und Momente eher rar gesät – wer auf plumpe Parolen oder politischen Extremismus abzielt, tritt nicht in die JA ein. In diesem Sinne kann man davon sprechen, dass der große Repressionsdruck gegen patriotische Kräfte tatsächlich einen positiven Effekt hat: Er sorgt dafür, dass nur gute Köpfe an die Spitze der Parteijugend gelangen. Doch sollten diese auch aus den Reihen der eigenen Mutterpartei gewürdigt werden. Wer dies verweigert, weil er noch immer der Meinung ist, die rechten Nachwuchskräfte würden zu radikal auftreten, ist herzlich eingeladen, mit uns zusammen ein Blick auf die Äußerungen der Vorstände anderer Jugendorganisationen zu werfen:

Jusos – Linksextreme Kampfbegriffe

Für unsere Betrachtung ist an erster und prominentester Stelle natürlich Kevin Kühnert zu nennen, der wie kein anderer als ‘junges Gesicht’ medial für die SPD präsent ist. Auf seinem Twitter-Account teilt er seinen 266.000 Followern gerne mal Folgendes mit:

‘Antifaschismus’ ist im Sprachgebrauch der Bundesrepublik ein Codewort für linksextreme Bewegungen, die ihre Gewalt und Einschüchterungen gegen Andersdenkende – vor allem gegen Sympathisanten, Mitglieder und Abgeordnete der Alternative für Deutschland – mit der Chimäre eines vermeintlich wieder erstarkenden Nationalsozialismus rechtfertigen. Kühnerts Tweet bedeutet in diesem Kontext eine Kampfansage an die AfD: Die SPD soll eine “antifaschistische Partei” werden und sich vermehrt an den Repressionen gegen Konservative & Patrioten beteiligen. Wohin solche Agitation führen kann, zeigt unter anderem die jüngste linksextreme Anschlagsserie, die von den Medien völlig ignoriert wird.

Grüne Jugend – Diffamierung politischer Gegner

Noch einen Schritt weiter als Kühnert geht Timon Dzienus, Bundesschatzmeister der Grünen Jugend. Anstatt nur indirekt zum ‘Antifaschismus’ und der damit gemeinten moralisch sanktionierten Repression gegen rechte Politik aufzurufen, ruft er offen zur Einschränkung der Versammlungsfreiheit auf und lobt öffentlich den linksextremen Antifa-Mob:

Doch damit nicht genug: Neben den “Querdenkern”, denen er das grundgesetzlich verbriefte Recht auf Versammlungsfreiheit kategorisch abspricht, hetzt der grüne Mini-Kühnert auch unverblümt gegen die einzige rechte Oppositionspartei im Bundestag. So posiert er nicht nur auf der Vorstandsseite der Grünen Jugend mit ‘FCK AFD’ auf der Brust, sondern bezichtigt die AfD auch in Gänze der Mitschuld an den Morden geistesgestörter rechtsextremer Einzeltäter:

Die Implikation des Urteils, die AfD habe “mitgemordet”, stellt für Leute wie den oben abgebildeten linksextremen Antifa-Mob eine Aufforderung zu handfester Gewalt dar. Das weiß auch Timon Dzienus, und das wissen auch die Parteifunktionäre und Abgeordneten der Grünen.

Linksjugend – Agitation gegen eigene Spitzenpolitiker

Bis hierhin könnte man sich denken: Diese Aussagen zeugen eindeutig von antidemokratischer Gesinnung und Diffamierungswillen – aber damit liegen sie eben voll im Geist von SPD und Grünen! Dass sich die grenzüberschreitenden Aussagen der Jugendorganisationen auch gegen Personal der eigenen Mutterpartei richten können, zeigt indes Carla Büttner, Bundessprecherin der Linksjugend. In einem Tweet griff sie jüngst die Bundestagsabgeordnete und ehemalige Fraktionsvorsitzende der Linkspartei scharf an:

Scharfe Kritik an prominenten Politikern der eigenen Partei gehört in der Linksjugend offenbar zum guten Ton, wie auch ihr Co-Bundessprecher Michael Neuhaus zeigt:

Zur Erinnerung: Diether Dehm ist neben Sahra Wagenknecht einer der verbleibenden ‘Altlinken’, die 2015ff. Verständnis für Kritiker der Massenmigration zeigten und dafür plädieren, die sprichwörtlichen Sorgen der kleinen Leute ernst zu nehmen. Dies passt offensichtlich nicht zum Kurs der neulinken Jugendorganisation, weshalb von dieser Seite offen gegen die entsprechenden Politiker agitiert wird.

Erste Lektion

Nun mag sich der Leser schon an dieser Stelle denken: Na und, die Linksjugend kann ja wohl kaum ein Vorbild sein! Und dies ist natürlich korrekt: Eine kommunistische Jugendorganisation, die sich dem Kampf gegen jede tradierte Ordnung verschrieben hat, richtet sich naturgemäß auch gegen jede Autorität innerhalb der Mutterpartei, die diesen Kurs der Zerstörung nicht blindlings affirmiert. Eine rechte Partei hingegen steht selbstverständlich für zweckdienliche Hierarchien und gute Autorität – derart niederträchtige ideologisch motivierte Angriffe gegen das eigene Spitzenpersonal gehören sich also selbstverständlich nicht.

Umgekehrt erfordert diese gute Autorität aber auch eine rechte Mutterpartei, die sich ihrer Jugendorganisation nicht schämt oder am liebsten anstatt einer rechten Jugendorganisation die JuLis 2.0 mit Deutschlandfahne haben möchte. Im Gegensatz zu den linken Kulturrevolutionären können wir nicht wollen, dass sich die Mutterpartei vor der Jugend fürchtet – aber wer Respekt für sich einfordert, muss diesen Respekt auch verdienen. Einseitige Distanzierungen, zumal wenn sie mit Häme und Absage an Dialog einhergehen, dürfen weder von der Jugend noch von der Partei kommen.

Junge Liberale – Puff Puff Pass

À propos JuLis – Deren Bundesvorsitzender kümmert man sich alldieweil um die wirklich wichtigen Probleme im Land der Dichter und Denker:

Nun ist die FDP sicher nicht bekannt als Sturmgeschütz des politischen Diskurses in Deutschland; seit Jürgen Möllemann hat man von dieser Partei eigentlich nichts mehr Interessantes vernommen. Als Konservativer, dem der Begriff der Freiheit als deutsche Tradition am Herzen liegt, möchte man einer dezidiert freiheitlichen Partei dennoch gerne einen Platz neben der eigenen, eher national (und daher: solidarisch) ausgerichteten Position zugestehen.

Doch muss man sich dann ebenso wünschen, dass die Jugend dieser Partei mit diskussionsfreudigen, vielleicht sogar mit provokanten Thesen von sich sprechen macht. Es könnte doch immens bereichernd für den Diskurs sein, würde ein JuLi-Bundesvorsitzender zum Beispiel eine kapitalgestütze Sozialpolitik oder eine Deregulierung des Arbeitsmarktes fordern – an solchen Thesen könnten sich die gemeinwohlorientierten Kräfte von links und rechts dann fruchtbar abarbeiten. Doch eine harmlose Jugendorganisation wie die JuLis schafft es leider nur bis zum Ganja Man und zur Chipstüte.

Zweite Lektion

Und genau daraus ziehen wir unsere zweite Lektion für den Tag: Um nicht zum bloßen peinlichen Anhängsel zu werden, muss eine Jugendorganisation durchaus provozieren – allerdings nicht plump und mit Schulhofforderungen wie ‘Kiffen legalisieren’, und sicher auch nicht mit frechen Angriffen auf unliebsame Parteispitzen. Dabei gilt jedoch zu bedenken: Frech ist ein Angriff eigentlich erst dann, wenn er unverdient ist: Die Linkspartei-Politiker Wagenknecht und Dehm vertreten eine politische Linie, die den woken Jungkommunisten nicht genehm ist; niemals jedoch hätten sie von sich aus die Auflösung der Parteijugend gefordert, wie es hinter den Kulissen in der AfD zur Unsitte geworden ist.

Überaus erfrischend und wohltuend für den politischen Diskurs in einer Parteijugend wäre es hingegen, wenn ein Bundesvorsitzender mit kontroversen Ansichten polarisiert, die vor allem inhaltlicher Natur sind und diesbezüglich zur Diskussion, zum Widerspruch oder auch zur schlichten Nachfrage anregen sollen. Wenn etwa ein geisteswissenschaftlich gebildeter junger Mann eine vermeintlich radikale Aussage zur weltanschaulichen Ausrichtung seiner Mutterpartei trifft, sollte diese nicht mit einer Mischung aus Überheblichkeit und Ekel reagieren, sondern einfach mal zuhören. Junge Männer sind es, die die Welt verändern.

Wer derweil hinter jeder diskussionswürdigen Aussage eines jungen Funktionärs schon einen ‘totalitären Agitator’ oder ähnliches wittert, sollte sich aus der Politik zurückziehen und sich im örtlichen evangelischen Gemeindehaus zur Seniorenrunde gesellen – oder wahlweise einfach wieder in die CDU eintreten. Denn reflexhafte Distanzierung und hämische Dresche auf die Parteijugend schaden einer Partei langfristig auf jeden Fall mehr, als sie nützen – so verjagt man nonkonforme Köpfe und treibt potentiell Interessierte fort von der Parteijugend in die Radikalisierung.

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