Vorbild Frau

Sei’ wie Alina und Lisa

Frauen sind vorbildlicher beim Tragen eines Mund- und Nasenschutzes als Männer“, titelt das Meinungsforschungsunternehmen YouGov auf seiner deutschen Website. Der Artikel, geschrieben von der “PR-Managerin” Anne-Kathrin Sonnenberg, untermauert diese Aussage mit Zahlen: Während ganze 84% der Frauen bei einer Befragung angeben, sich immer an die Maskenregeln zu halten, sind es bei den Männern nur 77%. Zwar haben sich nach derselben Befragung 60% der Männer an die Maskenpflicht gewöhnt, während dies nur bei 54% der Frauen zutrifft, aber die Botschaft kommt trotzdem an: Frauen sind Vorbildlich; und wo es ein Vorbild gibt, so die Implikation, da gibt es immer auch einen, der sich daran ein Vorbild nehmen sollte. Sprich: Die Männer.

Nun sollte es niemanden überraschen, dass sich Frauen eher an die Vorschriften halten an Männer. Alltagserfahrung und psychologische Forschung sind sich einig darin, dass Frauen im Schnitt nachgiebiger und gewissenhafter sind als Männer1, und dass sie folglich eher dazu neigen, Autoritäten zu akzeptieren und ihre Regeln zu befolgen. Außerdem sind Frauen, insbesondere ältere Frauen, wesentlich neurotischer als Männer2, was bedeutet, dass sie sich mehr Sorgen machen und schon darum öffentlich propagierten Sicherheits- und Pandemiewarnungen eher Gehör schenken. Abstrahiert man also von der konkreten Frage der Corona-Maßnahmen, kann die Aufforderung, sich Frauen zum Vorbild nehmen, nur heißen, dass Männer nachgiebiger, autoritätshöriger und neurotischer werden – und das heißt im Klartext: leichter zu kontrollieren.

No Country for Old Men

Aber warum sollen Männer so werden? Wie kann in einer Kultur der Ruf danach laut werden, dass männliche Eigenschaften, die traditionell für das Überleben dieser Kultur unabdingbar waren, weiblichen Eigenschaften weichen sollen? Selbst in der global vernetzten Wirtschaft, möchte man meinen, sollte die überlegene männliche Fähigkeit zur strategischen Planung3 von Vorteil sein.

Doch wer so denkt, irrt. Laut dem Harvard Business Review sind Frauen in der heutigen Wirtschaft schlicht bessere Kandidaten für Führungspositionen. In einer hochgradig vernetzten und entwickelten Welt, in der individuelle Vision und Ehrgeiz weniger wichtig sind als die Bereitschaft zur Selbstentwicklung, hohe Integrität und Teamwork3, hat die weibliche Führungskraft im Durchschnitt schlicht die Nase vorn. Das einzige Problem: Sie weiß das nicht, weshalb die Dienstleistungsgruppe KMG in ihrer offiziellen Studie über Frauen in Führungspositionen zu dem Ergebnis kommt, dass Frauen frühzeitig und gezielt zur Führung ermutigt werden und in ermächtigenden Netzwerken ihre Kernkompetenzen “Kollaboration, effektive Kommunikation und Respekt” ausbauen sollen4.

Das bedeutet im Klartext: Männer sind im Weg. Es war gut, dass sie unter widrigen Umständen all die Grundlagenarbeit geleistet und die Konflikte ausgefochten haben, doch nun, da der Laden rundläuft und die Besitzverhältnisse an der Spitze abgesteckt sind, soll die Mehrzahl der Männer aus der Konkurrenz aussteigen, und um Gottes Willen soll sie es bloß nicht wagen, selbst an die Spitze klettern zu wollen. Das wäre gefährlich für den Status Qu… Pardon, toxisch maskulin. Nicht umsonst hat gerade erst der kalifornische Energiekonzern Chevron angekündigt, in nächster Zeit vermehrt weiße Männer zu entlassen5.

Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat

Also was tun, weißer Mann? Der Berliner Tagesspiegel empfiehlt, auf jeden Fall die eigene Männlichkeit in Frage zu stellen, denn solange man dies unterlässt, pflegt man eine Seelenverwandschaft zu Gewalttätern, Rechtsterroristen, Incels und anderen Antifeministen6. In der Wirtschaftswoche empfiehlt uns Miriam Wohlfahrt, nicht nur auf sich selbst zu schauen, sondern schon in der Schule “Gender Equality – oder auch Diversity” neben Politik und Geschichte von quotierten Lehrkräften unterrichten zu lassen7. Darin ist sich die Schreibassistenz der Unsichtbaren Hand sogar mit entschiedenen Feinden des freien Marktes einig, nur wollen diese noch einen Schritt weiter gehen. In der linken Zeitung Jungle World empfiehlt Kim Posster, dass (linke) Männer in Gruppen ihre Männlichkeit kritisieren und sich “dazu verpflichten, dem Rest ihrer Gruppe, dem FLINT*-Plenum oder einer verpartnerten feministischen Gruppe Transparenz und ­Rechenschaft über die eigenen Methoden und Arbeitsergebnisse abzulegen.8” FLINT* ist übrigens die linke Schreibweise von Frauen.

Man ist sich also einig in der Wirtschaft, an der Harvard-Universität, in den Medien, bei den Liberalen und unter Linken: Männer gehören abgeschafft. Sie eignen sich nicht als kommunikative Managementbots, sie sind ein unberechenbarer Faktor für die sortierte Welt, sie entwickeln schon im Kindesalter einen anmaßend unbeugsamen Willen, sie legen nicht von sich aus FLINT* gegenüber Rechenschaft ab, und als Sahnehäubchen auf der toxisch-maskulinen Biertorte tragen sie ihre verdammten Coronamasken nur in 77% der Fälle. Wenn es sich um Männer aus anderen Kulturkreisen handelt, muss man natürlich etwas mehr Rücksicht nehmen, aber der weiße, europäische Mann hat ausgedient und soll sich endlich damit begnügen, auf dem CSD unter seinesgleichen zu tanzen.

Quo Vadis?

Selbstverständlich werden wir von konflikt uns diesem Imperativ nicht beugen. Für den Tag, an dem wir unter staatlichem Zwang einem bolschewistischen FLINT*-Plenum Rechenschaft abgeben müssen, haben wir schon vorgesorgt – mit queeren Trans-Identitäten, versteht sich. Wollen wir sehen, wer zuletzt lacht. Aber auch wir wissen, dass Männlichkeit mehr ist als Fußball, Zocken und dumme Witze machen. Im Gegensatz zum liberalen Mainstream, dessen Perspektive wir Euch in diesem Artikel zusammengefasst haben, glauben wir an ein höheres Ziel im Leben, als ein sanfter Untertan und eine gut vernetzte Arbeitsdrohne zu sein.

Als Konservative betrachten wir Männlichkeit und Weiblichkeit als zwei gleichwertige Aspekte des menschlichen Lebens. Dem Mann kommt im konservativen Sinne die Aufgabe zu, seine Familie zu beschützen und sie zu versorgen. Somit trägt er Verantwortung nicht nur für sich oder den Umsatz seines Arbeitgebers, sondern auch für die Zukunft seiner Kinder, seiner Stadt, seiner Nation. Der Frau kommt die ebenso wichtige, heilige Aufgabe des Kinderkriegens und der Erziehung zu, sowie die Pflege eines warmen, liebevollen Rückzugsortes für die Familie, und die Barmherzigkeit gegenüber den Armen und Schwachen im eigenen Umfeld. Wir wissen, dass es sich dabei um Ideale handelt, und wir sind uns auch bewusst, dass nicht jeder Mann ein starker Beschützer und nicht jede Frau eine liebevolle Mutter sein kann. Und doch sind dies die Rollenbilder, die für eine gesunde Gesellschaft grundlegend sind, und die daher als normativ und erstrebenswert propagiert werden müssen. Wenn Du das auch so siehst, dann teile diesen Artikel in den sozialen Medien und strebe danach, deine naturgegebene Rolle jeden Tag ein wenig besser zu erfüllen.

Links:

https://yougov.de/news/2020/08/12/frauen-sind-vorbildlicher-beim-tragen-eines-mund-u/
(1) – “Gender Differences in Personality across the Ten Aspects of the Big Five” (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3149680/)
(2) – “Gender Differences in Five Factor Model Personality Traits in an Elderly Cohort: Extension of Robust and Surprising Findings to an Older Generation” (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2031866/)
(3) – Harvard Business Review: “Are Women Better Leaders than Men?” (https://hbr.org/2012/03/a-study-in-leadership-women-do)
(4) – “KPMG Women’s Leadership Study” (https://home.kpmg/content/dam/kpmg/ph/pdf/ThoughtLeadershipPublications/KPMGWomensLeadershipStudy.pdf)
(5) – reuters: “Chevron diversity ratio to improve as layoffs progress (https://www.reuters.com/article/us-global-race-chevron/chevron-diversity-ratio-to-improve-as-layoffs-progress-idUSKCN24P1Y7)
(6) – Tagesspiegel: “Wenn fragliche Männlichkeit gefährlich wird” (https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/das-netzwerk-der-antifeministen-wenn-fragile-maennlichkeit-gefaehrlich-wird/26072892.html)
(7) – Wirtschaftswoche: “Gender Equality: 3 Ideen für ein besseres Bildungssystem” (https://www.wiwo.de/erfolg/gruender/die-zahlenfrau-gender-equality-3-ideen-fuer-ein-besseres-bildungssystem-/26081770.html)
(8) – Jungle World: “Organisiert Männlichkeitskritik” (https://jungle.world/artikel/2020/28/organisiert-maennlichkeitskritik)

  1. Elisabeth H

    In dem Artikel ist leider ein inhaltlicher Fehler unterlaufen: das Akronym FLINT* steht nicht ausschließlich für Frauen, sondern die Buchstaben stehen für Frauen/Lesben/inter/non-binary/trans-Personen 🙂

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