Politik

Schwarzer Müll – Eine Analyse der Kampagne

Vielen Autofahrern und Pendlern im deutschen U- und S-Bahn-Netz dürften sie schon lange bekannt sein: Die animierten Informations- und Werbetafel der Firma Ströer. Eigentlich bekannt für recht unverfängliche Werbung oder gebuchte Kampagne, hat die Firma in den letzten Tagen einiges an Aufsehen erregt – bis hin zu öffentlichen Boykott-Aufrufen gegen die Firma, etwa von Jan Philipp Albrecht, dem grünen Landwirtschaftsminister Schleswig-Holsteins:

Quelle: Twitter

Grüner Mist

Die vermeintliche »Hetzkampagne«, von der die Rede ist, lautet auf den Namen Grüner Mist und wird im Internet durch die gleichnamige Webseite repräsentiert. Die Kampagne folgt im Wesentlichen dem Prinzip, dass Anzeigen im Stile von Grünen-Wahlwerbung geschalten werden, die aber offen Antiwerbung machen. So zeigt die Mehrheit der Anzeigen drei sterbende Sonnenblumen und listet daneben Begriffsfolgen wie »Totalitär. Sozialistisch. Heimatfeindlich.« oder »Klimahysterie. Verbotsdiktatur. Genderirrsinn.«

Damit sollen die vermeintlich eigentlichen Ziele und Absichten der Grünen hinter naturverbundenen Fassade aufgezeigt werden. Andere Anzeigen titeln etwa »Grünes Image – Rote Politik« oder auch »Die Grünen. Spritpreise explodieren lassen.« Einen umfangreichen Überblick über die Kampagneninhalte kann man sich leicht verschaffen, wenn man auf ihre Instagram-Seite geht, wo die meisten Motive abgebildet sind.

Quelle: Instagram

Als öffentliche Gesichter der Kampagne dienen unter anderem der Journalist und Autor Matthias Matussek und der alternative Medienproduzent Hagen Grell, dahinter steht allem Anschein nach der Mutterkonzern des liberalkonservativen Deutschland Kuriers. Somit kann als gesichert gelten, dass die Kampagne nicht nur die Grünen bei der anstehenden Bundestagswahl schwächen, sondern auch der AfD nützen soll. Ob das funktionieren kann, wird noch erörtert werden.

Themen und Köpfe

Die meisten Menschen, die die Grüner Mist-Kampagne wahrnehmen, werden lediglich die Plakate und Anzeigen sehen. Bei ihnen kommt folgende Botschaft an: Die Grünen stehen für verantwortungslose Zerstörung der deutschen Wirtschaft und für Sozialismus, außerdem für den Verfall unserer Kultur – ebenfalls Sozialismus. Dies ist tatsächlich ein Kernbegriff der Kampagne, der in verschiedenen Konstellationen (»Klimasozialismus«, »Verbotssozialismus«, »Ökosozialismus«) immer wieder auftritt und sich durch sämtliche Verlautbarungen zieht. Unter ihn werden so vielfältige grüne Programmpunkte wie die Energiewende, die Förderung der E-Mobilität, die liberale grüne Einwanderungspolitik, der »Veggie Day« und die Unterstützung der linksextremen Szene subsumiert.

Neben den ideellen Angriffspunkten werden auch einzelne Spitzenpolitiker der Grünen attackiert, zumindest auf dem Internetauftritt. Die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock wird dort als »Hochstaplerin, Abschreiberin«, Quelle »skurriler Versprecher« und allgemein als ebenso unfähige wie boshafte Wohlstandsgöre dargestellt – die jedoch zugleich eine »knallharte autoritär-ökosozialistische Agenda« anstrebe, was »der Hauptgrund sein sollte, eine Kanzlerin oder Ministerin Annalena Baerbock zu verhindern.« (gruener-mist.de)

Auf diese Weise wird das gesamte Spitzenpersonal der Grünen attackiert: Robert Habeck als im Grunde unfähiger pseudo-intellektueller Schönling, Claudia Roth als ungebildete Hippie-Linksextremistin, Anton Hofreiter als psychopathischer »Pausenclown des Deutschen Bundestags«, Cem Özdemir als fauler und verschlagener »Karriere-Migrant der ersten Stunde«, Katrin Göring-Eckardt als verstrahlte EKD-Tante, »Langstrecken-Luisa« Neubauer als besserwisserische Talkshow-Nervensäge etc. etc. Die allesamt sehr polemischen Beschreibungen treffen zu einem Großteil genau das Bild, das die Grünen-Spitze bei den meisten AfD-Wählern und potenziell auch bei vielen Wählern von Union und FDP sowieso machen dürfte.

Dabei ist eines sehr bezeichnend – es darf sogar als exemplarisch für die Art und Weise betrachtet werden, wie Grüner Mist auf die Grünen eingeht. In der Beschreibung Katrin Göring-Eckardts heißt es: »Als Präsidiumsmitglied des Kirchentags, Mitglied und immerhin vier Jahre lang auch Präses der EKD-Synode hat Katrin Göring-Eckardt wesentlichen Anteil daran, dass die protestantische Amtskirche zur „grünen“ Vorfeld-Organisation geworden ist.« Dies ist eine überaus wichtige Aussage, drückt sie doch das Weltbild der Kampagnengestalter aus: Sie beanstanden nicht etwa, dass die Landeskirchen seit Jahrzehnten nach links rücken und sogar eine Person wie Göring-Eckardt zur Vorsitzenden eines hohen Gremiums machten – stattdessen tun sie so, als hätte es gar keinen jahrzehntelangen Linksruck gegeben, und klagen Göring-Eckardt dafür an, dass sie ihre Positionen vertritt und damit Karriere machen konnte.

Absicht und Wirkung

Diese Herangehensweise, die pars pro toto für die Beschreibungen der Grünen-Politiker durch die Kampagne stehen darf, macht eines deutlich: Ihre Urheber vermitteln den Eindruck, dass die deutsche Gesellschaft eigentlich an und für sich ganz OK wäre, wenn da nicht auf einmal die Grünen kämen und alles kaputt machten. Eine ähnliche Perspektive propagieren dieselben Akteure schon seit Jahren in Bezug auf Angela Merkel: Sie klagten nicht an, dass die CDU nach jahrzehntelangem Sitz an den Fleischtöpfen faul geworden und jeden proaktiven Konservatismus aufgegeben hatte, sodass eine Opportunistin wie Merkel in der Partei und durch diese an die Macht kommen konnte, sondern verbissen sich an ihrer Person und ihrem öffentlich kultivierten Image als Mutti der Nation – welches sie einfach zur Rabenmutti verkehrten.

Die Polemiken von Grüner Mist funktionieren genauso, nur auf eine ganze Parteispitze ausgeweitet: Das öffentliche Image eines jeden Grünen-Politikers wird beim Wort genommen und lediglich in ein schlechtes Licht gerückt – dass Robert Habeck genau deshalb bei seinem Publikum so gut ankommt, weil er ein sanft-kluger Bär ist, scheinen die Macher der Kampagne überhaupt nicht auf dem Schirm zu haben, und ihre vermeintliche Enthüllung verläuft sich im Sand. Dasselbe gilt für die verstrahlte Kirchentante und die besserwisserische Klimagöre: Sie alle sind genau das, was ihnen vorgeworfen wird, mit großem Stolz – ein Habitus, der Sicherheit und Machtbewusstsein ausstrahlt. Lediglich Annalena Baerbock scheint es kalt erwischt zu haben, denn die grüne Kanzlerkandidatin dürfte sich wohl kaum eine öffentliche Wahrnehmung als Plagiatorin und Dummschwätzerin gewünscht haben. Gerade in diesem Punkt bietet Grüner Mist jedoch überhaupt kein Alleinstellungsmerkmal.

Dass hinter der Kampagne Medienprofis stecken, drückt sich dann auch darin aus, dass für die öffentlichen Plakate überhaupt keine ad hominem-Attacken wie auf der Internetpräsenz gewählt wurden; und auch im Themenpapier finden sich kaum persönliche Bezüge auf das Spitzenpersonal. Matussek, Grell und ihre Hintermänner waren sich offenbar selbst bewusst darüber, dass ihre Polemiken gegen die Grünen-Politiker als Personen kaum jemanden hinter dem Herd hervorlocken können. Also entschied man sich für eine Reihe themenbezogener Angriffe auf das echte oder vermeintliche Programm der Grünen – auf »Klimahysterie«, »Linksterror«, »Ökodiktatur«, »Verbotssozialismus« und andere Sozialismen, »Industriezerstörung« und »Masseneinwanderung«, wie sie im Themenpapier aufgelistet sind und auch auf den Plakaten und Anzeigen prangern.

Cui Bono?

Die Frage, die bereits von vielen Seiten gestellt wurde, lautet nun: Wen sollen diese Botschaften eigentlich ansprechen, und wozu? Dass sie bei keinem grünen Stammwähler fruchten werden, sollte klar sein, und ob irgendein Wähler, der zwischen den Grünen und einer linken Partei steht, sich davon beeinflussen lässt, ist sehr fragwürdig. Die Kampagne kann also primär ausschließlich auf diejenigen abzielen, die unentschieden zwischen den Grünen und einer rechteren Partei stehen – wobei »rechts« hier im Sinne einer liberalkonservativen Haltung zu verstehen ist, für die Überfremdungsängste gleichrangig neben Ablehnung der Nachhaltigkeitswende und Furcht vor einem neuen Sozialismus einzuordnen ist. Die Gruppe derjenigen, die ansatzweise so denken und gleichzeitig mit dem Gedanken spielen, die Grünen zu wählen, dürfte sehr klein sein – und wenn sie sich angesprochen fühlt, wird das Kreuz am Ende mit Sicherheit nicht bei der AfD landen, sondern eher bei der CDU oder der FDP.

Der Hauptkritikpunkt, der an der Kampagne von rechts geäußert wurde, läuft demzufolge auch ganz richtig darauf hinaus, dass sie am Ende zwar den Grünen vielleicht ein wenig in der Gunst der bürgerlichen Mitte schaden kann, zugleich aber vor allem den Unionsparteien hilft, weil diese am ehesten von einem Wegfallen des bürgerlichen Lagers der Grünenwähler profitieren könnten. Wo ist also der Nutzen? Nach dem Selbstbild der Kampagne geht es in allererster Linie darum, einen Wahlsieg der Grünen und eine Kanzlerschaft Baerbocks samt eingeleitetem Öko-Kommunismus zu verhindern, doch wenn die Urheber der Kampagne tatsächlich primär dieses Ziel im Sinn haben, tun sie sich selbst am wenigsten einen Gefallen: Eine erneute CDU-Kanzlerschaft unter Laschet sollte gerade von Merkel-Hassern wie Grell leicht als Fortsetzung des bisherigen Kurses durchschaut werden, zumal eine Koalition mit den Grünen auf Bundesebene gerade nach einem Versagen und Zurücktreten Annalena Baerbocks nicht ausgeschlossen werden kann und sich mit Paul Ziemiak der Generalsekretär der CDU persönlich harsch gegen die Kampagne positioniert hat.

Somit bleibt als Möglichkeit noch, dass die Kampagne darauf abzielt, eine Koalition zwischen CDU und Grünen zu verunmöglichen und einem konservativen Bündnis mit der AfD den Weg zu bereiten. Es ist gar nicht unwahrscheinlich, dass die Urheber der Kampagne tatsächlich genau dies wünschen und für realistisch halten – die bürgerliche Mitte müsste nur aufwachen und endlich das Vernünftige tun. Nur verkennt man mit einer solchen Lageeinschätzung eben die Realität, dass Angela Merkel keinesfalls eine dunkle Hexe war, die die Union jahrelang hypnotisierte, sondern dass ihr Kurs (und der ihres designierten Nachfolgers) tatsächlich eine Mehrheit des schwarz-bürgerlichen Lagers hinter sich hat – und dass die Teile dieses Lagers, die rechtsoffen sind, schon längst zur AfD gegangen sind oder noch immer in JU und WerteUnion ein Dasein als konservative Feigenblätter fristen.

Der Wunsch nach einer schwarz-blauen Regierungskoalition auf Bundesebene ist zu diesem Zeitpunkt offensichtlich vollkommen unrealistisch und weit unwahrscheinlicher als eine schwarz-grüne Koalition. Der zwanghafte Versuch, einen gemeinsamen Kampf gegen grün lackierten Sozialismus zu beschwören, wird daran nichts ändern – ebenso wenig wie die Vorwürfe, Angela Merkel wäre im Grunde ein schwarz lackierter SED-Kader, irgendeinen Unionswähler umstimmen können. Wer so denkt und 2021 noch den Sozialismus als Erzfeind ausmachen will, der ist offenbar im liberalen Paradigma des ausgehenden 20. Jahrhunderts hängengeblieben und verkennt die Realitäten einer postliberalen Gesellschaft, in welcher die Trennlinien vielschichtiger und subtiler geworden sind. Somit muss man der Kampagne insgesamt attestieren, dass sie zwar recht gut umgesetzt ist und ihren Zweck womöglich sogar zu Teilen erfüllen wird – nur ist dieser Zweck, zumindest aus der Perspektive wirklicher Konservativer und Rechter in und um die AfD, völlig kontraproduktiv.

Was Tun

Es ist leicht, eine Kritik zu formulieren, und dennoch ist es notwendig, damit im Anschluss daran ein besserer Gegenvorschlag formuliert werden kann. An dieser Stelle sollte man auch mit einer gewissen technischen Anerkennung nicht sparen: Die Idee, eine großflächige Kampagne im Guerilla-Marketing-Stil zu fahren und mit den Konventionen der bundesrepublikanischen Politszene (in der die Grünen normalerweise heilig sind und die AfD als Prügelknabe herhalten muss) zu brechen, ist zumindest neu. Auch sind die Anzeigen optisch ansprechend gemacht und werden sicher den beabsichtigten Effekt bei ihrem Zielpublikum erzielen: Die Grünen sind, wie man so schön sagt, getriggert, und die Grünenhasser unter den Unions-, FDP- und AfD-Wählern fühlen sich in ihrer Meinung bestätigt. Nur hat man so eben kaum substanziell Positives erreicht – am wenigsten für die AfD.

Der Grund hierfür ist einfach: Um die AfD in Deutschland stark werden zu lassen, darf die Partei nicht in der bloßen Anti-Haltung des ewigen Spielverderbers verharren, der den Klima-Gretas und Uniabschluss-Annalenas einen Strich durch die Rechnung macht. Stattdessen muss sie ein eigenes Profil entwickeln, einen eigenen Mythos kultivieren – analog zum Umwelt-Mythos der Grünen – und somit zwangsläufig einen eigenen Bezug zur Natur entwickeln, denn ein Mythos lebt immer von der Übermacht der Natur. Im Falle der AfD kann dieser Naturbezug nur die Rückbesinnung auf die innere Natur des postmodern-entwurzelten Menschen sein, der sich tief in seinem Inneren nach Heimat, Familie, Geborgenheit und Zusammenhalt sehnt – und somit nach einer Identität, nach einer Zusammengehörigkeit in einer Gruppe. Dabei ist es zunächst zweitrangig, ob dieser identitäre Zusammenhalt auch tatsächlich gepflegt wird (er sollte gepflegt werden, doch dies fängt in der vorpolitischen Lebenswelt an und wird wie ein Baum erst nach langer Pflege Früchte tragen) – zentral für die Kultivierung eines Mythos ist nicht das Reelle, sondern das Mögliche.

Nur muss man, um auf diese Art und Weise ein neues Selbstbewusstsein als Partei und Bewegung zu entwickeln, auch wirklich etwas Neues zu sagen haben. Den Sozialismus als verkappten »Untergang des Abendlandes« zu beschwören und dem jeweiligen Gegner der Stunde (gestern Merkel, heute die Grünen, morgen die AfD?) als schwarzen Peter zuzuschieben, wird nicht fruchten – wer dies macht, versucht an eine Symbolik aus einer vergangenen Epoche anzuknüpfen, die zu ihrer Zeit nicht deshalb funktionierte, weil der Bolschewismus bzw. später der Ostblock-Sozialismus so bedrohlich waren, sondern weil ihnen mit dem romantischen Volksnationalismus der ersten Hälfte und mit dem consumer paradise-Amerikanismus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts jeweils »eigene« Entwürfe entgegenstanden, für die es sich, zumindest in den Augen ihrer jeweiligen Vertreter, zu leben und zu kämpfen lohnte. Hagen Grell, Matthias Matussek und andere Grünenhasser stehen jedoch für nichts Eigenes; ihre Botschaften richten sich ausschließlich an reaktive, sich am Status Quo festklammernde Affekte in Menschen, die ohnehin häufig auf eine Art und Weise in die Gesellschaft eingebunden sind, die ihnen visionäres Denken verunmöglicht – während die akademisierte Grünen-Wählerschaft tagein tagaus aktiv Zukunftsvisionen entwirft, von denen keine einzige den Kriterien eines »Öko-Stalinismus« entspricht.

Für eine Rechtspartei wie die AfD ist es unerlässlich, langfristig zu einem rechten Äquivalent der Grünen zu werden – mit demselben Potenzial an Innovation und Elitenförderung. Zugleich muss sie sich gegenwärtig damit abfinden, realiter fast ausschließlich Partei des sprichwörtlichen kleinen Mannes mit Zukunftsängsten zu sein. Dies sollte auch keineswegs als Bürde begriffen werden, sondern als Pflicht und Schicksal: Gerade dieser »kleine Mann mit Zukunftsängsten«, ebenso wie die kleine Frau, sind das Rückgrat einer Nation – ihnen zu dienen sollte auch tatsächlich das Ziel einer rechten Partei sein, und es spricht wahrlich nicht für die Grünen, dass sie als Partei einer soziokulturellen und zunehmend auch -ökonomischen Elite aktiv Politik gegen den kleinen Mann machen. Nur darf eine politische Gegenbewegung im Sinne des Volkes eben nicht dabei stehen bleiben, dem Volk einfach nur nach dem Munde zu reden und seine Elitenfeindlichkeit zu kanonisieren. Diese Vorgehensweise, wie sie Grüner Mist als Musterbeispiel exerziert, ähnelt in ihrer Struktur und Absicht viel stärker dem »Klassenkampf von unten«, den man historisch auch Sozialismus bzw. Bolschewismus genannt hat, als ihr lieb sein dürfte – und sie ist insofern borniert (und nicht rechts), als sie auf den grünen Klassenkampf von oben nicht mit einer ganzheitlichen Vision für Deutschland entgegentritt, die auch die berechtigte Sorge des gebildeten Bürgertums um die Zukunft unserer natürlichen Lebensgrundlagen ernstnimmt, sondern schlicht aus plebejischer Perspektive dagegen schießt.

Doch der Aufbau einer solchen Partei ist ein langer Weg, und wir befinden uns noch an seinem Anfang. Erfreulicherweise ist die AfD selbst mit ihrer Wahlkampagne Deutschland. Aber normal. in der Außendarstellung bereits auf dem Weg fort vom bloßen schlechten Gewissen der CDU und hin zu einem affirmativen eigenen Mythos – denn jeder denkende Mensch weiß, dass ein normales Deutschland im Sinne einer Nation, die nachhaltig auf den eigenen Fortbestand hinwirkt, unter gegenwärtigen Umständen eine geradezu revolutionäre Vision darstellt. Es freut uns, dass die Partei als Sammlungsbewegung konservativer Kräfte trotz aller Widrigkeiten Lebenszeichen ausstrahlt, die darauf hoffen lassen, dass in Zukunft kurzsichtige und potenziell parteischädigende Plakatkampagnen von Einzelakteuren keine Rolle mehr spielen müssen.

  1. Vultus Animi

    Eine treffende Analyse. Nur erfasst sie nicht hinreichend die Perspektive der „konservativen Feigenblätter in der JU und Werteunion“, welchem ‚Lager‘ ich mich am ehesten zurechne. Den weiteren Weg der AfD gilt es mit Spannung abzuwarten. – Von der anderen Seite ebenso spannend zu sehen wird sein, ob es tatsächlich so ist, dass die Union (unabhängig von Merkel) faul, fett und links geworden ist und bleibt. Mein Eindruck von der Basis ist ein anderer. Aber es bleibt in der Tat abzuwarten. – So oder so, und da scheint mir die Analyse zu weit in der Zukunft zu reichen: ein Erstarken des Konservatismus (das heißt mit Regierungsbeteiligung) wird zunächst nur über ein Verproben der Kapazitäten der Union führen, (mit Beteiligung der AfD wenn sie sich dahin entwickelt). Entweder sie zeigt, dass sie das kann, oder es zeigt sich, dass sie es nicht kann. Erst im letzteren Fall sehe ich Raum für ein breitflächigeres Wählerumdenken. – Ich denke, dass gälte es strategisch zu berücksichtigen. – Insofern: ja, mich spricht die Kampagne au point an (Ziemiak hin oder her).

  2. “Hochstaplerin” schreibt man mit p. 🙂

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