Gastartikel Politik

Postfaktisches Jugendfeuer

Thymos oder männliche Lebenskraft geht der gegenwärtigen Generation junger Männer beinahe vollkommen ab. Als authentische Konservative müssen wir in uns ein Feuer kultivieren, dass jenseits von autistischer Faktenliebe brennt.

Von Franz Senior

Faktizität und Geltung

Vor einigen Jahren, als sich die politische Rechte online noch an der „Widerlegung“ von „Feminazis“ und „Genderbender“ abarbeitete, war der Duktus durch Parolen wie „Feels over Reals“ bestimmt. Viele von uns Jüngeren, die amerikanische Politik und englischsprachige Diskurse verfolgten, hörten beispielsweise Personen wie Jordan Peterson oder Ben Shapiro zu. Shapiro etwa argumentierte stets, dass die linken Feministen ihre Gefühle über die Fakten und die messbare Realität stellten, was grundsätzlich falsch sei. Die politische Rechte hingegen spielte sich als der Verteidiger der Rationalität, der Objektivität und der Wissenschaftlichkeit auf. Aus heutiger Sicht wissen wir jedoch, dass viele der damals auftretenden Akteure in Wirklichkeit nicht rechts waren und nur versuchten, Land für ihre kruden Ideologien oder ihr Ego zu gewinnen. Wie beschrieben, stammte diese Denkrichtung eigentlich zentristischer “Skeptiker” vornehmlich aus den USA; aber auch im deutschsprachigen Internet gewann sie Anhänger und relativ prominente Vertreter. Ich will hier aber weniger auf die Personen, als auf das Grundprinzip dahinter eingehen. Es soll um eben jene Phrase gehen, um jene Geisteshaltung, dass Fakten und die Realität wichtiger als Gefühle seien. Dieser Glaubenssatz der rationalistischen Moderne ist nämlich keineswegs genuin rechts und taugt daher auch nicht als Paradigma konservativer Bewegungen.

Ich denke, viele von uns waren schon einmal in der Situation, mit einem sogenannten „Normie“ zu diskutieren, ihn z.B. mit der Wahrheit über die Ersetzungsmigration oder die angebliche Unterdrückung schwarzer Amerikaner konfrontieren zu wollen. Es scheitert dann allzu häufig an der Frage nach genauen Statistiken („Quelle?“), die man in einer verbalen Diskussion natürlich nicht wie in einem Quellenverzeichnis anführen kann. Oder, wenn man sich tatsächlich gut vorbereitet und die genauen Zahlen mitbringt, werden jene dann relativiert mit zum Teil an den Haaren herbeigezogenen Einwänden, die wiederum oft keine Erwiderung erlauben als „Nein, was du sagst ist einfach Schwachsinn“. Dies führt dann zum Ende der Debatte, da keine Seite „faktische Argumente“ mehr bringen oder die der anderen logisch widerlegen kann. Hier soll nun die Frage aufgeworfen werden, ob dies – also die faktenbasierte Argumentation – überhaupt der Anspruch einer von uns geführten Debatte sein soll und sein darf. Denn, anders als es vor allem von Boomer-Seite immer wieder gesagt wird, haben wir Rechten nicht in einem wissenschaftlichen Sinne “die Fakten” auf unserer Seite. Vielmehr sind Fakten immer Interpretationssache und alle Seiten eines jeden Diskurses haben ihre eigenen „alternativen Fakten“.

Die Ehrfurcht vor “Fakten” ist ein falsches Paradigma, dem nicht erst seit heute breite Bevölkerungsschichten anhängen. Doch es war nicht immer ein Problem. Das Prinzip, sich nach der messbaren Realität zu richten, hatte mal eine richtige und wichtige Grundlage, nämlich den Alltag. Im tagtäglichen Leben, vor allem dem des Mannes, ist es meistens kontraproduktiv, sich nach Gefühlen und „Hirngespinsten“ zu richten – dies schadet etwa dem Bestreben, möglichst effizient Ressourcen zu akkumulieren und eine Familie zu versorgen. Doch dieses sinnvolle Lebensprinzip versagt, sobald es über seinen Zweck hinaus aus dem Alltag in die große Politik getragen wird. Und ja, natürlich kann dieses Prinzip auch in alltagspolitischen Fragen sehr sinnvoll sein, und auch in Ausnahmezuständen und Kriegssituationen richtet man sich wohl besser nach der messbaren Welt. Aber in dem großen idiologischen Kampf, in dem wir uns befinden, ist dieses Prinzip überholt.

Männlichkeit und Wahrheit

Es gibt ein virales Mem, nachdem an beiden Enden der IQ-Verteilung der Archetypus des „Chad“ steht, der seinen Erfahrungen und Gefühlen folgt, während in der Mitte der Gaußglocke der „Normie“ steht, der für jede Aussage eine Studie oder Quelle benötigt:

Dies meint, dass intelligente Männer nicht viel auf „Fakten“ geben und ebenso wie der sprichwörtliche Bauer auf ihr Gefühl hören, während die, die sich am meisten Intellektualität und Wissenschaftlichkeit auf die Fahnen schreiben, intelligenztechnisch doch eher der absolute Durchschnitt sind. Natürlich ist dies eine ironische Übertreibung; nichtsdestotrotz spiegelt sie eine tiefere Wahrheit wider. Gerade an der Universität, da kann ich auch aus eigener Erfahrung berichten, handelt es sich bei den meisten Studenten genau um diesen Typus Mensch. Absoluter Durchschnitt, wenn nicht sogar Unterdurchschnitt, der studiert, weil er nichts Besseres zu tun hat und der seine politische Bildung aus extra3 und von Herrn Böhmermann bezieht. Währenddessen hält er sich aber für die Speerspitze des deutschen Geistes und bildet sich bei seiner meist linksliberalen Sichtweise ein, mit der Fackel der Wahrheit und der Fakten in der Hand gegen den braunen Sumpf vorzugehen. Doch auch in vermeintlich konservativen Kreisen, die in Wahrheit doch auch nur liberal-“konservativ” sind, ist diese Sichtweise verbreitet. Nur dass sich dann nicht für Gender und FFF eingesetzt wird, sondern für den Erhalt des Status Quo. Aber natürlich wird sich auch hier immer deutlich vom geifernden, dummen, rechten Mob abgegrenzt.

Besonders erschreckend ist dies, wenn ich mich mit meinen Kommilitonen – auch den vermeintlich konservativen – unterhalte. Junge Männer in Saft und Kraft, die so viel erreichen könnten. Ihre Geister aber sind gefangen in den engen Vorgaben des Faktischen. In ihnen ist das Feuer, das jungen Männern innewohnt, was ich im folgenden Jugendfeuer nennen möchte, bereits erloschen oder läuft auf Sparflamme. Kampfgeist, Kreativität und gerechter Zorn, wie sie aus jedem Gemälde, jedem Gedicht und jedem politischen Traktat vergangener Zeiten sprechen, fehlen heute vollkommen (Was auch erklärt, warum solche Werke der Kultur heute fast nicht mehr entstehen). Diese Charakterzüge werden Jungs heute von klein auf aberzogen und immer wieder abgestraft, bis der moderne junge Mann, komplett entkernt von allem, das seine Seele in früheren Zeiten noch erfüllt hätte, nichts weiter kann, als sich an das letzte zu klammern, das in dieser Welt noch männlich ist – der rationale Autismus: „Fakten“ und „Logik“. Nur ist damit in unseren linken Zeiten nun wahrlich kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Angesichts dieser himmelschreienden Schande bin ich fast geneigt zu sagen, dass unserer Jugend heute systematisch die Seelen geraubt wurden und werden.

Die Schwäche der Etablierten

Ich möchte mich im Folgenden auf die Liberal-Konservativen unter den „Normies“ beschränken – zu finden vornehmlich in Studentenverbindungen –, da diese trotz allem wohl noch das größte Potential für unsere Sache haben. Tatsächlich sind die meisten schon gegen die ganze Genderideologie und auch gegen die Einwanderung eingestellt, was ein guter Anfang ist. Doch echte konservative Patrioten wissen natürlich schon länger, dass diese „Cuckservativen“ niemals gewinnen, sondern immer nur verlieren können. Sie können nur verlieren, da ihnen alles fehlt, was es braucht, um politisch erfolgreich zu sein: Den Anfang und den Grundstein bildet zuallererst der Wille zum Sieg – der Wille dazu, seine eigenen Ziele durchzusetzen und sich dafür auch über die Ziele anderer hinwegzusetzen. Dies ist genau das jugendliche Feuer, das eigentlich in jungen Männern lodern sollte, das Verlangen, der Welt seinen Stempel aufzuprägen und seine Umgebung kraft des eigenen Willens zu formen. Was die Pseudokonservativen dagegen eher auszeichnet, ist die Gleichgültigkeit und Lethargie eines alten Mannes, der nur noch darum besorgt ist, seine Pfründe irgendwie beisammenzuhalten und über die Runden zu kommen. Währenddessen dreht sich aber die Außenwelt unerbittlich weiter, angetrieben durch jene Kräfte, die noch Willen zur Macht haben: Diejenigen, die große Visionen ihrer links-egalitären Welt haben und auch vor Gewalt nicht zurückschrecken, um diese herbeizuführen.

Der entkernte Mann hingegen schreckt nicht nur vor Gewalt zurück; nein, er begibt sich niemals auch nur einen Fuß breit in gefährliches Fahrwasser. Er ist in diesem Sinne oft sogar zu feige, seine eigene liberal-konservative Meinung mit Härte und Nachdruck zu vertreten. Er steht für nichts, hat keine größeren Träume oder Visionen, die über das bestehende System hinaus gehen. Und wofür sollte er dann noch kämpfen und ein Risiko eingehen? Das Risiko, bei seinen gut situierten Akademiker-Freunden schlecht dazustehen und Sanktionen im Arbeitsleben zu erleben. Stattdessen wird immer nur von “Diskurs auf Augenhöhe”, von Kompromissen und von Verständnis für den politischen Gegner geschwafelt, und man glaubt allen Ernstes, mit schnöden Statistiken und dem Verweis auf die FDGO irgendwen außerhalb vom liberal-konservativen Akademiker-Pöbel zu überzeugen. Eine lächerlichere Vorstellung kann man sich kaum ausdenken.

Seiltanz

Als diejenigen, deren Feuer noch brennt, stellt sich uns nicht die Frage des Diskurses im Mainstream mit liberalen NPCs. Uns stellt sich nur die Frage, wie wir das Feuer in der deutschen Jugend wieder erwecken können. Wie wir den leeren Hüllen, die um uns herwandern, wieder den Atem des Lebens einhauchen können. Dazu ist vorhin bereits angeklungen, dass es um nichts weniger als den reinen Willen geht. Es ist eine wichtige Erkenntnis, die den NPCs leider komplett abgeht, die aber das Wesen unserer Welt beschreibt. Nicht die Realität determiniert den Geist, sondern der Wille gestaltet die Materie und ist damit der eigentliche Realitätsgrund. Der Geist formt den Körper, nicht andersherum.

Heruntergebrochen geht es nur darum: Der NPC ist geformt von unserer Welt, sein Wollen richtet sich nach den Vorgaben des Systems (“Arbeite und konsumiere!”). Diejenigen, in denen das Feuer noch brennt, haben den Willen, die Welt nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Und nichts Anderes sollten wir auch tun. Unsere Argumente und Narrative haben sich nicht nach „Fakten“ und „Statistiken“ zu richten, sondern nach unserem ureigenen Ziel. Allerdings soll dies nicht heißen, in eine Traumwelt zu fliehen und die Realität ignorieren. Beides ist sehr wichtig. Aber die Wirkungskette muss immer sein: Der Wille gestaltet die Welt. Plausibel wird das zum Beispiel, wenn man sich die Bildung der „öffentlichen Meinung“ ansieht. Seit wann richtet diese sich nach der realen Welt? Die öffentliche Meinung wird immer vom Willen der Medien und der herrschenden Politik gebildet. Und diese öffentliche Meinung formt dann wiederum politische Realität. Hier wird also tagtäglich die Realität durch den Willen geformt, und das sollten wir endlich begreifen und für unsere Zwecke nutzen.

Argumentation: Beispiel Migration

In der realen Argumentation kann dies dann folgendermaßen aussehen:

Erstens, Diskussionen mit Menschen, die ihren eigenen Willen haben, der aber unseren Zwecken entgegen steht (Wahrhaft linksideologische Kräfte, nicht linke Mitläufer) sind sinnlos und deshalb nicht zu führen. Man sollte sich, wenn man gezwungen ist mit ihnen zu interagieren, in den Stealth-Modus begeben und beobachten und hinterfragen. Denn tatsächlich – und das wollen die Boomer natürlich wieder nicht wahr haben – können wir von der links-grünen Jugend und den linken Medienmachern noch so einiges lernen.

Zweitens, an erster Stelle einer Argumentation sollte immer eine Aussage für sich stehen. Als Beispiel kann hier etwas dienen, was die Liberal-Konservativen immer noch nicht begreifen wollen: Migration ist auch dann abzulehnen, wenn die Integration der Migranten gelingt und keine Kriminalität mit sich bringt. Das Gegenteil dieser Aussage – also „Wir haben ja nichts gegen Einwanderung, solange sie sich integrieren“ – ist nach wie vor der Bestseller der AfD-Boomer, und in diesem Sinne steht und fällt das Argument mit den „Fakten“, hier die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). Sollten die Machthaber irgendwann beschließen, in der PKS nicht mehr nach Herkunft aufzuschlüsseln (was für ein abenteuerlicher Gedanke), ist dieses Argument dann natürlich komplett wertlos, da ihm die sachliche Grundlage entzogen wurde. Da kann man dann noch so viel von Manipulation schwafeln, aber gewinnen kann man dadurch nicht.

An Erster Stelle sollte stattdessen stehen, dass Migration an sich abzulehnen ist. Diese Aussage ist erstmal nicht mit „Fakten“ zu untermauern, sondern durch emotionale Verknüpfungen und das Charisma des Vortragenden. Eine sehr effektive Methode kann hier sein, auf Anekdoten zurückzugreifen oder die Einflüsse der Migration auf das private Leben des Gegenübers zu erklären. Auf „harte Zahlen“ sollte nur im Härtefall (stetiges Nachfragen des Gegenübers) zugegriffen werden, und dann auch nur beiläufig. Denn die Zahlen sind wankelmütig, doch Überzeugungen haben Bestand.

Und natürlich kommt dann immer der Einwand, man kenne diesen oder jenen Migranten, der hier gutes, ehrliches Handwerk betreibt und dessen Sohn Medizin studiert. Und auch wenn wir dies auf einer bestimmten Ebene wünschenswert finden, darf ein solches Argument uns niemals dazu bringen, im Diskurs unseren Standpunkt aufzugeben und uns beispielsweise offen für weitere Migration zu geben, solange diese “begrenzt” ist. Uns solche Bekenntnisse abzuringen, ist eine linke Diskurs-Taktik, die das Overton-Fenster zu ihnen verschieben soll. Ist die grundsätzliche Ablehnung von Migration einmal überwunden, wird zum einen diese Position marginalisiert und zum anderen kann dieser Spalt des Entgegenkommens schrittweise immer weiter getrieben werden, bis wir wie CSU-Politiker und Liberal-Konservative von fünfstelligen “Obergrenzen” sprechen.

Und damit wir uns nicht falsch verstehen: Selbstverständlich ist mir bewusst, dass die politische Forderung “null Migration” sich niemals in die Realität übersetzt, dass kein einziger Einwanderer ins Land kommt. Einerseits sickern immer einzelne Illegale durch, andererseits gibt es selbst zur strengsten Regel immer bestimmte Ausnahmen. “Null Migration” drückt also nicht deskriptiv einen Zustand aus, der erreicht werden kann, sondern ein Paradigma des Denkens: Wir betrachten Migration grundsätzlich als soziale und ökonomische Belastung (aufgrund sprachlicher und anderer Barrieren trifft dies sogar auf EU-Ausländer zu), die für unser Volk grundsätzlich wenig, häufig gar keinen Nutzen mit sich bringt. Narrative wie der “Fachkräftemangel” oder wirtschaftsliberale Kosten-Nutzen-Rechnungen müssen in einem konservativen Paradigma selbstverständlich hinter Fragen der ethnokulturellen Homogenität zurücktreten, und uns muss bewusst sein, dass auch “Fachkräfte” aus Polen entweder nur wirtschaftlich integriert werden können (was abzulehnen ist, sobald die Vergötterung des BIP im Denken fällt) oder mühsam über Jahrzehnte kulturell assimiliert werden müssen (was eine vermeidbare Zusatzbelastung für uns darstellt).

Dies soll zur Migration mal alles sein, denn dieser Artikel dreht sich ja nicht im Kern um dieses Thema; es dient lediglich als Beispiel dafür, dass auch vermeintliche Extrempositionen mit Überzeugung vertreten werden müssen, um die Macht über den Diskurs zu erlangen. Und tatsächlich kann man auch hier wieder den Dissens zwischen liberalen Boomern und konservativen Patrioten ablesen und was für Probleme sich daraus ergeben können.

Schluss

Nun aber zum letzten und vielleicht wichtigsten Argumentations-Tipp: Beständigkeit und unterschwellige Subversion sind Schlüssel. Es klingt erstmal zu einfach, um wahr zu sein, aber eine Stimmung lässt sich sehr gut darüber manipulieren, dass man über einen längeren Zeitraum immer wieder kleine Grenzüberschreitungen einstreut und diese minimal steigert – natürlich ohne jemals selbst zurückzuweichen. Diese Taktik (vgl. Overton-Fenster) ist vor allem im Privaten z.B. durch sog. kantige Scherze und rote Pillen anzuwenden. So lässt sich etwa in einem anfangs unpolitischen Freundeskreis über einen längeren Zeitraum eine eher rechte Grundstimmung etablieren und auf dieser können dann emotionale Argumente wachsen und gedeihen. Aber Vorsicht: Auf diese Weise kann es zu Polarisierung und Spaltung kommen! Der Schlüssel ist, den Konsens immer nur ein kleines Stück weit zu verschieben, um nicht als Propagandist aufzufallen oder als “Extremist” abgestempelt zu werden.

Am Ende bleibt nur zu sagen: Entdeckt euren Kampfgeist wieder, kultiviert gerechten Zorn und gesunde Härte wieder. Das sind die Tugenden, die den jungen Mann auszeichnen sollten und nicht neurotische Unparteilichkeit oder Suche nach „demokratischem Konsens“. Ich möchte mit einer Aussage eines pseudokonservativen Normies schließen, als ich ihm diese Gedanken hier schilderte. Er sagte in etwa folgendes: „Das sind doch absurde Vorstellungen, man muss noch auch realistisch bleiben. Wenn Du mir rational begründen kannst, warum ich das sollte, dann entdecke ich gerne mein ‚Jugendfeuer‘ wieder.“ Und ich denke, damit ist über diesen Typus Mensch alles gesagt.

  1. Danke für diesen Artikel, den viele nicht verstehen werden. Man kann hoffen, das Verständnis möge mit der Zeit stückchenweise eintreten.
    Allerdings – vielleicht habe ich es überlesen, trotz mehrfachen Suchens, weiß ich nicht, was ein NPC ist.
    Migrationsbefürwortern nehme ich mit dem Hinweis auf “perfide Form des Neokolonialismus’ durch Ausbluten ärmerer Länder und Abwerben dort dringender benötigter Fachkräfte” wirkungsvoll den rhetorischen Wind aus den ideologischen Segeln.

  2. Weissritter

    Ich verstehe die Kritik und begrüße den Thymos, der hier geweckt werden soll, aber Extrempositionen sind eben keine Lösung. Der Autor räumt selbst ein, dass solche Forderungen völlig unrealistisch sind.
    Damit ist ein “Zurückrudern” direkt vorprogrammiert, weil die Position von vornherein unehrlich ist.

    Wäre es nicht besser eine solide-radikale Position zu vertreten, zu der man auch 100% stehen kann? Eine Position, die man von vornherein für richtig und machbar hält? Eine Position, von der man nicht insgeheim schon weiß, dass sie völlig unrealistisch ist?

    Seid ruhig idealistisch, aber seid nicht töricht. Nicht alles was man fordert, muss sich erfüllen, aber deshalb sollte man nicht willfährig in offensichtliche Sackgassen stürmen.

    Was ist mit der Parole “Wir wollen keine Ersetzungsmigration!” oder “Wir wollen nicht ethnisch und kulturell fragmentiert werden!”. Das sind bereits Ausrufe mit enormen Interpretationsspielraum. Für den einen wären 10000 (im Jahr) zu viel. Für den anderen beginnt die Fragmentierung schon bei 100. Aber die Forderung nach “0” ist gelogen. Und Lügen werden uns nicht retten.

    Und dann noch ein paar Takte zu “Fakten und Gefühlen”:
    Warum wird ständig eine Dichotomie zwischen Fakten und Gefühlen beschworen? Gefühle sind nicht post-faktisch, sondern ein fundamentaler Fakt in sich. Unsere Verwurzelung ist ein Fakt. Kein autistischer “Zahlen-Fakt” sondern unmittelbare Lebensrealität. Organisch gewachsen.

    Wir brauchen ein grundsätzlich ganzheitliches Denken. Ein Denken, welches die Polarität und Partikularität unserer Lebenswelt anerkennt, ohne den eigenen partikularen Standpunkt aufzugeben.

    Was in uns lebt ist ein integraler Bestandteil unseres Wesens. Und dieses Wesen mit Sinn für Volk, Heimat und Kultur, ist weder rein materialistisch noch “postfaktisch”.

    Es ist die lebendige, unmittelbare Realität jedes echten Volkes.

  3. Erstmal ein Lob für dieses Magazin und das ansprechen dieses Problems der Jugend, von dem ich mich leider auch nicht frei sprechen kann (bei mir ist es vielmehr die Ablenkung und die Tatsache noch immer “Aktien” am aktuellen System zu halten, meine Meinung sage ich aber schon, so ist das nicht).

    Wie Weisritter bereits sagte halte ich die Position Einwanderung zu 100% abzulehnen für unhaltbar und sogar schädlich, bzw. untersütze sie auch ideell nicht.
    Es gab bereits immer Austausch zwischen den Völkern und das kann auch zu beider Seiten Vorteil sein. Das das durchaus auch anders sein kann und es gerade in unserer Zeit auch so ist müssen wir glaube ich nicht diskutieren.
    Außerdem würden sich bei einer derartigen Politik selbst alle als eine Art Paria fühlen, die ggf. noch Urgroßeltern haben, die aus Polen oder anderen Ländern kommen. Sie impliziert nämlich, dass Leute wie sie hier nicht mehr erwünscht sind.

    Wir sollten also eine Perspektive, bzw. einen Weg schaffen wie wir uns Integration vorstellen. Also im Sinne einer Verwurzelung der Individuen in unserem Land und einem langsamen Teil werden in unserer Gesellschaft.
    Genauso wie unser Volk über Generationen gewachsen ist und sich entwickelt hat, kann auch eine Integration neuer Mitbürger gelingen. So können wir auch eine Brücke gegenüber Leute wie beispielsweise Feroz Kahn und anderen schlagen, die sich sehr für unser Land einsetzen, obwohl ihre Vorfahren eine andere Herkunft haben.

    Der Deutsche Pass ist mittlerweile nur noch ein Papier, das einem zwar Rechte gibt, aber sonst nicht mehr viel aussagt.
    Ich würde vorschlagen die Einbürgerung anders und über einen längeren Zeitraum zu gestalten.
    Um es grob zu Umfassen: Nur wer tatsächlich Teil dieser Gesellschaft werden will soll die Chance dazu bekommen. Wer sich dieses Ziel setzt hat die Ehrlichkeit seiner Absicht erst einmal zu beweisen und gewisse Dinge zu Leisten (also im Gegensatz zu jetzt, wo man eher noch Geschenke bekommt und nahezu “machen kann was man will”). Die genauen Kriterien und Abstufungen hierbei wären zu diskutieren und nachvollziehbar zu gestalten, bei einem so wichtigen Thema wie der Integration halte ich das für geboten.
    Ob beispielsweise eine vollständige Staatsbürgerschaft in der ersten Generation von Einwanderern überhaupt möglich ist wäre zu klären (evtl. ja ein Titel wie “deutscher Ehrenhaft” oder etwas in der Art, wenn sich jemand verdient um unser Land gemacht hat).
    Ich las einmal einen Artikel eines christlichen Philosophen zu diesem Thema (wahre Integration erst über Generationen, wie es auch im Sinne von uns rechten sein sollte), leider ist mir der Name entfallen, evtl. trage ich ihn noch nach.

    Das wir temporär einen Einwanderungsstop und eine Remigration brauchen ist ein anderes Thema und dringend nötig um unsere derzeitige desaströse Lage überhaupt erst einmal in den Griff zu bekommen und zu sortieren.
    Es ist aber wichtig, dass wir eine realistische und tragbare Position finden, die auch vermittelbar ist.

  4. Warum ist 0% Einwanderung nicht möglich? Weil immer wieder “Illegale durchsickern”, die ohnehin durch ihre Andersartigkeit sofort auffallen würden? Wie kommen diese überhaupt durch, über die Grenzen einer von neurechten Kompromisslern reformierten Bundesrepublik? 

    Es herrscht Diskrepanz zwischen Lage und Vorstellung:
    die Vorkommentatoren Weisritter und Neo-Stasi scheinen sich einig zu sein, dass das Vermittelte, d.i. das Entgegenkommen gegenüber Liberalen und das unterschwellige Einstreuen mutmaßlich gemäßigt rechter Diskussionspunkte in die öffentliche Debatte, also die kastrierte bzw. verfälschte Version der eigenen Utopie, der eigentliche Wunsch wäre.
    Entweder handelt es sich um zwei
    Revolutions-Larper, die doch eher dem Typus grundgesetztreuer Verbindungsstudent entsprechen, oder ihrerseits um subversive Libkons.

    (Zu Neo-Stasis “Austausch zwischen den Völkern”: das, was du als bereichernd und vorteilhaft umschreibst, impliziert sei Migration und Siedlung, ist in der überwältigenden Mehrheit der Fälle gewaltvoll, unter scharfer Ablehnung und Abwehr durch Autochthone und oder Abseits der Gesellschaft (Ghettos) vollzogen worden. Ich nehme an, die Hälfte deiner Verwandten sind mediterrane Gastarbeiter, warum sonst sollte man sich dafür stark machen.)

    Wo irgendetwas schmackhaft gemacht und ein Ziel eingebüßt werden muss, kann kein “Jugendfeuer” zündeln.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.