Plädoyer für einen digitalen Patriotismus

Wir alle kennen die Bilder von Veranstaltungen des Chaos Computer Clubs und anderer sogenannter »freier und unabhängiger« Hacker-Kollektive, bei welchen einen schon am Eingang die Refugees-Welcome-Flagge begrüßt und wo die Bühnen mit Antifa-Bannern und -Fahnen behängt sind, welche stilistisch an die Flagge der Roten Armee Fraktion angelehnt sind. In diesem kurzen Gastbeitrag möchte ich beleuchten, warum die Übernahme der Hacker-Szene in Deutschland nicht nur eine weitere unerfreuliche Facette des linken Kulturkampfes ist, sondern eine handfeste Bedrohung für unser Land darstellt. Ein Plädoyer für einen digitalen Patriotismus.

Von Kevin Michalzik (Vorstandsmitglied der JA Sachsen-Anhalt und Kandidat für den Bundesvorstand der JA)

Kulturkampf

Von Zuständen wie dem bereits dargestellten Beispiel mal abgesehen braucht man nicht lange, um reichlich weitere Beispiele für die inzwischen allgegenwärtige Dominanz des Linksextremismus, nicht nur in der Hacker-Szene, sondern in der gesamten IT-Industrie zwischen Oder und Rhein ausfindig zu machen. Von Antifa-Pullovern, die wie völlig selbstverständlich im Büro getragen werden über den inzwischen obligatorischen Genderstern im offiziellen Firmensprech bis hin zur Ausrichtung von Projekten, die nicht nach Gesichtspunkten wie Leistung, Effizienz und Innovation, sondern nach Inklusion, Geschlechter- und Klimagerechtigkeit erfolgt. Bloß niemand (der nicht weiß und männlich ist) soll sich in irgendeiner Art diskriminiert fühlen. Zumindest bis es einer wagt, sich zu erdreisten, eine nicht-linke oder gar – Gott bewahre – eine konservative Haltung zu vertreten. Alles bereits allzu gut bekannte Zustände, wie man sie längst auch aus den Medien, der Kultur und eben auch dem akademischen Bereich kennt.

Also alles wie gehabt? Lediglich ein weiterer Bereich, den man als Verlust an die linke Unkultur abschreiben kann? Ganz so leicht sollte man es sich hier nicht machen!

Linke Dystopie

Im Falle des Kulturbereiches und der Medien ließe sich das Problem vielleicht noch durch das Schaffen alternativer Angeboten und den Wandel weg von etablierten Medien wie Print und TV hin zu neuen Online-Formaten einfach aussitzen, und gute Ansätze existieren ja auch bereits. Was die IT betrifft, kann man sich diese Passivität allerdings nicht gestatten! Dies fängt an bei der immer dreister und penetranter werdenden Überwachung und Zensur, welche hier inzwischen nicht einmal exklusiv von staatlichen Stellen ausgeht (siehe die Amadeu-Antonio-Stiftung), und welche nun auch weit über Hacker-Sphäre hinaus für jeden spürbar wird, der nicht auf der Seite der Guten und Gerechten steht.

Wirklich ersichtlich wird die Bedrohung, wenn man sich zum Beispiel mit Konzepten wie der ethical software (zu Deutsch: »ethische Software«) auseinandersetzt. Was hier im ersten Moment gut gemeint klingt – so wie alles, was unsere linken Freunde aushecken – ist nichts geringeres als der Versuch, das Konzept von freier und quellen-offener Software zu modifizieren und schlussendlich zu pervertieren, bis ausschließlich nach »ethischen« Gesichtspunkten (und was das bei den Linken heißt, kennen wir ja zur Genüge) bestimmt wird, wer Software wie nutzen kann. Eine wirklich gute Zusammenfassung dieses Themas hat der Linux-Youtuber DiscroTube unter dem Titel Ethical Software Threatens Free And Open Source Software auf seinem Kanal veröffentlicht.

Wenn man sich, wie dort gezeigt, vorstellt, was es bedeutet, wenn zusätzlich zu all den bestehenden Zensur-Maßnahmen im Internet noch die Nutzbarkeit von Software eingeschränkt werden kann, wenn sich der individuelle Nutzer in den Augen der Entwickler, des Anbieters oder vielleicht sogar des Gesetzgebers »unethisch« verhält oder die Software auf »unethische« Weise beschafft wurde. Man stelle sich hier exemplarisch einfach mal das Microsoft-Lizenzmodell vor, nur dass dieses einem die Berechtigung entzieht, wenn man eine »unethische« Meinung vertritt. Das chinesische Social Credit-System lässt grüßen.

Dieses Thema wird uns in Zukunft sicherlich noch öfter beschäftigen.

Ein Weg heraus

So deprimierend die Aussicht darauf auch klingen mag, beim nächsten »Hassposting« die Internetgeschwindigkeit gedrosselt zu bekommen, so ist doch noch lange nicht alles verloren. Vielmehr eröffnen sich dem patriotischen Lager nun dieselben Wege, die sich einst den Linken eröffneten, als diese sich daran machten, mit ihren alternativen Formaten, Organisationen und Gruppierungen die Dinge in ihrem Sinne neu zu ordnen. Aus jener Zeit stammen nämlich Organisationen wie der Chaos Computer Club, welcher mal – wer hätte das geahnt – als Freiraum für alle alternativ gesinnte Technik-Enthusiasten 1981 im damaligen West-Berlin in den Redaktionsräumen der linksradikalen Tageszeitung taz gegründet wurde und im Laufe der kommenden Jahrzehnte zu einer Instanz in Fragen der Netzpolitik, des Datenschutzes und der Datensicherheit wurde, welche immer wieder von hohen bundesdeutschen Institutionen wie Behörden und Ministerien zu diesen Themen konsultiert wird.

Was es jetzt zu unternehmen gilt, ist die Schaffung von Gegenstrukturen, also eigenen Netzwerken, eigenen Veranstaltungen, vielleicht sogar die Gründung eines eigenen patriotischen Computer Clubs. Egal welchen Weg man nun einschlägt, die Zeit ist reif: Die Linke hat historisch gesehen nicht nur ihre Rolle als Trägerin der sozialen Frage verspielt, sondern auch ihre Rolle als Verfechterin von Meinungsfreiheit und Unabhängigkeit diesseits wie jenseits des Internets. Wie der Politikwissenschaftler Benedikt Kaiser treffend formuliert, hat sich die Linke von ihrem historischen Revolutionssubjekt – dem Arbeiter – abgewandt und sich stattdessen vermeintlich oder tatsächlich marginalisierten Randgruppen zugewandt. Dies ist eine einmalige Gelegenheit, welche sich das patriotische Lager nicht entgehen lassen sollte!

Digitaler Patriotismus

Wenn sich nun die Patrioten in Partei und politischem Vorfeld zusammentun und vom Vorbild des gemeinsamen politischen Gegners lernen, dürften sich schnell positive Synergieeffekte zeigen. Man male sich nur mal eine Zukunft aus, in der in einer Sonderausgabe des konflikt Magazins über das aktuelle Jahrestreffen des Patriotischen Computer Clubs (PCC) berichtet wird, welcher zum ersten Mal den Chaos Computer Club bei Besucherzahlen überholt hat.

Eine schöne Vorstellung.

  1. Einäugigier

    Aus meiner Sicht ist das digitale Feld zurzeit verloren. Alle wichtigen Kerntechnologien sind durch die “woke” Ideologie durchdrungen.

    Wir werden von Null anfangen müssen. Der Startschuss kann ein Patriotischen Computer Club sein.

    Ein interessantes Thema das man im neuem Forum vertiefen sollte.

  2. Robert Sch.

    Wer ist denn der Gastautor?

    • konflikt

      Kevin Michalzik (Vorstandsmitglied der JA Sachsen-Anhalt und Kandidat für den Bundesvorstand der JA)

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