Neue Männlichkeit

Ob politisches Engagement, metapolitischer Stellungskampf oder aktivistisches Engagement – jede Handlung, ob alleine oder im Kollektiv, beginnt mit einem individuellen Impuls, mit einer persönlichen Kraftanstrengung. Dieser Geist des Anpackens, Loslegens, Riskierens wird Jungen heute systematisch aberzogen. Zeit, ihn uns als junge Männer zurückzuholen.

Wie geht Widerstand? Wo beginnt er: Bei der reinen Geste, bei dem Bekenntnis, oder doch etwa bei der Art, zu leben? Sollte unser Widerstand sich auf der rein politischen Ebene abspielen, oder müssen wir nicht auch an uns selbst arbeiten, den Widerstand in uns selbst entfachen, um schließlich als Vorbild voranzugehen? In Zeiten politischer und gesellschaftlicher Ungewissheit fragt man sich oft, welchen Weg der Einzelne einzuschlagen hat, um seinen Beitrag auf individueller Ebene zu leisten, abseits der politischen Welt. Welche Wege hat ein junger Mann heutzutage zu wählen, um individuell widerständisch zu sein, um Gegenkultur zu leben, statt sie nur zu fordern?

Dass heutzutage ein subversiver Krieg gegen Männlichkeit geführt wird, ist innerhalb der Rechten allgemeiner Konsens. Angefangen von Frühkonditionierung in Schulen und Gender-Mainstreaming, über anti-autoritäre Erziehung, bis hin zur freiwilligen mentalen Kastration moderner Männer – welche vorgenommen wird, um in die gesellschaftlichen Nischen des linksliberalen Zeitgeistes zu passen. Dies ist jedoch nicht nur Folge der Unterwanderung der Institutionen durch Linke; die Männlichkeit begann schon davor zu bröckeln, und die linken Denker mussten lediglich die Brechstange in bereits aufgebrochene Risse stecken, um eine subversive Zerstörung der Männlichkeit voranzutreiben.

Daher kann es, wie bei so vielen anderen Themen, der Neuen Rechten nicht nur darum gehen, sich auf Altbewährtes zu berufen. Eine neue Männlichkeit muss auch den Ansprüchen der Welt, in der wir leben, gewachsen sein. Sie sollte sich vital geben, sollte von gesunden, im Optimalfall sportlichen jungen Männern ausgehen, sollte Perspektiven aufzeigen und unter der Maxime stehen, mit der Kraft des Willens die Realität zu formen. Dementsprechend sollten junge Rechte und Konservative Sport treiben, belesen sein und einen positiven, unerschütterlichen Blick auf die Zukunft haben. Blackpills und Resignation sind möglichst zu vermeiden.

Somit stellen wir dem modernen Einheitsmann eine neue Männlichkeit gegenüber, sozusagen ein Gegenmodell zu den Archetypen der modernen Welt, welche vom promiskuitiven „Chad“ bis hin zum konsumwütenden Nerd allesamt Symptome eines Liberalismus im angehenden Endstadium darstellen. Ein Mann, der die neue Männlichkeit lebt, benötigt keine Selbstbestätigung durch schnellen Sex, keine Bedürfnisbefriedigung durch spontanen Konsum von Fast Food, Pornographie und ähnlichem Müll; er lässt sich nicht durch Profanes vom Wesentlichen ablenken und strebt nach körperlicher und geistiger Vollkommenheit. 

An alten Tugenden – Werten wie Standhaftigkeit, Brüderlichkeit und Mut – darf sich orientiert werden, aber gleichzeitig darf er nicht Gefahr laufen, zu einem Reaktionär zu werden. Er übernimmt Verantwortung nicht nur dann, wenn es nötig ist: Solidarität und Schutzbereitschaft gegenüber Schwächeren gehört ebenso zur charakterlichen Größe der neuen Männlichkeit wie die Bereitschaft, Stärke für die eigene Familie, Gemeinde und sonstigen Sozialkörper zu beweisen. 

Auch hierbei sei empfohlen, sich nicht auf ideologische Kämpfe mit den Schergen des linksliberalen Zeitgeistes einzulassen – jenen Individuen, welche massenweise Theoriewerke eines degenerierten Menschenbildes geschluckt haben, um mit möglichst komplizierten Worten auszuformulieren, dass es keine Geschlechter gebe und der neue Klassenkampf nun mit möglichst obskuren Geschlechteridentifikationen ausgetragen werde. Sobald man versucht, sie in einer Diskussion von der eigenen Sichtweise zu überzeugen, erkennt man ihren Standpunkt automatisch als gleichwertig an – zumindest auf argumentativer Ebene.

Da diese Akteure jedoch an dem Fundament nagen, auf dem wir alle stehen, handelt es sich dabei zwangsläufig um eine Verhandlung, mit welcher Geschwindigkeit die Abtragung vorangehen soll. Dies kann und darf nicht der Standpunkt eines modernen, konservativen und/oder rechten Mannes sein – übrigens gilt dies ebenso für Frauen. Stattdessen sollte man, wenn man dazu in der Lage ist, darauf hindeuten, welches Spiel hier gespielt wird, sich also argumentativ auf eine Meta-Ebene begeben, und sich selbst daran zu machen, das metapolitische Fundament abzutragen, welches sich jene traurigen Individuen so mühsam über die letzten Jahrzehnte aufgebaut haben – man dreht den Spieß somit um.

Denn nichts anderes als traurige Individuen sind sie – Clowns, die verzweifelt versuchen, ihre verbitterte Lebensrealität der gesamten Bevölkerung aufs Auge zu drücken, und als genau solche haben wir sie auch zu bezeichnen. Der „Kampf um die Köpfe“, in welchem wir uns befinden, ist kein leichter Weg – jedoch hilft uns der Status Quo in der Auseinandersetzung mit der gegnerischen Ideologie und ihren Schergen. Thor von Waldstein schrieb in seinem wegweisenden Werk „Metapolitik“: „ (…) noch nie waren junge Linke so dumm, so unbelesen oder so hedonistisch wie heute.“

Daher liegt es an uns, dem Zeitgeist gegenüberzutreten, das Feld, welches der Gegner beansprucht, zu kontestieren und nach Kubitschek „den Leuten Dein »Ich nicht« entgegenzuschleudern“. Über diesen Weg wird man zum Vorbild für andere, denn nur so baut man den Widerstand auf, nur so vermittelt man zweifelnden Mitmenschen, dass es eine Alternative zu dem Einheitsbrei der Moderne gibt, nur so provoziert man und hinterlässt nachhaltig seinen Fußabdruck in der Debatte.

In diesem Sinne lässt sich abschließend ein Exkurs in die Tierwelt wagen: Konrad Lorenz stellte fest, dass es, um einen Schwarm tausender Zugvögel zu motivieren, in den Süden zu ziehen, anfänglich nur ein paar Einzelne braucht, die vom Boden abheben und sich schnell wieder hinsetzen, um in einer sich ausweitenden Kettenreaktion schließlich den ganzen Schwarm zum Losfliegen zu motivieren. Ähnlich kann es sich mit unserem Handeln verhalten, wenn wir individuell an uns arbeiten und eine neue Form der Männlichkeit kultivieren – unsere Freunde, Brüder und Kollegen werden es sehen, und es wird sie nicht unbeeinflusst lassen.

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