»Eurozentrische Mathematik« und der Strukturwandel des Bildungswesens

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Die Frage, ob Mathematik, klassische Musik oder die Aufklärungsphilosophie eurozentrisch sind, lässt sich auf verschiedene Weisen betrachten: Ihrem Ursprunge nach sind sie es eindeutig, und dennoch knüpfen heute weltweit Angehörige unterschiedlichster Kulturen an sie an. Zugleich treten insbesondere im amerikanischen Schulsystem etwa in der Mathematik deutliche Unterschiede zwischen den Leistungen weißer, schwarzer und asiatischer Schülern zutage – Anlass genug für linke Ideologen im Bildungswesen, gegen die »eurozentrische Mathematik« in den Kampf zu ziehen.

Mathematik, Objektivität, Rassismus

Der amerikanische Kulturkrieg um die Fragen race und social jusice nimmt immer härtere Züge an und greift tief in das kulturelle und institutionelle System der Vereinigten Staaten ein – und deutet damit, wie wir wissen, mit etwa fünf bis zehn Jahren Vorsprung auch die künftigen Entwicklungen in Deutschland und Europa an. Das jüngste Schlachtfeld im Kampf um die Deutungshoheit kommt für viele unerwartet und mutet auf den ersten Blick ganz absurd an: Die Frage ist jene, ob Mathematik aufgrund ihres universellen Geltungsanspruch an und für sich eurozentrisch und daher rassistisch sei.

So titelte das ehemals seriöse und angesehene Magazin Scientific American, das seit 1845 (PDF der ersten Ausgabe) besteht und eins als Advocate of Industry and Enterprise, and Journal of Mechanical and other Improvements die Forschungsergebnisse namhafter Wissenschaftler wie Albert Einstein und vieler weiterer Nobelpreisträger popularisierte, im August dieses Jahres einen geradezu satirisch anmutenden Artikel: Modern Mathematics Confronts Its White, Patriarchal Past – »Die moderne Mathematik konfrontiert ihre weiße, patriarchale Vergangenheit«, womit problematisiert werden soll, dass die großen Mathematiker der Geschichte mehrheitlich europäische Männer waren.

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