Landtagswahl NRW 2022 – Porträt: Carlo Clemens

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Am 15.05.2022 wird in Nordrhein-Westfalen ein neuer Landtag gewählt – konflikt begleitet Wahlkampf und Wahlabend. Heute: Wer ist eigentlich Carlo Clemens?

Clemens stand erst kürzlich dem konflikt Magazin in seinem Interview zur Landtagswahl Nordrhein-Westfalens Rede und Antwort und bezog bereits 2020 in unserem Podcast Stellung zu AfD-Richtungsstreit und dem metapolitischen Vorfeld. Für die anstehende Landtagswahl sind hier nun seine wichtigsten biographischen Stationen und politischen Standpunkte.

Carlo Clemens, 1989 in Bamberg geboren, besuchte bis zu seinem Abitur 2009 eine Schule in Offenbach am Main. Im Gespräch mit Erik Ahrens äußerte Clemens, wie ihn die stark multikulturell geprägte Schule schon früh in Kontakt mit dem Islam brachte und die Kritik an diesem zu den Startpositionen seiner politischen Laufbahn gehörte. Im gleichen Gespräch betonte Clemens seine frühe politische Prägung, gerade die Lektüre tagespolitischer Zeitungen brachte ihn in die Position, bereits in der Oberstufe den Weg in das politische Schriftstellertum zu finden.

Werdegang

Als (Gast-) Autor für Zeitschriften wie die Blaue Narzisse und der Jungen Freiheit, bzw. später mit einem eigenen Blog wandte er sich nach einem freiwilligen Jahr in der Schulsozialarbeit dem Lehramtsstudium an der Universität Köln zu, das er bis zum Jahr 2017 in den Fächern Deutsch, Geschichte und Erziehungswissenschaften abschloss. Noch während des Studiums gründete er 2013 den JA Bezirksverband Köln und bekleidet seitdem politische Ämter, so übte er von 2017 bis 2021 das Amt des Landesvorsitzenden der JA NRW aus. Das Jahr 2021 bedeutete für ihn einen großen Sprung von der Region auf die Bundesebene, als er zusammen mit dem damaligen Parteimitglied Marvin T. Neumann den Vorsitz der Jungen Alternativen Deutschland übernahm. Der Wahlrheinländer und Familienvater führt nach dem Parteiaustritt Neumanns den Vorsitz allein und brachte die Jugendorganisation durch seine Positionen zuletzt in ruhigere Fahrwasser.

Die Positionen Carlo Clemens verlaufen abseits bekannter inner- wie außerparteilicher Bruchlinien. Wenn Clemens mehr »weltanschauliche Substanz« fordert, dann ist es primär die Kenntnis des politischen Gegners und eine geistige Grundlage der Argumentation, die über den pausenlosen Defensivmodus des Dagegenseins hinausgeht. Clemens selbst kann eine Reihe dieser weltanschaulichen Fundamente vorweisen, besteht seine Vergangenheit doch unter anderem aus der zeitweisen Leitung des liberalen Hayek Clubs in Köln und nach eigenen Aussagen im sporadischen Aufenthalt in den gedanklichen Sphären des klassisch bis ordoliberalen Spektrums. Zu einer graduellen Abkehr kam es laut Clemens, da diesen Kreisen eine genuin deutsche Sicht und das Bekenntnis zum Nationalstaat nicht nahelag.

Positionen

Clemens scheut den Blick über den Graben nicht und beschäftigte sich früh, trotz seinem Bekenntnis zum liberaleren Lager der AfD, mit den Schriften des Antaios-Verlags und setzt sich mit der programmatischen Schrift »Solidarischer Patriotismus« von Benedikt Kaiser auseinander, die gerade in den mitteldeutschen Landesverbänden der JA und AfD erhebliche Popularität genießt. Diese Lektüre half ihm »Strömungskämpfe zu überblicken« und ein eigenes Profil zu erarbeiten. Dieses Profil ist unter anderem auch auf Clemens eigener Netzseite zu finden. Es wird deutlich, dass er mit Schwerpunkten von Familienpolitik, Naturschutz und mit einer speziellen Faszination für Architektur und Baupolitik fast schon eine Synthese diverser konservativer und neurechter Denkströme darstellt.

Der bekennende »Freiheitliche« will besonders gegen Alleingänge und narzisstische Nebelwerfer vorgehen und begreift sich, im Podcast kommentiert er das humorvoll, als Pädagoge, der versucht, »möglich viele mitzunehmen«. Hoffnungsvoll macht dabei besonders der Ansatz, der sich nicht um einen selbstlähmenden Minimalkonsens in den Vordergrund stellt, sondern einerseits die Duldung unterschiedlicher Strömungen innerhalb der Partei als »big tent« und andererseits die Souveränität der Landesverbände betont, die, orientiert an den regionalen Problemfeldern und Bedürfnissen, ihre weltanschauliche Prägung selbst ausloten sollen. Gemeinsam müsse das Bekenntnis zur historischen und kulturellen Nation sowie das Festhalten an einer konstruktiven Zusammenarbeit sein, nur so sei laut Clemens ein Auskommen möglich.

Die neue Generation

Einen weiteren Schwerpunkt legt Clemens auf die parteiunabhängige Arbeit von Kultur- und Vorfeldakteuren, die er als reichhaltiges Angebot für die Partei begreift, um die AfD in eine zentrale Rolle zur Finanzierung und Unterstützung junger, politisch engagierter Menschen zu bringen. Gerade eine tiefe Bildung und Verbreitung bejahender Botschaften an eine möglichst breite Masse sei Aufgabe von patriotischen Parteien und diese Aufgabe könne nur mit dem Vorfeld, nicht an diesem vorbei geschehen. Das Vorfeld eigne sich jedoch auch darüber hinaus, um die Partei zu kritisieren und Fehlentwicklungen zu markieren, betonte Clemens im Gespräch mit unserem Redakteur Erik Ahrens.

Clemens gehört zu einer Reihe junger Politiker, die für Partei und das patriotische Lager eine Zäsur bedeuten könnten. Die Verbindung aus ehrlichem Engagement, diplomatischer Weitsicht und strategischer Offenheit könnten ein Zur-Ruhe-kommen von Partei und Vorfeld bedeuten und das im besten Wortsinn. Wie andere Jungpolitiker hat sich Clemens dazu entschieden patriotische Politik zu betreiben und das nicht für einen lukrativen Sitz im Parlament oder zur neurotischen Selbstdarstellung, sondern um eine tatsächliche Veränderung in unserem Land zu erreichen. Dabei überwindet er alte wie neue Denk-, bzw. Lagergrenzen und ist damit einer der vielversprechendsten Landtagswahlkandidaten für Nordrhein-Westfalen, also nicht umsonst Direktkandidat im Wahlkreis Rheinisch-Bergischer Kreis II und Platz 8 der Landesliste für die Alternative für Deutschland.

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