konflikt fragt: Daniel Haseloff – Vorfeld- und Projektarbeit

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In Thüringen arbeiten Vorfeld und Partei immer mehr zusammen – unter anderem ein Verdienst des 33-jährigen Familienvaters Daniel Haseloff. Der gebürtige Thüringer sitzt als Beisitzer im Vorstand der AfD Thüringen und fokussiert sich dort auf die Öffentlichkeitsarbeit des Landesverbandes.

konflikt: Herr Haseloff, die AfD Thüringen sticht immer wieder bei der Vorfeldeinbindung und der Öffentlichkeitsarbeit heraus – wie kam es zu dieser Entwicklung? Welche Gründe gab es, welches Konzept verfolgt der Verband genau? Sehen Sie diese Entwicklung als auf andere AfD-Verbände übertragbar an?

Daniel Haseloff: In der heutigen Zeit ist fast jeder Lebensbereich politisiert. Dementsprechend wichtig ist eine enge Zusammenarbeit und vor allem die Unterstützung des politischen Vorfelds. Gerade der AfD bleiben die sogenannten Mainstream-Medien verschlossen und dementsprechend sollte es eine unserer Hauptaufgaben sein, alternative Kanäle zu schaffen bzw. vorhandene Kanäle im Vorfeld zu nutzen, um unsere politischen Botschaften zu ventilieren. Darüber hinaus tobt in Deutschland und in Europa ein Kulturkampf. Die sogenannte Cancel Culture breitet sich mehr und mehr aus. Diesen Entwicklungen kann nur ein starkes Vorfeld entgegenwirken, das einer echten Gegenkultur Raum zur Entfaltung gibt. Als Alternative für Deutschland sollten wir nicht nur eine parlamentarische Alternative sein, sondern auch ein Lebensgefühl vermitteln, das den linken Mainstream widerlegt.

Im Landesvorstand besteht breiter Konsens darüber, dass wir uns als Partei weit über die parlamentarische Arbeit hinaus entfalten müssen. Dementsprechend wird kreativen Ideen jederzeit Gehör geschenkt, werden diese diskutiert und auch der ein oder andere Feldversuch unternommen. Bisher ist es uns in meinen Augen sehr gut gelungen, in einigen Bereichen eine Art Vorreiterrolle einzunehmen. Dies dient am Ende natürlich auch anderen Landesverbänden und trägt zu einer gesamtheitlichen Verbesserung der Partei bei.

konflikt: Ihre Aufgabe im Landesvorstand ist die Öffentlichkeitsarbeit – wie ist Ihr Resumee? Sehen Sie die AfD Thüringen auf dem richtigen Weg? Gibt es Projekte oder Erfolge, auf die Sie selbst sehr stolz sind? Was können Sie zB. anderen Verantwortlichen, die in der AfD für Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich sind, empfehlen?

Daniel Haseloff: Ein Resümee möchte ich an dieser Stelle nicht ziehen, da wir noch lange nicht dort angelangt sind, wo wir hinwollen. Ich habe noch viele Ideen und Verbesserungsansätze, welche ich gern umsetzen möchte, um in Thüringen den Erfolgskurs zu halten. Aber ich sehe die AfD auf einem sehr guten Weg und schaue dementsprechend optimistisch in die Zukunft.

In erster Linie bin ich sehr stolz auf unseren gesamten Landesverband. Die Motivation und der Kampfgeist sind hoch, wir vertreten klare Positionen, sind auch außerhalb von Wahlkämpfen viel auf den Straßen unterwegs und für den Bürger stets greifbar. Dieser Einsatz spiegelt sich auch in den aktuellen Umfragen wider, wo wir derzeit stärkste Kraft in Thüringen sind.

Als persönlichen Erfolg werte ich unsere Außenwahrnehmung. Unsere Beiträge bekommen sehr viel Zustimmung, unsere Kanäle befinden sich fortlaufend im Wachstum und somit wird unsere Reichweite stetig gesteigert. Durch eine straffere Strukturierung in gewissen Abstimmungsprozessen und talentierten Mitstreitern in der Visualisierung ist es uns nun möglich, deutlich schneller auf politische Geschehnisse zu reagieren und unsere Botschaften an den Wähler zu bringen.  

Ich glaube, die beste Empfehlung ist, offen zu sein für neue und kreative Ideen. Man sollte immer über den Tellerrand hinausschauen und sich nicht zu sehr in der eigenen Programmatik vertunneln. Nur so erkennt man Potenziale und kann im besten Fall neue Wählerschichten ansprechen. Eine bessere Kommunikation unter den Landesverbänden im Bereich Öffentlichkeitsarbeit wäre wünschenswert. So könnten gemeinschaftliche Kampagnen einzelner Landesverbände umgesetzt werden.

konflikt: In den letzten Monaten konnte man erkennen, dass die AfD Thüringen immer mehr auf das Vorfeld zuging und sich diesem gegenüber öffnete. Aus welchen Gründen?

Daniel Haseloff: Vermutlich konnte ich hierzu einen Teil beitragen. Es war mir ein Anliegen, uns im Bereich Social Media und der Öffentlichkeitsarbeit besser aufzustellen. Dementsprechend habe ich schnell Kontakte in das Vorfeld der AfD geknüpft und geschaut, inwiefern eine Zusammenarbeit sinnvoll ist. Wichtig ist, an dieser Stelle zu bemerken, dass so eine Zusammenarbeit keine Einbahnstraße sein kann. Am Ende des Tages braucht die Partei das Vorfeld und umgekehrt.

Es ist beeindruckend, wie viele Initiativen im Vorfeld entstehen, ohne Zutun der AfD. Jeder, der in diesen Bereichen Erfahrungen gesammelt hat, weiß, wie schwer dies ist. Dementsprechend ist es auch eine gewisse Art Wertschätzung, wenn die Partei sich diesen Akteuren öffnet und Unterstützung leistet. Im Gegenzug erhält man kreative und hochmotivierte Personen mit fantastischen Ideen, die die politischen Ziele, die Partei und Vorfeld teilen, befördern.

konflikt: Wie sind die Rückmeldungen in der Partei selbst? Kommen Sie als verantwortliche Person damit gut bei der Basis an?

Daniel Haseloff: Das kann ich schlecht einschätzen. Bisher erhielt ich diesbezüglich noch keine negative Kritik, allerdings spielt sich mein Tätigkeitsfeld ziemlich im Hintergrund ab. Meine Aufgabe besteht ja darin, den Landesverband samt seinen zwei Sprechern sowie unsere Botschaften positiv nach außen zu transportieren.

konflikt: Es wurde bekanntgegeben, dass der Bundesvorstand die Organisation »Freie Sachsen« einstimmig auf die UVL setzen ließ. Wie beurteilen Sie diesen Schritt – einerseits mit den Augen eines für die Öffentlichkeitsarbeit Verantwortlichen, andererseits als AfD-Mitglied aus Thüringen?

Daniel Haseloff: Ich halte diesen Schritt für völlig unnötig. Ich glaube, es gibt gewisse Themen, die keiner Handlung, Reaktion bedürfen. Generell gibt es viele Fragen zu unserer Unvereinbarkeitsliste, die zeitnah geklärt werden sollten. In ihrer derzeitigen Form halte ich sie für überflüssig. Ich bedauere die Entscheidung des BuVos sehr, denn er bringt uns vor allem in Erklärungsnot gegenüber den eigenen Mitgliedern und trägt nicht zu einer innerparteilichen Befriedung bei. Deshalb halte ich diese Entscheidung als Funktionär, ebenso wie als normales Mitglied für falsch. Wir gehen damit immer wieder auf die Forderungen des politischen Gegners ein. Langsam muss die Frage nach einer Lernkurve erlaubt sein. Die gesamte Unvereinbarkeitsliste gehört auf den Prüfstand. Ich rechne stark damit, dass auf dem nächsten Bundesparteitag diesbezüglich ein Antrag gestellt wird.

konflikt: Gibt es Ideen oder Projekte, die in den nächsten Monaten angegangen werden sollen und über die Sie schon sprechen dürfen?

Daniel Haseloff: Wir haben einige Projekte in der Pipeline, darunter auch Kampagnen außerhalb des Wahlkampfes. Derzeit arbeiten wir an einem neuen Videoformat, welches hoffentlich in naher Zukunft regelmäßig erscheinen wird. Besonders freue ich mich allerdings auf eine Initiative, die in Thüringen und darüber hinaus für viel Aufmerksamkeit sorgen wird, über die ich aber an dieser Stelle noch nicht sprechen kann.

konflikt: Herr Haseloff, vielen Dank für das Gespräch!


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