Kleingarten für Anfänger (Teil 1)

Leseempfehlung

Ich bin 16 Jahre alt und kam in meinem Leben nur selten direkt in Berührung mit dem Anbau von Gemüse und Obst. Natürlich beobachtete ich dies oft bei meinen Eltern und Großeltern, selbst wurde ich jedoch nie aktiv. Doch in diesem Jahr packte mich das Kleingarten-Fieber und ich beschloss ein wenig Unabhängigkeit und Selbstständigkeit dazu zu gewinnen und hoffe, dass ich mich mit den Ergebnissen eine Zeit lang selbst ernähren kann. Um andere Anfänger und Laien zu motivieren und ihnen den Einstieg zu vereinfachen, will ich in diesem Artikel meine bisherige Erfahrung sowie Tipps & Tricks mit euch teilen, die mir mitgegeben wurden.

Die Überlegung

Zunächst solltet ihr euch – bevor ihr anfangt, planlos etwas zu pflanzen – gründlich darüber Gedanken machen, was ihr wo und wie anbauen wollt. Ich persönlich habe das Glück, einen Garten zu besitzen, werde mich dieses Jahr jedoch erst mal im Kleinen versuchen und ein Hochbeet bewirtschaften. Brauchbare Boxen dafür kriegt Ihr ab 30 Euro.

Außerdem entschied ich mich dieses Jahr zunächst, Einfaches anzubauen, welches sich über Jahrhunderte im heimischen Klima bewährt hat und deshalb keine hohen Ansprüche stellt. Konkrete Empfehlungen wären da beispielsweise Kartoffeln, Möhren, Pflücksalat oder auch Zwiebeln. Dabei sind vor allem Möhren und Pflücksalat kinderleicht und unkompliziert im Umgang: Sie brauchen wenig Pflege und wachsen recht schnell.

Wahre Klassiker wiederum sind Tomaten und Kartoffeln. Nutzt der Einfachheit halber jedoch widerstandsfähigere Tomaten und lasst die Kartoffeln keimen. Eine Kartoffel lässt man keimen, indem man sie einfach in die Erde setzt; dies geht schneller als über die Samen. Übrigens: Die Kartoffeln kann man auch wunderbar ohne Hochbeet oder Garten anbauen. Es gibt sogenannte PotatoPots welche selbsterklärend und einfach sind – diese kriegt Ihr schon für neun Euro, es gelten also keine faulen Ausreden.

Damit Ihr wirklich leckere und grüne Ergebnisse sehen könnt, empfehle ich die Nutzung von Dünger. Die Pflanzen benötigen genügend Nährstoffe, um gesund zu wachsen und zu gedeihen.

Informiert Euch wirklich ausgiebig und lasst Euch ruhig im örtlichen Gartencenter beraten, wenn ihr beim Düngen und generell noch unsicher seid. Falls Ihr übrigens langfristiger mit einem Hochbeet arbeiten wollt oder müsst, solltet ihr euch mit der Fruchtfolge auseinandersetzen. Einen genauen Plan dafür findet ihr hier: https://www.gartenjournal.net/hochbeet-bepflanzen-plan

Die Tat

Die Umsetzung Eures Vorhaben sollte so nachhaltig und gesund wie möglich sein – deswegen keine unnötige Einkäufe im Internet. Erde, Samen, Zwiebeln, Kartoffeln und sämtliches Zubehör zum anbauen für den Kleingarten könnt Ihr problemlos in jedem Gartencenter kaufen. Ich persönlich habe natürlich alles in meiner Stadt erworben und rate Euch auch dazu – Ihr fördert nebenbei die regionale Wirtschaft und kriegt kostenlos die angesprochene Beratung dazu.

Kommen wir zu den eigentlichen Hauptätigkeiten: Das Gießen und Pflegen. Um den Rahmen nicht zu sprengen, beziehe ich mich hier ausschließlich auf die Kartoffeln. Wässert Eure Kartoffeln alle zwei bis drei Tage – am besten abends, da zu dieser Zeit das Wasser am langsamsten verdunstet. Gießt nicht mittags, denn das kann für die Kartoffeln aufgrund der Hitze gefährlich werden. Zudem ist es wichtig, dass Ihr richtig gießt. Gießt nur an der Wurzel und sorgt dafür, dass keine Staunässe entsteht. Feuchtigkeit ist immer eine Basis für Krankheiten. Falls Ihr diese wichtige Pflege vernachlässigt, überlasst Ihr eure Kartoffeln der Trockenheit und den Parasiten. Die Kartoffeln brauchen also viel Sonne, dürfen nicht zu nass werden und haben einen recht hohen Nährstoffbedarf. Die »Kümmerei« beschränkt sich bei meinem einfachen Beispiel wirklich auf das Wesentliche, probiert Euch erst mal – falls ihr wirklich keinerlei Erfahrung habt – am Einfachen aus, um ein Gefühl für das Gesamte zu kriegen.

Das persönliche Fazit

Mit meinem kleinen Beitrag zum Kleingarten habe ich grundlegende Tipps & Tricks für Unerfahrene erläutert. Wenn Ihr Verwandte oder Freunde habt, die gärtnern, solltet Ihr euch von ihnen helfen lassen. Ich probiere mich – wie oben ausgeführt – zunächst im Kleinen aus, habe auch einen PotatoPot und pflanze nebenbei Rucola, Pflücksalat und Zwiebeln an. Die Nähe zur Natur und der Vorgang des Anpflanzens bereiten einem Freude und bieten auch eine ruhige Auszeit von dem oft stressigen und hektischen Alltag. Darüber hinaus hat man ein gutes Gewissen beim Verspeisen und schätzt auch Kleinigkeiten; schließlich wisst ihr, was in euren Lebensmitteln drin ist, und dass ihre Produzenten in keinerlei Lebensmittelskandale verstrickt sind.

Ihr werdet viel über die Pflanzen- und Tierwelt lernen und vielleicht auch selbst einiges zur Erhaltung der regionalen Artenvielfalt der Tiere beitragen, wenn Ihr auf eurem Balkon fleißige Bienen arbeiten seht. Abgesehen davon seid Ihr auch etwas weniger abhängig von den Öffnungszeiten der Supermärkte und könnt schon bei kleinen Beeten angemessene Portionen ernten, sodass sich die Mühe auch besonders für Alleinstehende lohnen kann.

Ob mein Plan Früchte tragen wird, erfahrt Ihr übrigens im zweiten Teil meines Artikels, der nach der Ernte erscheinen wird.

Info: Dieser Artikel ist ein kurzer Einstieg für planlose Anfänger rund ums Thema Kleingarten. Natürlich gibt es „Hochbeet Sets“ mit Gurken-Rankhilfen für 1.800 Euro. Es klappt jedoch auch günstiger. Der Beitrag soll primär Interesse für das Thema wecken.

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