Klarstellung: Strategie der Sammlung

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Im konflikt Magazin erschien letzte Woche eine Replik auf meine Texte zur »Strategie der Sammlung«. Diese, wie alle anderen Reaktionen, ehren und freuen mich in erster Linie. Hauptsächlich ist das Ziel meiner Texte, die überfällige strategische »revolutionstheoretische Debatte« im rechten Lager zu starten. Ebenfalls lautet meine Devise, dass wir die Kritik an befreundeten Denkern nicht unseren Feinden überlassen dürfen.

Von Martin Sellner

Der erste Kritikpunkt des konflikt-Textes bezieht sich auf die demokratischen Konsequenzen der demographischen Veränderungen. Der Autor setzt mit einer steilen These an: Die ethnokulturelle Homogenität und der daraus erfolgende Konsens der BRD waren »auch eine Last«, da sie eine allgemeine »Entpolitisierung« ermöglichten. Ich widerspreche diesem Ansatz grundsätzlich. Der Konsens, den die kollektive nationale Identität stiftet, ist die Grundlage des Politischen, welche erst die Versöhnung von Klassen- und Religionsunterschieden ermöglicht. Die Entpolitisierung der BRD war keine Konsequenz ihrer ethnokulturellen Homogenität, sondern lag wohl eher an ihrer geschichtlichen Windschattenposition als geopolitisch geteilter Pufferstaat des Westens.

Doch das ist ein Nebenschauplatz. Primär wirft der Text meiner These einen »Fatalismus« vor. Die ethnische Wahl würde nicht unweigerlich zu einer Unumkehrbarkeit des Bevölkerungsaustauschs führen. Die Kritik, dass man bestehende Trends nicht einfach so extrapolieren und den kommenden Zustand als gegebene Tatsache annehmen könne, stimmt einerseits. Selbstverständlich ist meine gesamte These »rebus sic stantibus« formuliert. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Bevölkerungsaustausch durch einen günstigen Zufall einhält und sich umkehrt, ist gering, vor allem aber können solche Zufälle nicht Teil einer seriösen, strategischen Planung sein. Selbstverständlich kann und muss aber das höchst wahrscheinliche Szenario des Bevölkerungsaustausch und Kippen der Mehrheitsverhältnisse als »Grundlage einer strategischen Grundsatzentscheidung« dienen. Alles andere wäre eine fahrlässige Verleugnung der entscheidendsten und nachhaltigsten Entwicklung unseres Landes, die alle anderen strategischen Fragen bedingt, indem sie die Integrität des Fragers verändert und gefährdet.

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1 Kommentar

  1. Am Ende des Tages ist die ,,Reconquista oder Sezession“ Theorie von Martin Sellner nichts weiteres als Angriff oder Flucht und damit etwas natürliches. Flucht nicht in Form der Aufgabe, sondern der Versuch zu retten was zu retten ist. Von dort kann man sich dann neu orientieren.
    Die Theorie ist dahingehend richtig, dass a) ein Hoffen auf Zufälle den Versuch des Abwartens und Inaktivismus bedeutet, was logischerweise schlecht für einen Aktivisten ist. Das Hoffen auf das Ausland ist ebenfalls Schwachsinn. Einem Politiker wie Trump ist Deutschland herzlich egal. America first bedeutet nicht Deutschland first. Der Glaube an Trump ist daher ein weiteres Armutszeugnis und unterstreicht die ,,Pufferstaatmentalität“ ( Begriff aus dem Artikel) ,die leider auch bei vielen Patrioten noch im Kopf ist .
    b)Die Aufgabe ist keine Option.

    Was ich aber nicht verstehe ist folgendes:
    1. Was bedeutet Reconquista genau?
    Ich habe nichts dazu im Internet gefunden (außer dem historischen Event und der Begriffsdefinition) und bin auch nicht unbedingt in der rechten Szene drin. Auch in meinem Studentenumkreis kenne ich niemanden der sich mit rechten Theorien auskennt.
    Wie genau soll das ablaufen?

    2. Sollte die Sezession Erfolg haben, was dann ?
    Das Problem wäre weiterhin da. Man kann zwar weiterhin Aktivismus betreiben und einen Teil des Gehalts in die Heimat schicken, aber damit ist nur die Existenz der Sammlung gewährleisteten. Selbst im Falle einer erfolgreichen Sammlung wäre die Reconquista ja nur der nächste Schritt. Denn am Ende muss das Ziel das ganze Deutschland sein. Insofern geht es nicht um ,,Reconquista oder Sammlung“sondern ,,nur Reconquista oder erst Sammlung und dann Reconquista“. Die Sezession ist ein Neuordnen , nicht aber ein politischer Gegenzug. Wie soll der politische Gegenzug aussehen?

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