Historischer Kalender – Kalenderwoche 6

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Ein Blick in die Geschichte lohnt sich immer – unser Redakteur Mike Gutsing stellt wöchentlich drei ausgewählte Ereignisse, die herausstechen, vor. Diese Woche: Militärische Verschlimmerbesserung, Litfaßsäule und bundesdeutscher Selbsthass.

8.2. »Wo falsche Schwerpunkte gesetzt werden« – Haarnetz-Erlass der Bundeswehr (1971)

Der frischgebackene Bundestagsabgeordnete Hannes Gnauck fand in seinem Interview deutliche Worte zum aktuell fragwürdigen Zustand der deutschen Streitkräfte. Doch die gesellschaftliche Liberalisierung ist kein Ergebnis der letzten Jahre, sondern nur die logische Schlussfolgerung von Entwicklungen der letzten Jahrzehnte.

Zu diesen Entwicklungen und Tendenzen gehört auch der 1971 vom damaligen Verteidigungsminister Helmut Schmidt, der sich aufgrund der Beliebtheit von Langhaarfrisuren bei Männern dazu gezwungen sah, die Richtlinien zur Haarmode im Dienst zu lockern. Es war besonders dem Wehrbeauftragten der Bundeswehr Fritz-Rudolf Schultz zu verdanken, dass Schmidt den Erlass nach einigen Monaten wieder zurückziehen musste. Seitdem gilt für Männer, dass Ohren und Augen freigehalten werden müssen, ihren weiblichen Kollegen muss zumindest der Helm noch passen.

Schultz war Spross einer Offiziersfamilie und Major, kannte daher Kultur und Bedürfnisse sowohl der Truppe als auch der Vorgesetzten. Die jetzige Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) fällt dagegen besonders durch ihre Kasernenferne und ihre linksliberalen Positionen in den Themen der Migration und Familienpolitik auf. Auch ihr wird AfD-Abgeordneter Hannes Gnauck genau auf die Finger schauen müssen.

11.2. Verleger, Ordnungsmensch, Wohltäter – Geburtstag von Ernst Litfaß, Schöpfer der Litfaßsäule (1816)

Sind sie auch mittlerweile fast schon ein Relikt der Vergangenheit, so gibt es keine deutsche Großstadt ohne eine Litfaßsäule. Diese 1854 erstmals ins Berlin aufgestellten Anschlagssäulen sollten Ordnung in den Plakatwald seiner Heimatstadt bringen. Litfaß, der schon früh das Druck- und Verlagsgeschäft seines verstorbenen Vaters weiterführen musste, brachte nicht nur technische Neuerungen des Farbdrucks nach Deutschland, sondern organisierte auch die Aufstellung der Litfaßsäulen an zentralen Plätzen Berlins. Sie sollten gezielt Werbefläche für Kulturveranstaltungen sein, übernahmen in den Einigungskriegen aber auch die Übermittlung von Kriegsdepeschen.

Gerade in seinem Lebensabend organisierte Litfaß viele wohltätige Veranstaltungen für die Opfer und Hinterbliebenen der Einigungskriege und spendete die Plätze auf den Säulen häufig Soldatenvereinen zur Werbung. Nach seinem Tod wurde die Litfaßsäule in ganz Deutschland verbreitet und dem »König der Reklame« zum ewigen Denkmal.

13.2. Die Nacht, in der die Luft brannte – Bombensturm über Dresden (1945)

Nur wenige Monate vor Ende des Krieges sahen sich die britische und amerikanische Heeresleitung dazu gezwungen, die »Gauhauptstadt« Dresden in den Nächten vom 13.-15. Februar flächendeckend zu bombardieren. Die Notwendigkeit dieser Angriffe wird bis heute stark diskutiert, Fakt jedoch ist, dass es sich bei den Angriffen weder um eine gezielte Vergeltungsaktion für etwaige deutsche Luftschläge handelte noch die Alliierten durch falsche Aufklärung falsche Ziele bombardierten. Im Gegenteil sollte ein breiter Bombenteppich die Moral eine der letzten Garnisonsstädte im Osten Deutschlands brechen und bestehende Infrastruktur umfassend zerstören.

Bundesarchiv, Bild 183-Z0309-310 / G. Beyer / CC-BY-SA 3.0

Das Gedenken an die verheerenden Angriffe, bei denen auch die bekannte Frauenkirche fast vollständig zerstört wurde, ist heute schwerer denn je. Erst kürzlich zerstörten Linke ein Denkmal in Dresden und Historiker unterbieten sich bis heute mit den Zahlen der Todesopfer. Die Tage dienen linken bis antideutschen Gruppierungen als Feiertage, Grünen-Politiker Matthias Oomen forderte in einem Tweet von 2016 gar eine Wiederholung.

Es stellt sich hier keine moralische Frage, über die Bösartigkeit der Bombardierung oder der heutigen Reaktionen, sondern nur die Erkenntnis, dass es Menschen gibt, die für Deutschland und seine Bewohner nur das Schlechteste wollen.

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