Historischer Kalender – Kalenderwoche 2

-

Ein Blick in die Geschichte lohnt sich immer – unser Redakteur Mike Gutsing stellt wöchentlich drei ausgewählte Ereignisse, die herausstechen, vor. Diese Woche: Ein Grundgesetz des Mittelalters, ein besonderer Pädagoge und der letzte Ungar!

10.1. Mittelalterliches Grundgesetz

Am 10. Januar 1356 wurde mit der Goldenen Bulle von Kaiser Karl IV. eine Urkunde unterzeichnet, die vom Historiker Peter Moraw als einen der »bedeutendsten mittelalterlichen Marksteine« bezeichnet wurde. Die Goldene Bulle regelte die Organisation des Heiligen Römischen Reiches bis zu seiner Auflösung im Jahr 1806.

Durch die Bindung der Königswahl an vorgegebene Kurfürsten und der Verrechtlichung von Steuer-, Zoll und Nachfolgeregelungen stabilisierte die Urkunde das Reich. Die Vielzahl monarchischer Krisen des 14. Jahrhunderts unter denen andere europäische Staaten litten, konnte das Reich mit dieser Regelung abfedern. Gleichsam erschwerte sie auch Karls Bestrebungen das Heilige Römische Reich in eine Erbmonarchie umzuwandeln.

12.1. »Kopf, Herz und Hand«

Der in Zürich geborene, schweizerdeutsche Pädagoge Johann Heinrich Pestalozzi würde am 12. Januar seinen 276. Geburtstag feiern und ist den meisten aufgrund seines Beitrages zur vorschulischen Bildung von Kindern im Gedächtnis.

Bereits vor der Reformpädagogik des 19. Jahrhunderts befürwortete er die Erziehung von Kindern zum selbstständigen Denken und sah in seinem Ziel nach einer breiten Volksbildung vor allem die Möglichkeit für eine sittliche und kooperative Gesellschaft. Würdigung erfährt seine Arbeit durch die Weiterentwicklung seiner Ideen im Montessori-Modell und die Stiftung seines Namens für eine Vielzahl von Straßen, Schulen und Plätzen.

14.1. Der Letzte des Turul-Geschlechtes

Mit dem Tod des ungarischen Königs Andreas III. starb am 14. Januar 1301 der letzte männliche Erbe des Herrschergeschlechts der Arpaden, dass seit mehr als 300 Jahren im pannonischen Becken über das heutige Ungarn herrschte. Großfürst Árpád war mit seinen magyarischen Stämmen 895 aus der heutigen Ukraine über die Karpaten gezogen, sein Ururenkel wurde als Stephan I. ab 1001 der erste König Ungarns.

Nach der Landnahme führten die Magyaren ihren teilnomadischen Lebensstil fort, erst die vernichtende Niederlage gegen den ostfränkischen König Heinrich I. 955 auf dem Lechfeld zwang sich dauerhaft niederzulassen. Nach dem Aussterben der Arpaden stellten diverse europäische Herrscherfamilien einen oder mehrere Könige bis die Habsburger ab Ferdinand I. (1503 – 1564) ihren Anspruch auf Ungarn bis zur Ausrufung der Republik 1918 verteidigen konnten.

Teilen

spot_img

Letzte Artikel

spot_img

Kategorien

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein