#allesdichtmachen

dimitrij
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#allesdichtmachen

Beitrag von dimitrij »

Was denkt Ihr zur Aktion?

Aus dem Artikel:
Ein guter Teil jener Personen des Öffentlichen Lebens engagierte sich bereits bei den Grünen, bei Refugees Welcome- Aktionen und anderen Aktionen, die in der jeweiligen Öffentlichkeit gern gesehen werden.
Ich halte es für eine sehr gute Entwicklung, dass gerade Schauspieler, die vorher ganz konformistisch im Mainstream mitgewirkt haben, nun einmal öffentlichkeitswirksam erleben, wie es ist, als 'böse' gebrandmarkt zu werden. VOR ALLEM angesichts der ausschließlich positiven Resonanz auf den Videos selbst. Erleben wir gerade einen kleinen Rechtsruck unter Schauspielern?

Honkler
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Re: #allesdichtmachen

Beitrag von Honkler »

Ein Rechtsruck von Schauspielern, bzw. von dieser Branche ist mehr ein Verrücken einer Schachfigur, als eine tatsächliche Positionierung. Das täglich Brot des Schauspielers ist der Jubel der tumben Masse, der eben mit seiner Dienstleistung, die Masse bei der Stange hält.
Theater und Kostümdrama ist bloß das Xanax der Reichen. Und eben diese gut bezahlten Schauspieler verlieren Dank CoVID einen Teil ihres Einkommens.


https://www.instagram.com/tv/COA-_7zp2G ... 61acyiaj9s

Hans Janus
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Re: #allesdichtmachen

Beitrag von Hans Janus »

Der Vergleich mit der Schachfigur stimmt, aber das halte ich gerade für ein gutes Zeichen. Wenn eine Gruppe von relativ bekannten, etablierten Schauspielern sich mit einer gewissen nicht-etablierten politischen oder gesellschaftlichen Strömung gemein macht, ist das ein Zeichen davon, dass diese Strömung an Macht, Zulauf und Unterstützung gewinnt. Schauspieler sind Fähnchen im Wind, was aber auch heißt, dass sie sich nicht in sinkenden Schiffe setzen. Das sieht man ja schon früher bei Liefers in der DDR: Erst lange brav mitmachen, dann 5 Tage vor dem Mauerfall gegen die SED reden. Wenn Schauspieler jetzt diese ganze Coronapolitik kritisieren, ist das ein relativ gutes Zeichen dafür, dass die Ablehnung des status quo zumindest in diesem Punkt ein kritisches Minimum an Anschlussfähigkeit überschritten hat.

dimitrij
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Re: #allesdichtmachen

Beitrag von dimitrij »

Hans Janus hat geschrieben: Montag 26. April 2021, 09:04 Der Vergleich mit der Schachfigur stimmt, aber das halte ich gerade für ein gutes Zeichen. Wenn eine Gruppe von relativ bekannten, etablierten Schauspielern sich mit einer gewissen nicht-etablierten politischen oder gesellschaftlichen Strömung gemein macht, ist das ein Zeichen davon, dass diese Strömung an Macht, Zulauf und Unterstützung gewinnt. Schauspieler sind Fähnchen im Wind, was aber auch heißt, dass sie sich nicht in sinkenden Schiffe setzen. Das sieht man ja schon früher bei Liefers in der DDR: Erst lange brav mitmachen, dann 5 Tage vor dem Mauerfall gegen die SED reden. Wenn Schauspieler jetzt diese ganze Coronapolitik kritisieren, ist das ein relativ gutes Zeichen dafür, dass die Ablehnung des status quo zumindest in diesem Punkt ein kritisches Minimum an Anschlussfähigkeit überschritten hat.
Sehe ich ähnlich, zumal wir uns das vielleicht subjektiv nicht vorstellen können, aber es gibt sehr viele Leute, für die die Meinung von Schauspielern etc. erhebliches Gewicht hat. Die Hunderttausenden, die jetzt die Videos von Liefers et. al. gesehen haben, wurden nun zum ersten Mal mit "Etablierten"/"Guten" konfrontiert, die das offizielle Narrativ in Frage stellen.

PetrosiliusZ
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Re: #allesdichtmachen

Beitrag von PetrosiliusZ »

dimitrij hat geschrieben: Dienstag 27. April 2021, 15:34
Hans Janus hat geschrieben: Montag 26. April 2021, 09:04 Der Vergleich mit der Schachfigur stimmt, aber das halte ich gerade für ein gutes Zeichen. Wenn eine Gruppe von relativ bekannten, etablierten Schauspielern sich mit einer gewissen nicht-etablierten politischen oder gesellschaftlichen Strömung gemein macht, ist das ein Zeichen davon, dass diese Strömung an Macht, Zulauf und Unterstützung gewinnt. Schauspieler sind Fähnchen im Wind, was aber auch heißt, dass sie sich nicht in sinkenden Schiffe setzen. Das sieht man ja schon früher bei Liefers in der DDR: Erst lange brav mitmachen, dann 5 Tage vor dem Mauerfall gegen die SED reden. Wenn Schauspieler jetzt diese ganze Coronapolitik kritisieren, ist das ein relativ gutes Zeichen dafür, dass die Ablehnung des status quo zumindest in diesem Punkt ein kritisches Minimum an Anschlussfähigkeit überschritten hat.
Sehe ich ähnlich, zumal wir uns das vielleicht subjektiv nicht vorstellen können, aber es gibt sehr viele Leute, für die die Meinung von Schauspielern etc. erhebliches Gewicht hat. Die Hunderttausenden, die jetzt die Videos von Liefers et. al. gesehen haben, wurden nun zum ersten Mal mit "Etablierten"/"Guten" konfrontiert, die das offizielle Narrativ in Frage stellen.

Ich sehe das auch als ein - wirklich lang ersehntes - positives Zeichen. Man darf dabei nicht vergessen, dass gerade die Schauspieler in der BRD zu einem sehr hohen Grad von Staatsgeld abhängig sind. Viele deutsche Fernsehproduktionen werden vom Staatsfunk beauftragt, praktisch alle Theater brauchen öffentliche Gelder und es wird auch kein Film mit diesen Leuten ohne öffentliche Förderung gedreht. Insofern sind sie ein hohes Risiko eingegangen. Dass man sich ein früheres Engagement gewünscht hätte ist auch klar, aber besser jetzt als nie. Dass auf massiven Druck einige "widerrufen" haben ist eigentlich bezüglich der Überzeugungskraft fast schon besser, denn damit haben die Gegner das Argument der Schauspieler auf das Deutlichste selbst bewiesen.

Eine Sache wirft bei mir Fragen auf: Offensichtlich hat es ja eine längere Vorbereitungs- und Koordinierungsphase für das Ganze gegeben. Sicherlich wurden auch Leute angesprochen, die dann letzten Endes nicht mitgemacht haben. Muss man dann nicht davon ausgehen, dass irgendwas vorab schon an Verantwortliche in Politik oder Staatsfunk durchgesickert ist? Und falls ja, wäre dann nicht mit irgend einer präventiven Gegen- oder Ablenkungsaktion zu rechnen gewesen?

Flojako
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Re: #allesdichtmachen

Beitrag von Flojako »

PetrosiliusZ hat geschrieben: Dienstag 27. April 2021, 16:27
Eine Sache wirft bei mir Fragen auf: Offensichtlich hat es ja eine längere Vorbereitungs- und Koordinierungsphase für das Ganze gegeben. Sicherlich wurden auch Leute angesprochen, die dann letzten Endes nicht mitgemacht haben. Muss man dann nicht davon ausgehen, dass irgendwas vorab schon an Verantwortliche in Politik oder Staatsfunk durchgesickert ist? Und falls ja, wäre dann nicht mit irgend einer präventiven Gegen- oder Ablenkungsaktion zu rechnen gewesen?
Ich habe heute beim Aufräumen in den aktuellen "indubio"-Podcast - genauer: "Flg.121 – Schauspieler im Grabenkampf" - reingehört und, sofern ich mich nicht irre, wurde im Verlaufe des Podcasts angemerkt, dass diese Aktion - zumindest in bestimmten Kreisen - nicht ganz überraschend war. Bin mir da aber eben nicht ganz sicher.

Eigentlich finde ich besagte Aktion anerkennenswert, denn freilich haben die dort beteiligten Schauspieler ein gewisses Risiko auf sich genommen, allerdings erachte ich folgende Punkte für recht problematisch:
1. Die Rücknahme mehrerer Videos führt letztlich auch zu einer medialen Schwächung der Aktion, wobei ich das "Einknicken" mancher Schauspieler nicht einfach verurteilen möchte (abgesehen von dem Bedürfnis nach sozialer Anerkennung sind finanzielle Interesse oder gar die berufliche Zukunft zu beachten).
2. Die satirischen/ironischen/zynischen Beiträge müssten eigentlich von klaren, ernsthaften Statements - oder einer offiziellen Erklärung - begleitet werden: Die Videos als Mittel zur Erzeugung von Aufmerksamkeit, um im weiteren Verlauf die Zuschauer mit einer konkreten Haltung zu konfrontieren. Es wurde zwar scheinbar bewusst auf derlei verzichtet, aber damit fehlt auch ein Anknüpfungspunkt für eine kritische Bewegung.

Emil
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Re: #allesdichtmachen

Beitrag von Emil »

Das letzte Video von Hanns Zischler nimmt die Reaktionen der Medien eigentlich bereits Vorweg. Er hat also geahnt was da kommen wird. https://youtu.be/rfmwnVx7DNk
Eigentlich hätte ich vermutet das die Ihre Videos gegenseitig kannten und wussten was da folgen würde. Dagegen spricht wie viele Umgefallen sind und meinen ihre Kunstfreiheit jetzt begründen zu müssen. Liefers gab in der ZEIT heute sogar ein Interview. — Wie naiv muss man sein der ZEIT ein Interview zu geben? Glaub nur ich das dass die Message viel stärker und für sich selbst sprechen würde wenn man nicht mit den Medien gesprochen hätte?

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