Kunst und Kultur

Flojako
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Kunst und Kultur

Beitrag von Flojako »

Ich wollte mal die Admins und zugleich in Runde fragen, ob Interesse an Themen wie bspw. "(rechts-)konservative Literatur, Musik und Filme/Serien" besteht, also im weitesten Sinne Künstler und deren Werke, welche in irgendeiner Form als "(rechts-)konservativ" angesehen werden können, und, wenn ja, inwiefern derlei Themen im Bereich "Geschichte und Kultur" oder doch eher im Bereich "Offtopic" anzusiedeln sind.

Gewiss handelt es sich bei derlei Themen um "Forumsklassiker", aber vielleicht kommen da auch spannende Themen auf.

dimitrij
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Re: Kunst und Kultur

Beitrag von dimitrij »

Literatur, Musik und Film passt m.M.n. hier gut rein.

dimitrij
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Re: Kunst und Kultur

Beitrag von dimitrij »

Ich fange dann auch gleich mal an mit einem Lied, das mir sehr gut gefallen hat:

https://youtu.be/WR14Y3gwZck

Flojako
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Re: Kunst und Kultur

Beitrag von Flojako »

Mich würde auch interessieren, ob Künstler wie "Danger Dan" in irgendeiner Form stolz auf solch eher primitiven Ergüsse sind. Es zeugt ja nicht von besonderer Größe, Personen, die im medialen Mainstream ohnehin stets Gegenstand vehementer Kritik sind, noch zusätzlich - zumal mit recht kleingeistigem Geschwätz! - verbal anzugreifen, o.ä. Es wird oft behauptet, man müsse in der heutigen Zeit nur die richtige Haltung zeigen, um erfolgreich zu sein, nur kann ich hier so etwas wie Haltung in derlei Fällen gar nicht mehr wahrnehmen. Das ist nichts anderes als moralinsaure Kalkulation.

dimitrij
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Re: Kunst und Kultur

Beitrag von dimitrij »

Danger Dan lässt sich in seinem Video ja selbst mit Torte und Tomate bewerfen; ich gehe davon aus, dass er auch hinter den Kulissen nicht das größte Selbstwertgefühl hat. So einen Auftritt mit dem Antifa-Pianisten Levit bei Böhmermann kriegt man mit Sicherheit nicht umsonst.

Wir dürfen nicht vergessen, dass auch Daniel Pongratz aka Danger Dan ein Mensch wie wir ist. Ob er ohne Drogen nachts gut schlafen kann, wenn er auf sein bisheriges Leben zurückschaut?

Flojako
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Re: Kunst und Kultur

Beitrag von Flojako »

Es ist eben diese Ambivalenz, sich moralisch zu geben, wo moralisch eigentlich nichts mehr zu holen ist (oder überhaupt jemals wirklich was zu holen war).

Ich meine, wenn er sich denkt: "Fuck off, ich hole mir den Fame!", dann kann ich das durchaus respektieren, immerhin ist die ganze Sache ja nicht ganz unerfolgreich verlaufen (das Publikum hat's gefressen). Allerdings steht mit einer solchen "Haltung" der künstlerische Wert in Frage, folglich auch die eigene Arbeit (das hat ja fast Dienstleistungscharakter).

Erfreuen wir uns doch lieber an Künstlern, die vielleicht etwas mehr zu sagen haben oder deren Kreativität abseits von politischer Agitation zu überzeugen weiß.

PetrosiliusZ
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Re: Kunst und Kultur

Beitrag von PetrosiliusZ »

dimitrij hat geschrieben: Freitag 16. April 2021, 05:14 Danger Dan lässt sich in seinem Video ja selbst mit Torte und Tomate bewerfen; ich gehe davon aus, dass er auch hinter den Kulissen nicht das größte Selbstwertgefühl hat. So einen Auftritt mit dem Antifa-Pianisten Levit bei Böhmermann kriegt man mit Sicherheit nicht umsonst.

Wir dürfen nicht vergessen, dass auch Daniel Pongratz aka Danger Dan ein Mensch wie wir ist. Ob er ohne Drogen nachts gut schlafen kann, wenn er auf sein bisheriges Leben zurückschaut?
Kulturelle Themen halte ich auch für sehr wichtig und die Antwort auf Danger Dan für sehr gelungen. Es gibt aber auch viel Literatur, Musik, Kunst etc., die vielleicht gar nicht so vordergründig (tages-)politisch ist, die sich aber dennoch in irgendeiner Weise mit einer konservativen Einstellung deckt oder diese befördert. Kann man da zu bestimmten Genres, Stilrichtungen oder Künstlern Muster aufzeigen, die in eine bestimmte politische Richtung führen, womöglich sogar für sie selbst unbewusst? George Orwell (der ja neben 1984 und Animal Farm weitere Bücher geschrieben hat) etwa ist für mich ein zunächst linker Autor, der aber in eine konservative Richtung weist und heutzutage wohl neurechts wäre.

Flojako
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Re: Kunst und Kultur

Beitrag von Flojako »

George Orwell ist ein hervorragendes Beispiel für einen eigentlich linken Autoren, der sich kritisch mit linker Politik auseinandersetzte. Dadurch hat er erreicht, dass seine Werke grundlegende Probleme thematisieren, die im gesamten politischen Spektrum regelmäßig von Interesse sein dürften. Angesichts der vergangenen politischen Entwicklungen im linken Bereich könnte ich mir durchaus ebenfalls vorstellen, dass er für (neu-)rechtes Denken offen wäre, würde er heute (noch) leben. Guter Hinweis!

dimitrij
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Re: Kunst und Kultur

Beitrag von dimitrij »

PetrosiliusZ hat geschrieben: Freitag 16. April 2021, 09:47
dimitrij hat geschrieben: Freitag 16. April 2021, 05:14 Danger Dan lässt sich in seinem Video ja selbst mit Torte und Tomate bewerfen; ich gehe davon aus, dass er auch hinter den Kulissen nicht das größte Selbstwertgefühl hat. So einen Auftritt mit dem Antifa-Pianisten Levit bei Böhmermann kriegt man mit Sicherheit nicht umsonst.

Wir dürfen nicht vergessen, dass auch Daniel Pongratz aka Danger Dan ein Mensch wie wir ist. Ob er ohne Drogen nachts gut schlafen kann, wenn er auf sein bisheriges Leben zurückschaut?
Kulturelle Themen halte ich auch für sehr wichtig und die Antwort auf Danger Dan für sehr gelungen. Es gibt aber auch viel Literatur, Musik, Kunst etc., die vielleicht gar nicht so vordergründig (tages-)politisch ist, die sich aber dennoch in irgendeiner Weise mit einer konservativen Einstellung deckt oder diese befördert. Kann man da zu bestimmten Genres, Stilrichtungen oder Künstlern Muster aufzeigen, die in eine bestimmte politische Richtung führen, womöglich sogar für sie selbst unbewusst? George Orwell (der ja neben 1984 und Animal Farm weitere Bücher geschrieben hat) etwa ist für mich ein zunächst linker Autor, der aber in eine konservative Richtung weist und heutzutage wohl neurechts wäre.
Ich muss sagen, dass ich mit Orwell nicht besonders viel anfangen kann. Klar sind 1984 und Animal Farm Klassiker, aber die Botschaft ist doch für heutige Leser überhaupt nicht mehr neu, weil viel zu oft schon popkulturell verarbeitet. Zumal der Animal Farm - mäßige oldschool Bolschewismus gar nicht mehr existiert...

PetrosiliusZ
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Re: Kunst und Kultur

Beitrag von PetrosiliusZ »

dimitrij hat geschrieben: Montag 19. April 2021, 18:17
PetrosiliusZ hat geschrieben: Freitag 16. April 2021, 09:47
dimitrij hat geschrieben: Freitag 16. April 2021, 05:14 Danger Dan lässt sich in seinem Video ja selbst mit Torte und Tomate bewerfen; ich gehe davon aus, dass er auch hinter den Kulissen nicht das größte Selbstwertgefühl hat. So einen Auftritt mit dem Antifa-Pianisten Levit bei Böhmermann kriegt man mit Sicherheit nicht umsonst.

Wir dürfen nicht vergessen, dass auch Daniel Pongratz aka Danger Dan ein Mensch wie wir ist. Ob er ohne Drogen nachts gut schlafen kann, wenn er auf sein bisheriges Leben zurückschaut?
Kulturelle Themen halte ich auch für sehr wichtig und die Antwort auf Danger Dan für sehr gelungen. Es gibt aber auch viel Literatur, Musik, Kunst etc., die vielleicht gar nicht so vordergründig (tages-)politisch ist, die sich aber dennoch in irgendeiner Weise mit einer konservativen Einstellung deckt oder diese befördert. Kann man da zu bestimmten Genres, Stilrichtungen oder Künstlern Muster aufzeigen, die in eine bestimmte politische Richtung führen, womöglich sogar für sie selbst unbewusst? George Orwell (der ja neben 1984 und Animal Farm weitere Bücher geschrieben hat) etwa ist für mich ein zunächst linker Autor, der aber in eine konservative Richtung weist und heutzutage wohl neurechts wäre.
Ich muss sagen, dass ich mit Orwell nicht besonders viel anfangen kann. Klar sind 1984 und Animal Farm Klassiker, aber die Botschaft ist doch für heutige Leser überhaupt nicht mehr neu, weil viel zu oft schon popkulturell verarbeitet. Zumal der Animal Farm - mäßige oldschool Bolschewismus gar nicht mehr existiert...
Die Themen aus seinen bekannten Werken sind sowohl in kritischen Kreisen als auch popkulturell nach wie vor wohlbekannt (wobei ich nicht weiß, ob die Rezeption in der Masse dort auch zu den richtigen Schlüssen geführt hat, aber das ist ein anderes Thema).
Es gibt aber auch einen anderen Orwell - eigentlich eher einen _weiteren_ Orwell - der sich ganz hautnah mit englischen Minenarbeitern, Gelegenheitsarbeitern in Paris, dem Kolonialismus sowie dem praktischen Vorgehen totalitärer Ideologen (speziell der Kommunisten im spanischen Bürgerkrieg) eingehend beschäftigt hat. Und in diesen Texten stellt man fest, dass Orwell nicht für eine Utopie, sondern für Anstand und Gerechtigkeit ("justice and common decency") für die Nicht-Mächtigen eintritt und das auch auf Grundlage einer nationalen Identität (in seinem Fall der englischen). Es gibt da eine Stelle, in der er sein Ideal für eine normale Familie beschreibt und ich behaupte mal, dass alle Patrioten das werden unterschreiben können. Aus diesen seinen Texten mögen jetzt für unsereins keine neuen theoretischen Erkenntnisse bei rausspringen, aber es ist deutlich zu erkennen dass er, indem er damals das Gute für den "kleinen Mann" und die Mittelschicht wollte, im Endeffekt zu sehr ähnlichen Ergebnissen wie unser Lager heute kam.

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