EU liefert Waffen an Ukraine – Stimmen und Meinungen

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Der Krieg in der Ukraine wirft ein Volk ins Elend, spaltet politische Lager und schafft neue Tatsachen: Erstmals in ihrer Geschichte will die EU einem Drittstaat Waffen liefern, wie ihre Außenminister am Sonntag beschlossen. Dies vor dem Hintergrund, dass die russische Offensive ihre erste Phase gerade beendet und nun voraussichtlich die eigentliche, viel umfangreichere Invasion beginnt. konflikt hat Stimmen und Meinungen gesammelt zur Frage, wie die Waffenlieferungen der EU einzuschätzen sind.

Erik Ahrens, konflikt-Gründer

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»Die EU will der Ukraine Waffen für 450 Millionen Euro liefern. Damit ist die nächste Eskalationsstufe beschlossene Sache und der Weg zurück zu einer kommunikativen Lösung scheint verbaut. Ich bin kein Militärstratege – aber unsere Regierung und die Eliten in Brüssel sind dies offenbar genauso wenig, weshalb eine kriegerische Auseinandersetzung mit Russland unter ihrer Führung schnell zum schlimmsten möglichen Szenario für Deutschland und Europa werden könnte. Wünschenswert wäre eine Rückkehr zu Gesprächen und Verhandlungen, anstatt den Konflikt weiter anzuheizen.

Gleichzeitig können wir nicht einfach die Augen verschließen, während das ukrainische Volk verzweifelt versucht, seine Heimat gegen russische Angreifer mit Panzer und Raketenartillerie zu verteidigen. Praktische Unterstützung könnte in Form von defensiver Ausrüstung, humanitärer Hilfe, medizinischer Versorgung und ausreichenden Fluchtmöglichkeiten für die Ukrainer bestehen – während gleichzeitig das deeskalierende Gespräch gesucht wird. Doch dafür bräuchte es einsichtige und verantwortungsbewusste Politiker, für die Patriotismus mehr ist als ein bloßes rhetorisches Werkzeug in Krisenzeiten. Solange wir keinen politischen Wandel im Innern haben, werden wir solchen Krisen im Äußeren weiter hilflos gegenüberstehen.«

Daniel Haseloff, Landesvorstand AfD Thüringen

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»Ein Feuer kann man nicht mit Benzin löschen. Ich lehne jegliche Waffenlieferungen in die Ukraine ab. Deutschland sollte als Vermittler auftreten und den Konflikt nicht weiter anheizen. Es stimmt mich positiv, das Viktor Orban jegliche Waffenlieferungen durch sein Land blockieren wird. Wieder einmal kommt die Stimme der Vernunft aus Ungarn. Um zur Deeskalation beizutragen, kann Deutschlands Rolle nur eine neutrale sein.«

Joachim Paul, MdL Rheinland-Pfalz, Bundesvorstand AfD

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»Deutschland steht vor einer schwierigen Entscheidung. Jede weitere Waffenlieferung könnte den Krieg ausweiten. Die Bilder von verzweifelt Widerstand leistenden Ukrainern haben aber insbesondere in den Visegrad-Staaten – EU und NATO-Mitgliedern – zu einer Welle der Solidarität geführt. Aus diesen Ländern werden Waffenlieferungen noch zunehmen. Im Prinzip will Putin die Ukraine mit einer Masse an in Teilen veralteten Panzerfahrzeugen erdrücken – so wohl seine Strategie. Modernen Panzerabwehrwaffen wie ‚Javelin‘ und verwandten europäischen Systemen kommen nun eine Schlüsselrolle zu. Sie können von einfachen Soldaten auf dem Boden abgefeuert werden. Es wird also zunehmend heikel werden, Realpolitik und unter dem Strich als defensiv wahrnehmbare, aber militärisch effektive Waffenlieferungen auszutarieren.«

Carlo Clemens, JA-Bundesvorsitzender

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Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine ist der Krieg nach Europa zurückgekehrt. Zehn Thesen der Jungen Alternative zur aktuellen Lage: 

1. Wir gedenken aller Kriegstoten. Der Krieg muss schnellstmöglich enden und alle beteiligten Staaten an den Verhandlungstisch zurückkehren. 

2. Deutschland sollte die Anrainerstaaten bei der Aufnahme echter Kriegsflüchtlinge unterstützen und ggf. gemeinsam mit weiteren Staaten in begrenztem Maße selbst Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine Asyl auf Zeit gewähren.

3. Russland hat das Völkerrecht gebrochen. Diese durch nichts zu entschuldigende Eskalation ist in ihrer Entstehung vom Westen mit provoziert, bedingt durch westliche Interventionspolitik und mangelnde Berücksichtigung legitimer russischer Sicherheitsinteressen. Auch das gehört zur Wahrheit.

4. Man kann die geopolitische Agenda von NATO, USA und Westen ablehnen. Nur darf diese Ablehnung nie im Umkehrschluss zu einer Anbiederung an Moskau und zu einer Relativierung der Aggression Russlands gegen die Ukraine führen. Eine solche Anbiederung ist ein Zeichen der eigenen Ohnmacht, der Schwäche, des Ersatzpatriotismus. Wer Verhandler sein will und nicht Verhandlungsmasse, darf sich nicht selbstverzwergen.

5. Wer stark und souverän sein will, muss aufrüsten. Entsprechend begrüßen wir die Entscheidung der Bundesregierung, mehr Geld in die Aufrüstung und Modernisierung der Bundeswehr zu investieren. Hätte die Bundesregierung diese alte AfD-Forderung früher umgesetzt, könnte Deutschland als Vermittler in diesem Konflikt eine viel bedeutendere Rolle einnehmen. So aber sind wir ein außenpolitisches Nullum und nicht ernst zu nehmen. Sich bloß auf das Völkerrecht und seine Bündnispartner zu verlassen, ist zu wenig und reicht im Ernstfall nur zur Symbolpolitik, zum Moralisieren, zur feministischen Außenpolitik – all das Symptome eigener Ohnmacht, die vom Gegenüber auch so wahrgenommen werden. 

6. Die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht in Deutschland ist geboten. Es ist, wie es Thukydides schon sinngemäß sagte: Recht könne nur zwischen Gleichstarken gelten. Bei ungleichen Kräfteverhältnissen tue der Starke, was er könne, und der Schwache, was er müsse. Wer Können und nicht Müssen will, braucht eine wehrfähige Armee.

7. Der nationale Unabhängigkeitskampf der Ukrainer ist heroisch, ehrenhaft und imponierend. Er kann, auch wenn er am Ende nicht zum politischen und militärischen Erfolg führen sollte, zum Mythos werden. Ein enormer Kontrast zum hiesigen Postheroismus, bei dem es im Ernstfall maximal zum Maulheldentum reicht. Es ist interessant, wie empfänglich politmediale Eliten und Meinungsmacher der Bundesrepublik plötzlich für ausländischen Patriotismus, toxische Männlichkeit und Heroismus sind: Im Schützengraben gibt es keine 67 Geschlechter, keine Frauenquoten, keinen politisch-korrekten Wokism. Für all das wird dort nicht gekämpft. 

8. Die Anerkennung des ukrainischen Kampfesmuts darf nicht dazu führen, dass die Ukraine verheizt wird. Sonst droht die Lage zu eskalieren. EU- und NATO-Beitrittsüberlegungen und Waffenlieferungen tun aber genau das. Jetzt ist ein kühler Kopf gefragt: Diplomatie statt Bomben. Die Ukraine muss, im eigenen Interesse, neutral bleiben und darf nicht länger Spielball von Hegemonialmächten sein.

9. Perspektivisch ist darauf hinzuarbeiten, Russland nicht vollends zu isolieren. Es hat sich gezeigt, dass die Sanktionspolitik die Eskalation befördert und nicht verhindert hat. Im aktuellen Konfliktfall können Sanktionsmaßnahmen zwar Druck aufbauen und sinnvoll sein, aber auf lange Sicht sollte man, im gegenseitigen Interesse, eine interessen- und nicht wertegeleitete Außen- und Handelspolitik führen.

10. Man kann die von Russland ausgehende Aggression ablehnen, ohne gleich russische Staatsbürger zu Menschen zweiter Klasse zu degradieren. Dass sich Gratismutwutbürger dabei gerade besonders hervortun, zeigt deren Doppelmoral. Wir lehnen Doppelmoral und Sippenhaft ab und respektieren unsere russischen Freunde und Mitbürger.

Marvin T. Neumann, Publizist

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»Nein.«

Michael Scharfmüller, Herausgeber von »Info Direkt« (Österreich)

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Österreich hat sich 1955 zur immerwährenden Neutralität verpflichtet. Diese Verpflichtung sollte die Regierung ernst nehmen. Als wirklich neutrales Land könnte sich Österreich den beiden Kriegsparteien als Mediator anbieten. Eine mögliche Konfliktlösung wäre, die Ukraine als wirklich neutralen Pufferstaat zwischen Russland und dem Westen zu begreifen, wie das der EU-Abgeordnete Maximilian Krah (AfD) vorgeschlagen hat. Damit diese Lösung klappen kann, müssten Deutschland und die EU eine eigenständige Position einnehmen, anstatt weiter das nachzubeten, was aus den USA vorgegeben wird.

Ich war bereits 2005 in der Ukraine und habe damals mit vielen Patrioten gesprochen. Ich verstehe, dass sie den russischen Einfluss auf ihr Land beenden wollen. Mit der Anbindung an den Westen kommen sie jedoch vom Regen in die Traufe. Wer das nicht glaubt, braucht nur einen Blick in eine x-beliebige westeuropäische Großstadt werfen. Eine neutrale Ukraine, die keinem militärischen und keinem wirtschaftlichen Bündnis beitritt, sich als eigenständiges Land aber selbst aussuchen kann, mit wem es Handel betreibt, sollte im Interesse Russlands, der Ukraine und Europas sein. Dieser Lösung stehen „nur“ transatlantische Absichten entgegen. Sich davon zu befreien – ohne sich Russland um den Hals zu werfen -, sollte das Hauptanliegen eines jeden Patrioten sein – egal wo er in Europa lebt.

Julian Schernthaner, Publizist

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»Wenn ‚Flinten-Uschi‘ davon spricht, dass die Ukrainer für ‚universelle‘ oder ‚europäische‘ Werte sterben würden, schaudert mir. Hier geht es offenkundig weniger darum, ein Land in einem patriotischen Kampf gegen einen Aggressor zu verteidigen, sondern darum, kontinentale und globale Machtsphären neu zu ordnen. Gerade Deutschland mit seiner Erfahrung als Spielball des Ost-West-Konflikts und Österreich als neutrales Land, das schon im Kalten Krieg als Vermittlerin glänzte, sollten davon Abstand nehmen, irgendwelche Rüstungsgüter oder Kriegsmaterial in die Krisenregion zu liefern. Man würde sich einerseits zur Zielscheibe machen, was einen ‚doppelten Bündnisfall‘ auslösen kann – und anderseits alle wirtschaftlichen Brücken verbrennen. Die Profiteure der drohenden jahrelangen Instabilität in Europa sitzen jenseits des Atlantik und in Fernost und können sich das Schauspiel seelenruhig ansehen: Im Wissen, dass wir einst als Bittsteller wiederkommen müssten. Ein Krieg in Europa schadet ganz Europa – einschließlich beiden aktuellen, unmittelbaren Konfliktparteien, unabhängig des Ausgangs.«

Johann Martel, Kreisvorsitzender AfD Neckar-Odenwald

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»In dieser Frage ist meine Position klar: Es darf keinerlei Waffen- oder Rüstungslieferungen an die Ukraine geben.
Wenn wir der Ukraine bei der militärischen Aufrüstung helfen, wäre die Bundesrepublik passiv in einen Krieg involviert, der sich aufgrund dieser Tatsachen zu einem innereuropäischen Krieg entwickeln könnte. Kein Deutscher dürfte ein ernsthaftes Interesse daran haben. Meine Lösung ist der Dialog zwischen den einzelnen Kriegsparteien. Dabei erwarte ich jedoch Entgegenkommen von allen Parteien: Zum einen sollte Putin seine Kriegsoperationen einstellen, was ich begrüßen würde, zum anderen dürfen sich die Diplomaten vieler Länder, vor allem der NATO-Mitgliedsstaaten, nicht so kindisch verhalten wie soeben im UN-Menschenrechtsrat dem russischen Außenminister Lawrow gegenüber. Ich halte eine Bekräftigung des Minsker Abkommens seitens aller beteiligten Parteien für maßgeblich, um den Konflikt beizulegen.«

Benedikt Kaiser, Publizist

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»’Krieg dem Krieg!‘ – das konkretisiert man in diesem Konflikt gewiss nicht mit Waffenlieferungen an die Ukraine. Man wäre ansonsten selbst erst indirekt, später vielleicht direkt Interventionspartei. Die »Falken« des Westens könnten damit ihrem alten Ziel aus der Epoche des Kalten Krieges näherkommen. Auf Kosten des ukrainischen Volkes. Denn die Ukrainer leiden – einerlei ob und wie sie sich politisch positionieren – unter den Verhältnissen. Nicht die Schreibtischstrategen des altbekannten, aggressiv-kämpferischen Westlertums, nicht der nunmehrige Angreifer Putin.

There is no alternative zur Rückkehr an den Verhandlungstisch. Wenn die Ukraine und Russland, die so oder so dauerhaft nebeneinander – oder, besser, miteinander! – leben müssen, einen nachhaltigen Frieden wollen, dann muss es eine diplomatische Lösung geben. Ob als Ergebnis dieser Lösung die finale Anerkennung der Krim und des Donbas als russische Gebiete oder als mit der Ukraine konföderierte autonome Gebietskörperschaften steht – das ist Sache der Ukrainer und der Russen. Hätten wir eine konstruktive, unseren deutschen und europäischen Interessen verpflichtete Regierung, müsste sie künftig die originäre Rolle als ‚ehrlicher Makler‘ zwischen den Fronten einnehmen, nicht die eines potenziellen Waffenlieferanten.

Die Ukraine ist Teil Europas und zugleich Brücke nach Russland. Als benachbarter Großraum ist auch dieses große Land ein essenzieller Partner – der Konflikt muss daher mit einem Friedensschluss enden und darf nicht weiter eskalieren. Geostrategisch profitieren ansonsten lediglich Washington und Peking.«

Bernhard Zimniok, MdEP AfD

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»In der AfD besteht in Bezug auf die beschlossenen Waffenlieferungen an die Ukraine Einigkeit. Wir lehnen das rigoros ab. Bei allem Verständnis für die Ukraine und deren Situation: Waffenlieferungen sorgen für eine weitere Eskalation, für mehr Tote auf beiden Seiten und eine Verlängerung des Krieges. Man sollte auch die innenpolitische Lage Putins mit einbeziehen. Er scheint den beeindruckenden Willen der Ukrainer zur Verteidigung ihres Vaterlandes völlig unterschätzt zu haben. Gleiches gilt für die Reaktion aus dem Westen. Natürlich wird er Sanktionen einkalkuliert haben.

Was vom EU-Parlament aber beschlossen wurde, nämlich der vollständige Ausschluss Russlands aus quasi jedem Bereich, wird er sicherlich nicht erwartet haben. Die politisch Verantwortlichen sollten sich der Gefahr bewusst sein, zu was ein in die Ecke gedrängter Putin fähig ist. Es geht schlicht um sein politisches Überleben. Wir plädieren daher ganz klar dafür, ihn an den Verhandlungstisch zu zwingen. Und das geht nur, indem man auch auf ihn zugeht – was nichts mit ‚Putinversteher‘ zu tun hat. Es sind schlicht die Gesetze der internationalen Machtpolitik.«

Jan R. Behr, Schatzmeister JA Sachsen

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»Der Konflikt kann nicht militärisch gelöst werden: Beide Seiten sollten an einem neutralen Verhandlungstisch eine gesichtswahrende Lösung anstreben, bei der beide Zugeständnisse machen werden müssen. Dies könnte eine neutrale Zone unter internationalem Schutz und eigener Staatlichkeit sein.

Waffenlieferungen an eine Konfliktpartei, mit dem Ziel, den Konflikt militärisch und nicht über Verhandlungen lösen zu wollen, führen zu weiterem Blutvergießen, zu weiteren Flüchtlingsströmen und feuern den Krieg an. Dies kann nicht in deutschem Interesse sein.«

Martin Lichtmesz, Publizist

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»Deutschland und Österreich sollten neutral bleiben und auf keinen Fall Waffen liefern und damit in einen Proxy-Krieg mit Russland einsteigen. Zumindest Österreich sollte das leichter fallen, denn wir sind nicht in der NATO und haben uns der „immerwährenden Neutralität“ verschrieben. Aber auch an dieser alten heiligen Kuh wird gesägt: Laut Nehammer haben die Neutralität uns die ‚Sowjetkommunisten aufgezwungen‘.«

Andrew Korybko, geopolitischer Analyst und Journalist, Moskau

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»Die versprochenen Waffenlieferungen der EU an die Ukraine werden nicht nur den dortigen Konflikt physisch verschärfen, sondern auch den europäischen Block zur indirekten Kampfpartei machen. Somit können sie als der letzte, von den USA gehämmerte Nagel im Sarg der Russland-EU-Beziehung verstanden werden, wenn man betrachtet, wie Washington die Fäden im Verhalten seiner Juniorpartner zieht und sie zu diesem Schritt bringt. Dies wiederum ist ein großer strategischer Sieg für den schwächelnden unipolaren Hegemon (USA), der nun in der Lage ist,, seinen Führungsanspruch in Europa zu erneuern – indem alle von ihm geführten Länder nun auf eine anti-Russland Linie ausgerichtet werden.

Es ist unklar, wie Moskau reagieren wird, aber der Kremel hat bereits versprochen, auf die eine oder andere nicht-spezifizierte Weise zu handeln. Wenn die Energelieferungen unterbrochen werden – entweder auf Initiative der EU, die dabei von den USA gestützt werden, um die Spannungen mit Russland weiter zu eskalieren, oder auch aufgrund einer Antwort aus Moskau – dann könnten die wirtschaftlichen Auswirkungen für den europäischen Block verheerend sein und ihre Probleme, die noch von der Covid-19-Pandemie herrühren, weiter verschlimmern.

Die größere Entwicklung geht dahin, dass der US-geführte Westen sich von Russland abkoppelt, ohne Rücksicht auf die daraus resultierenden eigenen Einbußen, welche wiederum die USA dazu befähigen werden, den transatlantischen Raum zum Kern einer sogenannten »demokratischen Weltordnung« zu erklären – welche sie in ihrem neuen Kalten Krieg in Opposition zur von ihnen so bezeichneten »autoritären Weltordnung« Chinas und Russlands anführen wollen. Dieses Szenario wird dann beschleunigt, wenn die USA ihre europäischen Juniorpartner dazu drängen sollten, ihre anti-russische Abkopplungs-Politik schließlich gegen China zu wiederholen. Die Gelegenheit dazu könnte durch eine von den USA fabrizierte Krise in Asien in der nächsten Zukunft entstehen und dann als plausible Erklärung für die Öffentlichkeit dienen, um solche Schritte einzuleiten.«

Spoiler

»The EU’s pledged arms deliveries to Ukraine will not only exacerbate the physical effects of the ongoing conflict there, but also makes the bloc an indirect party to the hostilities. It can be understood as the final US-hammered nail in the coffin of Russian-EU relations seeing as how Washington is the one pulling its transatlantic junior partners‘ strings by getting them to take this unprecedented step. This represents a grand strategic success for the declining unipolar hegemon since it’s now able to comprehensively restore its leadership over Europe by galvanizing everyone under its leadership on a renewed anti-Russian basis.

It’s unclear exactly how Moscow will react but the Kremlin previously promised to respond in some vague manner or another. If energy supplies are disrupted, whether at the EU’s US-backed initiative for further escalating tensions with Russia or as part of Moscow’s response to their earlier moves against it, the economic effects could be devastating for the bloc by worsening its ongoing troubles that were triggered by the consequences of the COVID-19 pandemic.

The larger trend at play is that the US-led West is ‚decoupling‘ itself from Russia in spite of the self-inflicted pain that will cause, which will in turn enable America to declare the transatlantic space to be the core of the so-called ‚Democratic World Order‘ that it aspires to lead in the New Cold War in opposition to what it earlier claimed was the so-called ‚Authoritarian World Order‘ jointly led by Russia and China. This scenario trajectory will accelerate if the US subsequently pressures its junior European partners to replicate their anti-Russian ‚decoupling‘ policies by eventually taking similar steps against China, ones which might be triggered by an American-manufactured crisis in Asia sometime in the coming future to serve as the publicly plausible pretext.«

Roger Beckamp, MdB Nordrhein-Westfalen AfD

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»’Das Ergebnis unseres ungleichen Kampfes konnte kein anderes sein als die Niederlage Finnlands. Die Frage lautete nur, wie lange es uns gelingen würde, uns zu verteidigen, und ob die neue Regierung in dieser kurzen Zeit die Möglichkeit haben würde, Frieden zu schließen,‘ so äußerte sich Rainer von Fieandt, ein Minister der finnischen Regierung Ryti zum Verlauf des sowjetisch-finnischen Winterkrieges 1939/40.

Und in der Tat, der tapfere Widerstand der an Zahl und Ausrüstung weit unterlegenen Finnen gegen die Rote Armee führte zu ungeahnten Erfolgen. Die Übermacht der sowjetischen Dampfwalze führte dann jedoch im März 1940 zu einem Friedensschluss mit weitgehenden Konzessionen Finnlands. Während des Krieges wurde Finnland von vielen Staaten mit Waffen und auch von Freiwilligen unterstützt, das meiste kam spät, zu spät. Die Finnen kämpften, aus meiner Sicht, gegen eine ganz ähnliche imperiale Übergriffigkeit wie die Ukraine heute.

Und es geht hier eben nicht um den Kampf auf entfernten Erdteilen, wie der immer wieder verratenen Kurden oder völlig undurchschaubares mörderisches Hin und Her auf dem schwarzen Kontinent. Auch da hätte ich durchaus Sympathie für den einen oder anderen, wäre aber grundsätzlich nicht dafür sich einzumischen. Anders ist dies m.E. bei Europäern mit denen ich mich grundsätzlich deutlich mehr verbunden fühle als mit dem Rest der Welt. Ich fühle mich diese Menschen zugehörig.

Das gilt für Ukrainer wie für Russen, nicht aber für Putin. Daher hoffe ich, dass die Ukraine zumindest so lange durchhält bis ein Frieden möglich ist, der dieses Volk als solches und in seiner Staatlichkeit überleben lässt. Und um das zu erreichen und schlichtweg für ihre Heimat kämpfen zu können, brauchen die Ukrainer Waffen. Ich befürworte es daher, wenn auch wir uns an Waffenlieferungen beteiligen und zwar rasch.

Sofern manche nun angeblich besonnen und nüchtern beiseite stehen wollen, übersetze ich das für mich bei vielen mit geschichtsvergessener Kaltschnäuzigkeit (‚Pech gehabt, da müsst ihr jetzt alleine durch‘) und bei manchen mit der fehlenden Einsicht, dass Putin eben nicht hilfreich beim Kampf gegen Multikulti, Globalismus und Migration ist (‚Putin, rette uns‘), sondern Teil des Problems. Die mutigen Osteuropäer in Polen, dem Baltikum usw. zeigen uns, wie es geht.«

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4 Kommentare

  1. Auch Roger Beckamps Kommentar ist jenseits von Gut und Böse.

    Er tut so, als sei der Krieg zwischen Russland und Ukraine der von zwei gänzlichen souveränen Nationalstaaten – was auch dem Narrativ entsprecht, dem die Mainstream-Medien setzen. Er ignoriert dabei komplett den zu Grunde liegenden geopolitischen und zum Teil auch ideologischen Konflikt, als auch den Charakter und Abhängigkeitsverhältnisse der Regierung in der Ukraine.

    Er ignoriert, dass es sich bei der Ukraine eben mit Nichten um einen defakto „souveränen“ Staat handelt, sondern dass die ukrainische Regierung spätetes seit 2014 durch die USA massiv beeinflusst und finanziell unterstützt wird.

    So sehr seine Sympathie für die ukrainischen Patrioten und Nationalisten, die jetzt für die Unabhängigkeit ihrer Heimat bekämpfen, auch verständlich und unterstützenswert ist. Es ist leider davon auszugehen, dass diese Patrioten, sollte die russische Invasion scheitern, in dieser dann „freien“ Ukraine unter Vorherrschaft der linksliberal-globalistischen US-Eliten dann genauso an den Rand gedrängt und marginalisiert werden, wie die Rechten im Westen.

    Beckamp behauptet, dass Putins Russland „nicht hilfreich“ wäre „beim Kampf gegen Multikulti, Globalismus und Migration ist (‚Putin, rette uns‘), sondern Teil des Problems sei“.
    Warum ausgerechnet das traditionalistische Putin-Russland, das noch dazu die einzig verbliebene Großmacht Europas darstellt, „nicht hilfreich“ für diesen Kampf sein soll, begründet er mit keinem Wort.

    Stattdessen scheint er Polen und die baltischen Staaten als bessere Verbündete der Patrioten in der BRD und Westeuropa in diesem Kampf zu betrachten

    Nur sind Polen und die baltischen Staaten hinsichtlich Bevölkerung, Wirtschaftskraft oder Militär viel zu schwach, um dem Globalismus ernsthaft etwas entgegenzusetzen. Was aber noch schwerer wiegt: Diese Länder befinden sich alle unter Hegemonie des US-Establishments mit samt dessen linksliberal-globalistischen und zunehmend antiweiß-rassistischen Leitideologie.

    Es steht zu befürchten, dass wenn Polen und die baltischen Staaten sich nicht rechtzeitig aus ihrem Bund mit den US-Eliten lösen, diese Länder eine ähnliche Entwicklung nehmen werden wie die BRD. Wir sahen es ja, wie seit spätestens 2015 Polen von den — ebenfalls unter der US-Hegemonie stehenden — Regierungen der westeuropäische Staaten, allen voran der BRD, unter Druck gesetzt wurde, die westeuropäische Asyl- und Migrationspolitik zu übernehmen. Den jüngsten Ansturm an seiner Ostgrenze konnte Polen auch nur deshalb abwehren, indem es geltendes EU-Recht ignorierte.

    Der Grund, warum Polen, Ungarn und andere osteuropäische Länder heute im Vergleich zu westeuropäischen Ländern vergleichsweise konservativ, traditionalistisch und rechts sind, liegt ja nur daran, dass sie erst sehr viel kürzer im direkten Einflussbereich der USA und deren Liberalismus stehen.

  2. Man kann sich über einige Aussagen nur wundern. Die sind teilweise so widersprüchlich und unlogisch, dass man sich fragt, wie die verantwortlichen Autoren die offenkundigen Widersprüche nicht ausfallen.

    Carlo Clemens etwa schreibt:

    „Man kann die geopolitische Agenda von NATO, USA und Westen ablehnen. Nur darf diese Ablehnung nie im Umkehrschluss zu einer Anbiederung an Moskau und zu einer Relativierung der Aggression Russlands gegen die Ukraine führen. Eine solche Anbiederung ist ein Zeichen der eigenen Ohnmacht, der Schwäche, des Ersatzpatriotismus.“

    Anderseits fordert er dann:

    „Wer stark und souverän sein will, muss aufrüsten. Entsprechend begrüßen wir die Entscheidung der Bundesregierung, mehr Geld in die Aufrüstung und Modernisierung der Bundeswehr zu investieren“.

    Die Aufrüstung der Bundeswehr macht eben nicht „uns“ stark. Sie macht weder das deutsche Volk stark noch jene politische Kräfte, die an seinem Wohl und Fortbestand ernsthaft interessiert sind. Denn wer kontrolliert denn die Bundeswehr? Doch eine mittlerweile linksgrüne Regierung, die die ohnehin schon extreme Massen-Migrationspolitik der Vorgängerregierung unter Merkel und die schon seit Jahrzehnten institutionalisierte, unter dem Vorwand des sog. „Kampf gegen Rechtsextremismus“ betriebene Patriotenverfolgung noch auf die Spitze treiben will – und die noch dazu komplett in US-amerikanische Netzwerke eingebunden ist.

    Clemens‘ Ausführungen ignorieren komplett die Realitäten Man möchte in dem Konflikt zwischen Ukraine, USA und Russland eine eigene Verhandlungsposition einnehmen – und ignoriert dabei komplett die realen Machtverhältnisse im Land, d. h. dass die Rechte über keine eigene staatlichen Strukturen verfügt, ja in diesem Staat komplett marginalisiert ist, und fordert dann auch noch die Stärkung von staatlichen Strukturen wie der Bundeswehr, die unter der Kontrolle von Kräften stehen, welche Deutschland schon lange als „Einwanderungsland“ betrachten und den Kampf gegen alles irgendwie Identitäre, Patriotische und Nationale unter den autochthonen Deutschen forcieren.

    Ich finde es entsetzlich, dass selbst kluge Köpfe wie Clemens plötzlich drei zunächst einmal verschiedene Dinge – das deutsche Volk (und dessen Interessen und Wohlergehen), den Staat Bundesrepublik Deutschland sowie die diesen Staat beherrschende Elite – durcheinander wirbeln und faktisch gleichsetzen.

    „Korrigierte Version“.

  3. Roger Beckkamp „Daher hoffe ich, dass die Ukraine zumindest so lange durchhält bis ein Frieden möglich ist, der dieses Volk als solches und in seiner Staatlichkeit überleben lässt.“

    Ein Nationalstaat in den Händen von Globalisten oder aber in den Händen eines Regierung, die unter der Kontrolle eines globalistischen Machtelite einer Großmacht steht, wird früher oder später nur zu einer leeren Hülle werden.

    Die BRD ist – zumindest rein formell betrachtet – auch ein Nationalstaat.

  4. Bildet einen Stuhlkreis mit Sahra Wagenknecht und tanzt deren Namen!
    Ich verstehe euch nicht liebe Putinversteher. Der Untergang des verdammten Kommunismus ist kein Malus. Für was nur ist der deutsche Soldat 1941 gegen Osten ins Feld gezogen? Dafür, dass dieser in Russland nie hinterfragten politischen Lüge Anno 2022 Genugtuung mittels eines Angriffskrieges widerfahren werden soll?!

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