Die Wikipedia – Der Blick eines Akteurs

Wenn der normale und moderne Bürger sich politisch informieren will, gibt er seine Fragen im Internet ein. Diese Suchmaschinen spucken dann auch direkt den passenden Wikipedia-Artikel aus. Damit ist der normale Bürger bereits befriedigt, schließlich vertraut er den Suchmaschinen und der selbsternannten freien Enzyklopädie. Jedoch wird die Wikipedia nicht von neutralen Gelehrten verfasst, jeder kann miteditieren. Die linke Diskurshoheit manifestiert sich folglich auch in der Wikipedia und damit ist klar, dass den normalen Bürger in politischen Artikeln vor allem subjektive Meinungen und absichtlicher Schwindel erwarten können.

Martin Sellner und einige andere Rechte mit Wikipedia-Artikeln werden es kennen. Sie sehen offensichtliche Lügen und falsche Tatsachenbehauptungen in ihren Artikeln. Doch wer fügt diese ein? Besonders fleißig im Artikel von Sellner ist die Nutzerin »Fiona B.«. Ihr realer Name ist Gabriele M., sie schrieb unter anderem für den Focus – seit 2011 schreibt sie jedoch 365 tagelang und oft ohne Unterbrechung für die deutsche Wikipedia. Rund zehn Stunden sind das bei Fiona B. täglich, also rund 70 Stunden die Woche. Am 3. Juli 2021 toppte Fiona B. ihre bisherigen Leistungen gar und editierte von 6:07 bis 21:28 Uhr.

Wie sie ihren Lebensunterhalt verdient bleibt unklar. Auf ihrem Wikipediaprofil verweist sie mit einem Link auf das Correctiv, oft schreibt sie in den Artikeln der Amadeu-Antonio-Stiftung oder deren Vorsitzender, Anetta Kahane. Wenn Fiona B. nicht gerade damit beschäftigt ist Annalena Baerbock in den Artikeldiskussionen (in der Regel kann jegliche Änderung an einem Artikel dort von Nutzern diskutiert werden) zu verteidigen oder »Wikipedianer«, so die Selbstbezeichnung der Wikipedia-Autoren, mit anderen Meinungen zu melden, beschäftigt sie sich mit der Nouvelle droite. Doch kommen wir weg von dieser Einzelperson. Die Wikipedia hat ein systematisches Problem und Fiona B. Ist nur ein Exemplum. Sie ist keineswegs eine Einzelkämpferin.

Was ist die Wikipedia?

Die Wikipedia ist ein »Internetportal mit Informationen zu allen Wissensgebieten, die allgemein zugänglich sind und von den Nutzern selbst erweitert und verändert werden können«. Gegründet wurde sie im Jahr 2001. Einer der Gründer, Larry Sanger, warnt übrigens mittlerweile vor der Wikipedia und kam früh zu der Erkenntnis, dass die Wikipedia von kleinen Grüppchen beherrscht wird. Sanger ging noch weiter und behauptete in der Daily Mail, dass »Niemand der Wikipedia trauen sollte.« Dass die Wikipedia politisch nicht neutral ist, ist wohl bekannt. Falls nicht: Ein Blick in die Artikel der LGBTQ-Bewegung, den Grünen oder der AfD reicht aus.

So konnte der Nutzer Schilderwaldmeister in den Artikel der AfD am 11. Oktober 2018 um 20 Uhr die Behauptung einfügen, dass die AfD wähler sehr anfällig für Antisemitismus seien. Für eine derart schwerwiegende Behauptung reicht eine einzige Quelle (annefrank.de) aus. Seither haben rund 2.4 Millionen Deutsche den Artikel der AfD besucht. Eine Stellungnahme oder Gegenposition der AfD wird nicht berücksichtigt.

Während die Anführung der Jungen Freiheit als Beleg zur sofortigen Sperrung in der Wikipedia führt, kann man problemlos Natascha Strobl, Julia Ebner und andere Aktivisten des linken Vorfelds in der Wikipedia wiederfinden. So ist es bei Martin Sellner geschehen: »Matthias Benz zufolge bestehen »offensichtliche weltanschauliche Parallelen« zwischen dem Attentäter von Christchurch und den Identitären« – unkommentiert bleibt dieser erwiesenermaßen falsche Passus in dem Artikel stehen. Die Prämisse der agierenden Wikipedia ist klar, wenn etwas den Rechten oder dem Sellner schadet, muss es in den Artikel. In der Artikeldiskussion sind die Schreiberlinge der Wikipedia offener. Der Nutzer Sänger ist seit rund zehn Jahren aktiv in der Wikipedia, er wird dort geschätzt. Maßgeblich wirkt er auch bei Artikeln rechter Persönlichkeiten oder Organisationen mit. Bei Martin Sellner wurde er erstaunlicherweise jedoch mal sehr deutlich und sagte Folgendes:

»Muss wirklich jeder Kleinscheiß, zu dem dieser Nazi sich jemals äußert, und das irgendwo außerhalb seiner Naziblase “rezipiert” wurde, umseitig aufgeführt werden, und dieser Wicht damit immer wichtiger gemacht werden? […] –Grüße vom Sänger ♫ (Reden) 19:34, 4. Jul. 2021 (CEST)«

Wie neutral kann Sänger in seiner Arbeit bei solchen Aussagen sein? Was sind die Gründe für diese nicht vorhandene Neutralität?

Einer der trivialsten Gründen ist die linke kulturelle Hegemonie. Wer die Medien beherrscht, beherrscht auch die Wikipedia. Schließlich schreiben beide oft gegenseitig von sich ab. Zum Verständnis genügt hier ein Blick in die Einzelverweise der Artikel. Bei der Identitären Bewegung werden als Belege die Junge Welt, die TAZ, Publikative.org (AAS) oder auch die als antideutsches Szene-Blatt geltende Jungle World angeführt. Derartige Medien werden in internen Diskussionen als Qualitätsmedien bezeichnet. Ein Verweis auf die Junge Freiheit hingegen kann zügig zur Sperrung führen – schließlich dürfen nur »reputable« Quellen benutzt werden.

Dabei lädt die Struktur, besonders die interne Hierache der Wikipedia nur so zum Missbrauch ein. So existieren in Deutschland rund 230 Admins, dazu einige tausend aktive Sichter (diese entscheiden über die Inhalte und Artikeländerungen) und generell 20.000 aktive Benutzer. Es gibt in der deutschen Wikipedia ca. 2,5 Millionen Artikel – die Qualitätssicherung wird bei 20.000 Nutzern sicherlich genau genommen, oder?

Zwar ist die Wikipedia intern einigermaßen demokratisch organisiert und eine Admin Ab- bzw. Wiederwahl ist möglich, jedoch beteiligen sich oft nur rund 250 bis 300 Nutzer an solchen Abstimmungen. Auch bei Löschanträgen entscheiden häufig nur sehr wenige Mitglieder über sehr viel. Als Anfänger sollte man sich übrigens tunlichst aus dieser Meta-Ebene (Diskussionen, Löschanträge, Sperranträge usw.) heraushalten um der Gefahr einer Sperrung entgegenzuwirken. Einige Wenige kontrollieren hier also viel bis alles. Eine absolute Mehrheit für Benutzersperrungen, Artikellöschungen oder auch einen Konsens in Diskussionen wird nicht benötigt. Wenn linke Wikipedianer mit Namen wie »Fiona B.«, »Schilderwaldmeister« oder auch »Willi P« meinen, dass die AfD »eine rechtspopulistische und rechtsextreme politische Partei [ist]«, dann steht das eben im ersten Satz des Artikels über die AfD der millionenfach angeklickt wird. Eine kleine virtuelle Informations-Elite verfügt also über die Macht, das Image einer politischen Partei in der Bundesrepublik Deutschland maßgeblich zu bestimmen – oder gar zu schädigen.

Theoretisch könnte man diese Hegemonie mit knapp 150 geduldigen Schreibern also durchaus ins Schwanken bringen und gegebenenfalls sogar die politische Ausrichtung der Wikipedia stark verändern. Eine derartige Aktion wäre jedoch zwecklos, weil die gesellschaftliche und kulturelle Vormacht immer noch der Gegenseite obliegt, würden diese subversiven Versuche binnen weniger Tage scheitern.

Sollten Sie es trotzdem wagen und sich in der Wikipedia anmelden wollen, möchte ich Ihnen einige Tipps mitgeben. Ich bin selbst seit 2018 in der Wikipedia als »aktiver Sichter« (= Kontrolleur) aktiv. Zu erwähnen ist dabei die Existenz des »Honigtopfes«, wie er intern bezeichnet wird. Wenn man sich als Neuling in Artikeln wie Heimat Defender, der Identitären Bewegung oder dem Verlag Antaios wagt, wird man recht schnell gesperrt. Beginnen Sie also mit einem Thema welches fernab von kontroverser Tagespolitik liegt. Beispiele dafür wären Gebäude im eigenen Ort, die Natur, die Geographie oder Regionales im Allgemeinen. Mit solchen unscheinbaren Themen muss man sich zunächst im Stillen hocharbeiten. Nach einigen Monaten und dem Erreichen des Ranges »passiver Sichter« kann man sich in die ersten Artikeldiskussionen der Politik wagen.

Fazit

Aktuell ist die Wikipedia ein hoffnungsloser Fall für die Rechte. Die freie Enzyklopädie versucht zwar Fakten für jeden zugänglich zu machen, scheitert in diesem Anspruch aber an ihrer ideologisch links ausgerichteten Führungsriege, die Fakten unterschlägt, verdreht und so letztlich danach trachtet, ein eigentlich ehrenwertes Projekt wie die Wikipedia als Instrument im metapolitischen Meinungskampf zu gebrauchen. Sie spiegelt die mediale Vorherrschaft der Linken in der restlichen Medienlandschaft exakt wieder. Wer die Wikipedia verändern will muss zunächst Kontrolle über Gesellschaft, Medien und andere Hegemonieapparate gewinnen.

Zaghaft nimmt mittlerweile auch der Mainstream die Entwicklungen in der Wikipedia zur Kenntnis. Zu empfehlen ist dabei überraschenderweise dieser Artikel des Spiegels.


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