Der Montag – Kalenderwoche 49

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Heute: Éric Zemmour und seine Anhänger wehrten sich beim Wahlkampfauftakt gegen Angriffe und gründeten die neue Partei Reconquête.

Der Montag bei konflikt – diese Woche am Dienstag: Wir schauen in die Woche und berichten, was woanders ignoriert wird.

Angriff auf Zemmour – Massenmedien verdrehen Tatsachen

»Rechtsextreme Anhänger prügelten auf Antirassismus-Aktivisten ein, bedrohten Journalisten. Doch Éric Zemmour redete einfach weiter. Ein Abend der Tabubrüche – aber wohl erst der Anfang.« So untertitelt Britta Sandberg vom Spiegel ihren Artikel über Éric Zemmours erste offizielle Wahlkampfveranstaltung, die am vergangenen Samstagabend in Paris stattfand. Von »Anderthalb Stunden Hass und Gewalt« (S+) ist die Rede, und davon, dass Rechtsextreme auf Antirassisten eingeprügelt hätten.

Wie Leser dieser Kolumne und dieses Magazins wissen, ist es mit der Wahrheit in etablierten Massenmedien nicht besonders gut bestellt. Auch Michaela Wiegel von der FAZ titelte »Zemmour-Anhänger greifen Aktivisten und Journalisten an«. Ebenso wie ihre Kollegin unterschlägt sie in der Schlagzeile das Wesentliche: Die Gewalt ging nicht von Zemmour oder seinen Anhängern aus, sondern von sogenannten antirassistischen und antifaschistischen linksextremen Störern.

Zu Beginn des Abends wurde zuallererst Zemmour selbst angegriffen: Ein junger, großer Antifa-Schläger sich aus der Menge heraus auf den 63-jährigen Publizisten und Präsidentschaftskandidaten warf, ihn am Nacken packte und versuchte, ihn mit dem Kopf zuerst nach unten zu reißen (Video, WELT). Im Folgenden versuchten Anhänger der Organisation SOS Racisme, die Zemmour (damals Journalist) bereits im Jahre 2010 wegen seiner Meinungsäußerungen des »Rassenhasses« bezichtigte und vor Gericht brachte, mit lauten Sprechchören und provokantem Auftreten die Veranstaltung zu sprengen.

Erst in Folge dieser Angriffe und Störaktionen darauf kam es zur Rangelei zwischen Zemmour-Anhängern und den »Aktivisten«, welche zur Schlägerei eskalierte und in deren Verlauf unter anderem eine weibliche Störerin eine leichte Verletzung davontrug. Solche Eskalationen sollten sicher vermieden werden, doch ging die Provokation wie in den meisten anderen Fällen deutlich von den Linksextremisten aus, die trotz (oder wegen) des vorausgegangenen Angriffs auf Zemmour ihre Störkation durchführten.

Die Attacke auf Eric Zemmour und die darauffolgenden Provokationen fanden zudem in einem gesellschaftlichen Klima statt, in dem Zemmour-Anhänger regelmäßig vom Establishment diffamiert, von Banlieu-Gangs bedrängt und von der Antifa (nicht nur) bei Veranstaltungen angegriffen werden (Video 1, Video 2, Ruptly). Rechte Gegenedmonstranten, auch ganz friedliche, würden von einer Veranstaltung der islamo-gauchiste kaum so unbeschadet davonkommen wie die linksextremen Angreifer vom 05.12. Fakten, die die Mainstream-Presse geflissentlich verschweigt.

Eine Übersetzung von Zemmours Auftaktrede sowie das Originalvideo mit deutschem Voice-Over finden sich bei Tichys Einblick.

Reconquête gegen die Einheitsfront

Reconquête, zu deutsch Rückeroberung (span. reconquista), heißt die Partei, die Zemmour am besagten Abend des 05.12.2021 ausrief und gründete und die ihn Konkurrenz zum etablierten Rassemblement national Marine Le Pens zum rechten Herausforderer Macrons machen soll. Laut ihrer Selbstdarstellung sind die fünf obersten Prioritäten der Partei die Identität inklusive eines Migrationsstops, eine Stärkung des Bildungssystems mit Fokus auf die französischen Kulturwerte, Steuersenkungen für Arbeiter, Mittelschichtler und wertschaffende Unternehmer, eine wachstumsfördernde Industriepolitik zur Bewahrung wirtschaftlicher Souveränität und die Sicherstellung nationaler Unabhängigkeit von supranationalen Institutionen.

Die obligatorischen Hetzartikel vonseiten der französischen und internationalen Medienkartelle ignorieren geflissentlich dieses Programm, das in leicht abgewandelter Version wohl in allen westlichen Ländern einen großen Tel der konservativen Wählerschichten ansprechen könnte. Stattdessen legen sie den Fokus auf das, was Konservative abschreckt: Sie berichten ausschließlich über die Gewalt am Abend des Wahlkampfauftakts, den sie so darstellen, als wären Zemmour-Anhänger einseitig und offensiv zum Angriff übergegangen – die wochenlangen Angriffe von Antifaschisten und Gangs auf Zemmour-Anhänger sowie die Angriffe und Provokationen vonseiten der Störer verharmlosen oder verschweigen sie dabei.

In dieselbe Kerbe wie die Medien schlagen die linken Parteien und Gewerkschaften. Wie die FAZ berichtete, prangerten mehrere führende Sozialisten die Gewalt an, die angeblich von Zemmour und seinen Anhängern ausginge. Auch Hugues Resons, Spitzenvertreter der liberalen Macron-Partei La République en Marche, warf Zemmour vor, Chaos zu stiften. Überdies rief laut FAZ »ein Bündnis aus Dutzenden Gewerkschaften, Parteien und Verbänden« zu Demonstrationen gegen die Zemmour-Veranstaltung auf. Simon Duteil, Sprecher der Solidaries-Gewerkschaft, sprach dort von einem »Vorstoß des Faschismus« (Guardian).

Bereits zum jetzigen Zeitpunkt wird also die Dynamik deutlich, die der Zemmour-Wahlkampf über die kommenden Monate voraussichtlich annehmen wird: Die scharfe, klare und provokative Rhetorik und das ansprechende Wahlprogramm des Publizisten werden auf häufige und zunehmend eskalierende Antifa-Angriffe stoßen, die entweder von der Polizei abgeschirmt werden oder, im Falle eines Aufeinandertreffens mit Zemmour-Anhängern, von den Medien fälschlich als »rechtsextreme Übergriffe« dargestellt werden.

Ob die Kampagne darüber hinaus wirkliches Momentum gewinnen kann, wird voraussichtlich an drei Faktoren liegen: Erstens steht als große unbeantwortete Frage das Verhältnis zwischen Le Pen und Zemmour im Raum: Wird die RN-Anführerin auf Konfrontationskurs gehen oder einen Kompromiss suchen und die zweite Reihe hinter Zemmour akzeptieren? Zweitens wird Zemmour, der als starker Rhetoriker bekannt ist, in Debatten und Interviews glänzen müssen – wenn ihm die Medien, die dies auch wissen, eine Bühne bieten.

Der dritte Faktor wäre ein unvorhersehbares Ereignis: Wenn zwischen heute und dem Wahltag beispielsweise ein Rechtsextremer einen Anschlag auf eine Moschee ausübt, könnte dies Zemmour schwer schaden; andersherum könnte ein islamistisches Attentat oder eine erneute Welle der Gewalt in den Banlieus seiner Kampagne stark nützen. Dies festzustellen mag zynisch klingen, ist aber schlicht eine nüchterne Betrachtung des Zusammenspiels zwischen den Geschehnissen unserer Zeit und der öffentlichen Meinung.

Bezüglich des Verhältnisses zwischen Le Pen und Zemmour sagte Le Pens Nichte Marion Maréchal zuletzt Folgendes: »Manche Leute kritisieren Éric Zemmour dafür, dass er das nationale Lager spaltet. Es ist eine schlechte Argumentation: Wenn Zemmour ein Kandidat ist, dann deshalb, weil es offensichtlich ein Vakuum gab. Ein Bedürfnis der Wähler, die sich weder in Marine Le Pen noch in den [liberal-konservativen] Republikanern wiederfinden.«

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