Der MDR und die »Integration«

Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk und seine diversen Online-Auftritte sind bekannt für politisch korrekte Berichterstattung. Ein jüngst auf mdr.de veröffentlichter Artikel der Journalistin Raja Kraus über die Integration von Afghanen in Mitteldeutschland setzt hierbei jedoch neue Maßstäbe. Anlass war die Ankündigung des Österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz, sein Land würde keine Afghanen aufnehmen, weil diese schwer zu integrieren sind.

Was bedeutet Integration?

Vor diesem Hintergrund stellt der MDR die Frage: Was bedeutet es, gut integriert zu sein?

»Schwer zu beantworten, sagt Niklas Harder. Er ist der Co-Leiter der Abteilung Integration am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) in Berlin. Es gebe in der Forschung keine einheitliche Definition. Es gebe aber so eine Art Konsens: Ein selbstständiges Leben in Deutschland führen können – indem man die Sprache spricht, eine Beschäftigung findet, ein soziales Netzwerk hat etwa.«

Der Migrationsforscher Niklas Harder bezeichnet gelungene Migration hier als Trias aus Sprache, Beschäftigung und sozialem Netzwerk. Dies ist eine sehr weiter Migrationsbegriff, denn so lassen sich ganz verschiedene und widersprüchliche Biographien kategorisieren: Eine kroatische Staatsbürgerin, die als Kleinkind mit ihren Eltern nach Deutschland kam, seit der Schulzeit einen deutschen Freundes- und Bekanntenkreis hat, bei der Stadtverwaltung arbeitet und einen deutschen Staatsbürger geheiratet hat, gilt demzufolge als gut integriert. Ein afghanischer Staatsbürger, der 2015 mit 20 anderen Afghanen nach Deutschland gekommen ist, in einem Sprachtest deutsche Sprachkompetenzen attestiert bekommen hat und an einem Bahnhofskiosk arbeitet, gilt als ebenso gut integriert.

Durch die Verwendung der Begriffe »gute Integration« wecken der Migrationsforscher und der MDR im Kopf der deutschen Öffentlichkeit ganz bewusst ein bestimmtes Bild: Viele kennen einen oder mehrere Fälle von »guter Integration« wie bei dem Beispiel der Kroatin, wobei Integration hier eigentlich kulturelle Assimilation in die deutsche Gesellschaft meint. Im Falle des afghanischen Flüchtlings, der sich zwar auf Deutsch halbwegs verständlich machen kann und legal etwas Geld verdient, aber sein Leben komplett in einer Parallelgesellschaft aus jungen afghanischen Männern verbringt, würde kaum jemand von sich aus an »gute Integration« denken.

Dem Leser wird also suggeriert, dass die Integration von Afghanen in Thüringen gut funktioniere, indem Begriffe weit über ihre Grenzen gedehnt und irreführende Vorstellungen erweckt werden. Das nennt man Manipulation, und dem MDR und seiner Journalistin Raja Kraus kann man folgerichtig manipulative Berichterstattung – Alltagsdeutsch: Lügenpresse – vorwerfen.

Lügen oder Lücken?

Nachdem die falsche Erwartungshaltung beim Publikum geweckt ist, schiebt der MDR zunächst einige bedeutungslose Fakten nach: So würde in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt die Zahl der afghanischen Beschäftigten steigen, ebenso wie die Zahl der arbeitslos gemeldeten Afghanen – das bedeutet im Klartext einfach nur, dass in diesen Bundesländern mehr Afghanen leben als zuvor. Diese Nicht-Aussage wird mit einem ebenso nichtssagenden Statement des sächsischen Ausländerbeauftragten Geert Mackenroth untermalt, der schlicht vor Pauschalaussagen warnt und sonst nichts Inhaltliches beiträgt.

Mit Blick auf die Kriminalstatistik wird es noch manipulativer: Der Artikel relativiert die seit 2015 stark gestiegene Zahl afghanischer Tatverdächtiger damit, dass »sich ein Großteil der Verfahren auf Verstöße gegen das Aufenthalts- oder Asylverfahrensgesetz« beziehe. Dies impliziert, dass Verstöße gegen die deutschen Aufenthalts- und Asylgesetze bloße Kavaliersdelikte wären. Der Artikel verbreitet also offensichtlich eine politische Agenda, die den massenhaften Zuzug erleichtern will und juristische Schranken als lästige Hürden wahrnimmt. Dabei gibt er sich an keiner Stelle als politisches Meinungsstück zu erkennen, sondern verpackt seine politische Agenda mitten in den Statistikteil.

Die Agenda linker Experten

Nach dieser vorgetäuschten Objektivität wird erneut der Migrationsexperte Niklas Harder vom DeZIM zitiert – derjenigen öffentlich finanzierten »Kampf gegen Rechts«-Institution, die, wie Niklas Brauer für Achgut herausgearbeitet hat, die Critical Race Theory nach Deutschland importiert. Harder darf für den MDR reichlich verbale Akrobatik treiben und schließlich das absurdeste Argument des Artikels formulieren: Weil in den Herkunftsländern verschiedene Menschen leben, dürfe man Einwanderer nicht nach Herkunftsländern kategorisieren. Nach dieser Logik, dürfte man überhaupt nicht über Gruppen von Menschen sprechen, wenn diese nicht alle exakte Klone sind.

Weil dies natürlich Sprechen unmöglich machen würde, macht Harder das dann aber doch selbst und kommt endlich zu seinem Anliegen:

»“Es ist momentan in Deutschland vielleicht tatsächlich so, dass die in den letzten Jahren gekommenen Afghanen nicht so gut integriert sind.” Das liege aber nicht daran, dass diese sich nicht gut aktiv integrieren. Es liege daran, dass Deutschland ihnen in den letzten Jahren systematisch Integrationschancen verwehrt habe.«

Die Schlussfolgerung des vorgeblichen Informationsartikels lautet also: Deutschland müsse mehr für die Integration von Afghanen tun – also auch mehr Geld an Institutionen wie das DeZIM zahlen – und überdies müssten die Deutschen noch ein wenig umerzogen werden, denn, wie eine im Artikel verlinkte Studie der TU Chemnitz behauptet: »Vorurteile und Rassismus hemmen Integration von Geflüchteten«. Die Botschaft ist ebenso eindeutig wie verlogen: Nicht die gescheiterte Migrationspolitik sorgt für gesellschaftliche Probleme, sondern die engstirnigen Deutschen.

Ausländerbeauftragter: Aufnahme ist Pflicht

Abschließend dürfen die Leser sich noch einmal vom sächsischen Ausländerbeauftragen Geert Mackenroth belehren lassen: »Richtig ist, dass im Freistaat Sachsen und in Mitteldeutschland im Vergleich zur Aufnahmegesellschaft im Westen eine gewisse größere Aufnahmeskepsis da ist. Das hat verschiedene Ursachen, über die wir hier nicht reden müssen.« Über die Gründe, warum die sächsischen Bürger der gescheiterten Migrationspolitik eher skeptisch gegenüberstehen, will der gebürtige Westdeutsche nicht sprechen. Dafür aber über seine Pläne:

»Mackenroth spricht sich deshalb für die Aufnahme weiterer Menschen aus Afghanistan aus. Er kritisiert, die von einigen Länderchefs pauschal erklärte Nicht-Bereitschaft zur Aufnahme sei nicht besonders hilfreich in dieser Situation, die man in Afghanistan sehe. ‘Da ist doch zumindest mal Empathie angebracht.’«

Empathie ist nur dann angebracht, wenn es um die Fortführung längst gescheiterter politischer Experimente geht; gegenüber der skeptischen Bevölkerung braucht es hingegen keinerlei Empathie. Darin sind sich Ausländerbeauftragter Geert Mackenroth und DeZIM-Experte Niklas Harder offenbar einig, und die MDR-Journalistin Raja Kraus bietet ihnen dafür ohne jeglichen Hauch von Kritik eine Bühne.

Fazit

Der MDR-Artikel ist beinahe ein unfreiwilliges Kunstwerk, das alle politischen Schieflagen der Bundesrepublik im Jahre 2021 verdichtet: Ein linksideologischer »Experte« von einem staatlichen finanzierten Pro-Migrations-Institut und ein volksfremder Politiker agieren gemeinsam zur Umgestaltung Deutschlands von einem Nationalstaat in einen identitätslosen Standort. Anstatt die Öffentlichkeit darüber aufzuklären, leisten Staatsmedien eifrig Schützenhilfe, indem sie falsche Vorstellungen erwecken und an die Gutgläubigkeit der Deutschen appellieren. Das ganze wird als Informationsartikel ausgegeben, und hunderttausende wohlmeinende Menschen werden ihn lesen und sich gut informiert fühlen, während man sie dreist manipuliert.

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  1. Wahrscheinlich der beste Artikel bisher!

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